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Dreifache Umweltkrise belastet die Erde
Aus Echo der Zeit vom 18.02.2021.
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UNO-Klima-Bericht UNO-Bericht: Dreifache Umweltkrise bedroht das Leben auf der Erde

Klimaerwärmung, schwindende Artenvielfalt und Verschmutzung: Eine Krise, die laut UNO koordiniert bekämpft werden muss.

Die einzelnen Hiobsbotschaften sind bekannt: Die Welt ist auf dem Weg zu einer Erwärmung von mindestens drei Grad. Von den geschätzten acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind eine Million vom Aussterben bedroht. Plastikmüll und anderer Dreck verschmutzt das Land, das Wasser und die Luft.

Probleme eng verknüpft: Beispiel Tropenwald

Der UNO-Bericht wirft einen integralen Blick auf diese Phänomene – weil sie eng miteinander verknüpft seien und sich nur gemeinsam lösen liessen. Eines von vielen Beispielen ist der Tropenwald: Wird im Amazonas massiv brandgerodet, gelangen grosse Mengen an CO2 in die Atmosphäre. Später entweicht auch aus dem Boden CO2, weil der Untergrund durch die Rodung gestört wird.

Die Rodung von Urwald zur Umwandung in Weideland richtet in Brasilien riesige Umweltschäden an.
Legende: Die Rodung von Urwald zur Umwandlung in Weideland richtet in Brasilien riesige Umweltschäden an. imago images

In der Folge erwärmt sich das Klima zusätzlich und der Wasserhaushalt leidet, weil nur intakter Regenwald genug Feuchtigkeit an die Luft abgibt. Bereits warnen Forscher, dass Teile des Amazonas von einer Waldzone zur Savanne werden könnten. Dass unter all dem die Tier- und Pflanzenwelt leidet, versteht sich von selbst.

Umgekehrt ist auch klar: Aufforstung nützt dem Klima und sie stabilisiert den Regenwald, bietet gefährdeten Tieren Lebensraum und sichert den Menschen genügend und sauberes Wasser, weil ein intakter Wald es filtert.

Es geht nicht vorwärts

Klingt logisch, passiere aber noch viel zu wenig, warnt der Bericht. Die vereinzelten Massnahmen der Länder verpufften bisher. Um zum Beispiel den Amazonas zu retten braucht es mehr Schutzgebiete. Schädliche Subventionen müssen weg, um die Anreize für die Rodungen zu minimieren – das sind Aufgaben der Amazonas-Staaten.

Aber die ganze Welt muss ihren Teil beitragen, auch die Schweiz: Vermindern wir die CO2-Emissionen bremst das die Erwärmung und stabilisiert so den Regenwald. Gibt es bei uns weniger Anreize für die Bauern, Futtermittel wie Soja aus Südamerika zu importieren, wird weniger gerodet. Essen wir alle weniger Fleisch und werfen weniger Essen weg, hilft auch das.

Smog über Los Angeles.
Legende: Smog über Los Angeles. imago images

UNO: Falsche Anreize für 5000 Mrd. Dollar

Die Aufgabe sei enorm, heisst es im Bericht. Auf 5000 Milliarden Dollar werden die Subventionen weltweit geschätzt, die falsche Anreize setzen: Es sind Subventionen für Benzin, für die Ausbeutung von Naturressourcen, für zu intensive Landwirtschaft und Fischerei.

Momentan erreichen die Staaten kein einziges der Ziele, die sie sich in den internationalen Klima- und Biodiversitätsabkommen selbst gegeben haben. Aber dieses Jahr biete die Chance, das Steuer herumzureissen, sagt die UNO: Im Mai treffen sich die Staaten zum Biodiversitäts- und im November zum Klimagipfel. Dort solle nicht mehr geredet, sondern endlich gehandelt werden.

Echo der Zeit, 18.02.2021, 18:00 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    So lange Weltweit und auch die Schweiz die Kapitalismus zu starken Lobbyisten haben und die Priorität der Wirtschaft bekommt wird sich nicht ändern. Die Schweiz verfällt immer wieder seine Ziele und das hat auch damit zu tun das zu viele Menschen nicht bei sich anfangen zu ändern. Beispiel gross Wagen als Dreck Schleuder, Abfälle in den Wäldern, Elektrovelos über alle in der Gelände usw. zu viele Menschen wollen ihre eigene demokratische Freiheit als erste Stelle haben. Das funktioniert so nicht
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Momentan erreichen die Staaten kein einziges der Ziele, die sie sich in den internationalen Klima- und Biodiversitätsabkommen selbst gegeben haben." -- Ist ja sowas von logisch. Alles reine Lippenbekenntnisse. Gründe: 1. Alle Bemühungen sind umsonst, weil jährlich ca. 80 Mio. Zweibeiner dazukommen. 2. Die reichen Staaten wollen Geld verdienen. 3. Die armen Staaten haben das Geld nicht um etwas zu ändern. - Ergo wird unser Planet den Missstand selber regeln. Die Frage ist nur WIE??
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Von der Rodung tropischer Wälder über die Verseuchung des Grundwassers bis zu Zwangsumsiedlungen für den Bau von Staudämmen – überall auf der Welt sorgen Eingriffe in die Natur durch den Menschen dafür, dass andere ihr Zuhause verlassen müssen. Manche dieser Phänomene sind lokal begrenzt. Der Klimawandel hingegen kennt keine Grenzen, seine Folgen sind weltweit zu beobachten. Durch die verschärfte Konkurrenz auf dem Weltmarkt nehmen der Raubbau und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen zu.