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UNHCR-Bericht Zahl der Flüchtlinge weltweit erstmals seit zehn Jahren gesunken

  • Laut dem neuen Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) ist die Zahl der weltweit gewaltsam vertriebenen Menschen 2025 erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen.
  • Aktuell vertrieben sind fast 118 Millionen Menschen. Das ist ein Rückgang um etwa vier Prozent.
  • Viele sind in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt, zum Beispiel nach Syrien oder Afghanistan, aber nicht nur freiwillig, betont UNHCR.

Ebenfalls sind im vergangenen Jahr so viele Vertriebene wie lange nicht mehr in ihre Herkunftsorte oder Länder zurückgekehrt: mehr als 10 Millionen Binnenvertriebene und fast 4.4 Millionen ins Ausland geflüchtete Menschen. Der Rückgang sei bescheiden, aber eine willkommene Nachricht, sagt UNO-Flüchtlingshochkommissar Barham Salih. Besonders viele Rückkehrer gab es in Syrien, Afghanistan und dem Sudan.

Viele Rückkehrende seien aber nicht freiwillig zurückgegangen, betont der UNO-Flüchtlingskommissar. Das gelte besonders für Afghanistan. «Viele Flüchtlinge wurden aus dem Iran und Pakistan erneut gewaltsam vertrieben – zurück nach Afghanistan», sagt Salih.

70 Prozent leben seit Jahren im Exil

Als grosse Herausforderung sieht der Bericht des UNO-Flüchtlingshilfswerks die Langzeitvertreibung. 70 Prozent der Flüchtlinge weltweit leben demnach seit mindestens fünf Jahren im Exil, die meisten in armen Nachbarstaaten ihrer Herkunftsländer, angewiesen auf humanitäre Hilfe.

Menschenmenge vor einem Zelt, viele tragen bunte Kleidung.
Legende: Erstmals seit zehn Jahren ist die Zahl der weltweit Vertriebenen zurückgegangen. (Bild: Flüchtlinge aus Malawi in Südafrika) EPA / STRINGER

«Ich halte es für eine Verletzung der menschlichen Würde, wenn Menschen so festsitzen und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind», sagt Barham Salih. Der kurdisch-irakische UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge weiss, wovon er spricht: «Ich war selbst ein Flüchtling.»

«Flüchtlinge sind keine Zahlen»

Flüchtlinge auf Zahlen in einer Statistik zu reduzieren, sei entmenschlichend, betont Salih. «Jede Zahl bedeutet ein Leben, ein Zuhause, eine Gemeinschaft. Ich habe als Flüchtling vom internationalen Schutzsystem profitiert und bekam Chancen auf Integration, Bildung und so weiter.»

Doch gerade an solchen zukunftsorientierten Lösungen fehlt es aktuell. Laut dem Bericht fanden vergangenes Jahr nur noch knapp 82'000 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge über das sogenannte Resettlement-Programm des UNHCR Plätze in Aufnahmeländern – weniger als halb so viele wie 2024.

Ehrgeiziges Ziel bis 2035

Der Chef des UNO-Flüchtlingshilfswerks hat nun ein, wie er sagt, ehrgeiziges Ziel: «Wir wollen die Zahl der Langzeitvertriebenen, die auf Hilfe angewiesen sind, bis 2035 halbieren. Ich weiss, dass das ehrgeizig ist. Ich weiss, dass es die Mittel und Ressourcen des UNHCR übersteigt. Aber ich fordere die internationale Gemeinschaft auf, mitzumachen.»

Das Ziel sei erreichbar, so Salih, durch Zugang zu Bildung und Arbeit für Flüchtlinge, aber auch humanitäre Visa und Rückkehrhilfen. «Natürlich ist Frieden die Grundlage», sagt der Flüchtlingskommissar.

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SRF 4 Nachrichten, 11. Juni 2026, 5:00 Uhr ; 

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