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Die Zahl der Hungernden nimmt seit 2015 wieder zu
Aus HeuteMorgen vom 14.07.2020.
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UNO-Nachhaltigkeitsziele Ziel verfehlt: Der Hunger bleibt

Bis 2030 wollte die Weltgemeinschaft den Hunger besiegen. Doch gemäss dem Welternährungsbericht wird sie scheitern. Die Coronakrise verschlimmert die Lage zusätzlich.

Bis vor fünf Jahren gab es Fortschritte bei der Hungerbekämpfung, zum Teil markante. Hunger und extreme Armut waren weltweit auf dem Rückzug. Doch seither sieht es von Jahr zu Jahr schlechter aus. Das belegt jetzt der Welternährungsbericht der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO und weiterer UNO-Organisationen.

Der Hunger nimmt wieder zu: 690 Millionen Menschen, also rund jeder und jede Elfte, leiden darunter. UNO-Generalsekretär António Guterres spricht von einer «ernüchternden Botschaft».

Tortendiagramm, das den Hunger auf der Welt zeigt
Legende: Anzahl Hungernde in Millionen. Für Nordamerika und Europa gebe es keine Zahlen (n.r. = not reported), weil die Prävalenz kleiner als 2.5 Prozent sei, schreibt die FAO. FAO , Link öffnet in einem neuen Fenster

Am meisten Menschen hungern in Asien, nämlich 380 Millionen. Am zweitmeisten, 250 Millionen, sind es in Afrika, wo sich der Hunger derzeit am schnellsten ausbreitet und, bezogen auf die Bevölkerungszahl, am meisten Menschen erfasst. Knapp 50 Millionen Menschen sind in Lateinamerika und in der Karibik betroffen.

Entwicklungsziel rückt in die Ferne

Das Ziel einer hungerfreien Welt bis 2030 rückt damit immer weiter in die Ferne, sagt Guterres. Es müsse nun gelingen, den Negativtrend zu stoppen und umzukehren. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Ursachen für die neuerliche Zunahme sind vielfältig. Sie reichen von schlechter Regierungsführung bis zum Klimawandel, von Vergeudung von Lebensmitteln bis zur Überfischung der Meere.

Tortendiagramm, das den Hunger auf der Welt zeigt
Legende: Bis 2030 wird die Zahl der Hungernden laut FAO auf über 840 Millionen steigen. Der Einfluss der Corona-Pandemie wurde in der Schätzung nicht berücksichtigt. FAO , Link öffnet in einem neuen Fenster

Die düsteren globalen Wirtschaftsaussichten aufgrund der Corona-Pandemie dürften nun sogar zu einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Hungernden führen, fürchtet die UNO. Dazu kommt die beispiellose Heuschreckenplage in Ostafrika.

Doch es gibt nicht bloss Hungernde – auf der Erde leben auch zwei Milliarden fehlernährte Menschen. Sie haben zwar genug zu essen, um den Bauch zu füllen, aber ihre Ernährung ist nicht gesund, was zu Übergewicht und Krankheiten führt. Der Grund ist klar: Gesunde Ernährung ist durchschnittlich fünfmal so teuer wie solche, die bloss sättigt.

Heute Morgen, 14.7.2020, 6 Uhr

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Und unsere Umwelt Jugend, hat volle Bäuche, und sieht zur Seite.
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    1. Antwort von Konrad Schläpfer  (Koni)
      Wie bereits geschrieben, wer nicht sät kann auch nicht ernten.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Natürlich, man darf sich durch solche Bilder nicht gerade " la z'bodeschriisse". Aber ich vermisse weithin - nicht nur hier in diesem Blog - geäussertes und praktiziertes Mitgefühl mit den Hungernden. Natürlich ist die Ueberbevölkerung auch ein Problem. Aber das legitimiert uns nicht dazu, - zusammen mit Korruption - sich aus der Mitverantwortung für Hungernde zu ziehen. Es gibt wirklich Möglichkeiten, mehr zu tun für Hungernde. Z.B.: Entwicklungshilfe stützen. Selber mehr mit anderen teilen.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Gut, dass es Kommentare gibt, die Betroffenheit über diese erneut schlimme Hungersituation zum Ausdruck bringen.Dann aber ist bedauerlich, dass verschiedene Kommentatoren "Anweisungen" geben, z. B. wie viele Kinder sie dort "gefälligst" in die Welt stellen sollen u.s.w. Dabei sind wir alle mitverantwortlich für die ungerechte Güterverteilung .Einige wenige Prozente besitzen die Hälfte der materiellen Güter. Das ist unmenschlich, weil nur zum Teil selber verdient. Gemeinsames Teilen wäre schön!
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Man schläft besser, wenn man etwas, was man selbst nicht beeinflussen kann, zum einzigen Problem erklärt.
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Kleffel: Ich weiss im Moment nicht, wie Ihr Kommentar gemeint ist: Meinen Sie: Man schlafe besser, wenn man etwas, das man nicht beeinflussen will, verdrängt? Oder: Das Hungerproblem wird überspitzt dargestellt, und wir hier können überhaupt nichts dagegen unternehmen bzw. zur Linderung des Hungers beitragen? Vielen Dank für Ihre Antwort!
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    3. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Ich meine: Es gibt Leute, die das lange bekannte Problem der Überbevölkerung als Ablenkungsstrategie benutzen, und sei es auch nur in unbewusster Selbsttäuschung. So braucht man sich nicht dem zu beschäftigen, worauf man einen Einfluss hätte. Zum Beispiel das Verhalten von in der Schweiz ansässigen Konzernen.
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    4. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Vielen Dank, Herr Kleffel, für Ihre klärenden Erläuterungen!
      Dann habe ich Sie eben doch richtig verstanden, auch auf Grund anderer Ihrer Kommentare: Eben doch: Man weist auf Ueberbevölkerung hin, um sich selber - um etwas überspitzt zu formulieren - aus der eigenen Mitverantwortung für Hungernde herauszunehmen.- Diesen Eindruck habe ich auch: Verschiedene Kommentatoren versuchen sich hier pseudoelegant aus der genannten Mitverantwortung zu ziehen. Leider. Das Mitgefühl wird "ahitschalpet".
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