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Ohne Trinkwasser an Bord 22 Migranten verdursten auf Flüchtlingsboot bei Kreta

  • Vor der südlichen Küste von Kreta sind mindestens 22 Migranten nach mehreren Tagen auf See gestorben.
  • 26 Menschen überlebten das Unglück.
  • Das Boot trieb rund sechs Tage manövrierunfähig zwischen Libyen und Griechenland.

Vor der Küste der griechischen Insel Kreta ist es erneut zu einer tödlichen Tragödie auf der Fluchtroute über das Mittelmeer gekommen. Überlebende hätten den Behörden geschildert, dass ihr Boot tagelang im offenen Meer trieb. Es soll mehrere Tage an Trinkwasser gefehlt haben. Die Leichen habe man nacheinander über Bord geworfen, berichtete der griechische Rundfunk ERTNews unter Berufung auf die Küstenwache.

Die 26 Überlebenden wurden von der Besatzung eines Schiffes der EU‐Grenzschutzagentur Frontex in der Nähe von Kreta geborgen. Die Menschen werden derzeit medizinisch versorgt und registriert.

Nach Angaben der Überlebenden irrten sie rund sechs Tage lang zwischen der libyschen Hafenstadt Tobruk und Kreta, wie es weiter heisst. Unter ungünstigen Wetterbedingungen wurde ihr Boot manövrierunfähig. Schlepperbanden setzen in dieser Region immer wieder Migranten ins offene Meer, oft ohne ausreichende Versorgung und Navigationsmöglichkeiten.

Menschen in einem Schlauchboot auf offenem Meer.
Legende: Auf der Mittelmeerroute sterben immer wieder Migranten beim Versuch nach Europa zu gelangen. (Archivbild/09.12.2025) Keystone/AP/SANTI PALACIOS

Die Tragödie reiht sich ein eine stark gestiegene Zahl tödlicher Bootsunglücke im Mittelmeer. Allein im Februar kamen mindestens 18 Menschen auf der rund 300 Kilometer langen Überfahrt von Libyen nach Kreta ums Leben. Offiziere der griechischen Küstenwache gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die Route ist zentral für Menschen auf der Flucht nach Europa.

SRF 4 News, 29.03.2026, 10:30 Uhr ; 

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