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Mit Sprengstoff beladene Boote Seedrohnen vor Rumänien und Griechenland: Das steckt dahinter

Ukrainische Seedrohnen mussten im Mittelmeer und vor einem rumänischen Hafen gesprengt werden. Wozu dienen sie?

Zwischenfälle sorgen für Wirbel: Sowohl vor der griechischen Insel Lefkada als auch im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta wurden im Mai und Anfang Juni ukrainische Seedrohnen entdeckt. Beide wurden gesprengt: In Rumänien hat sich die Seedrohne selbst in die Luft gesprengt, in Griechenland leitete die Küstenwache eine kontrollierte Explosion ein. Die Ukraine hat beide fehlgeleiteten Seedrohnen bestätigt, respektive sich dafür entschuldigt.

Was sind Seedrohnen? Es sind unbemannte Wasserfahrzeuge – ob auf der Oberfläche, unter Wasser oder hybrid (also schwimmend und tauchend). Nicht jede Seedrohne hat einen militärischen Zweck. Sie werden beispielsweise auch für die Überwachung oder Such- und Rettungsmissionen eingesetzt. Bei den entdeckten Drohnen handelt es sich um mit Sprengstoff beladene unbemannte Seefahrzeuge, die an der Oberfläche schwammen: Bei Lefkada fand man ein etwa sechs Meter langes Boot mit einer Ladung von rund 100 Kilogramm Sprengstoff. Es gibt verschiedene Typen: Einige sind zum Beispiel mit Raketen ausgestattet.

Wofür nutzt die Ukraine die Seedrohnen? Seedrohnen sind laut der Ukraine zu einem der effektivsten Mittel geworden, um sich gegen die russische Aggression auf See zu wehren. «Die Reichweite der Seedrohnen beträgt bis zu 1500 km, was Angriffe auf Ziele in Gebieten ermöglicht, in denen sich der Feind zuvor sicher fühlte», schreibt der ukrainische Sicherheits- und Verteidigungsrat im Januar 2026. Die Ukraine will damit die Kontrolle über wichtige Seerouten zurückgewinnen. Durch diese unbemannten Plattformen sei ein erheblicher Teil der russischen Schwarzmeerflotte neutralisiert worden, 2025 habe man so «25 Militärschiffe zerstört oder kritisch beschädigt». Laut der Ukraine können ihre Seedrohnen neu nicht nur russische Schiffe, «sondern auch Helikopter, Flugzeuge und Luftverteidigungssysteme bedrohen».

Wie kamen die Drohnen nach Rumänien und Griechenland? Beim Fall in Rumänien erklärte das ukrainische Aussenamt, die Drohne sei «infolge von russischen Störsignalen unsteuerbar geworden und von ihrem Weg abgekommen». Die Ukraine hatte Rumänien vor der abgedrifteten Seedrohne gewarnt. Schwammiger formulierte Kiew den Grund für die Drohne vor Lefkada. Diese sei «auf Umstände zurückzuführen, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden». Während die Drohne in Rumänien im an die Ukraine grenzenden Schwarzen Meer gefunden wurde, ist die in Griechenland entdeckte Seedrohne rätselhafter: Die Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär aber mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der russischen Schattenflotte ein.

SRF 4 News, 6.6.2026, 6 Uhr ; 

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