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Erneut Polizeigewalt und Festnahmen in Belarus
Aus Tagesschau vom 11.10.2020.
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Unruhen in Belarus Massive Polizeigewalt während Protesten in Belarus

  • Überschattet von neuer massiver Polizeigewalt haben Zehntausende Menschen in Belarus gegen Staatschef Alexander Lukaschenko demonstriert.
  • Gleich zu Beginn der Proteste am Sonntag prügelten Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Minsk auf friedliche Menschen ein und zerrten sie in Kleinbusse.
  • Die Opposition hatte zu einem «Marsch des Stolzes» aufgerufen. Vor den Protesten hatte Präsident Lukaschenko Oppositionelle im Gefängnis getroffen.

Es sind Bilder aus Minsk, die an die Polizeigewalt zu Beginn der Proteste vor zwei Monaten erinnern. Beobachter sprachen von den heftigsten Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten seit Wochen. Auf Bildern und Videos im Nachrichtenkanal Telegram war zu sehen, wie verletzte Demonstranten mit einem Verband um den Kopf auf der Strasse sassen. Andere lagen von den vermummten Sicherheitskräften fixiert am Boden.

Uniformierte Polizisten prügeln auf Passanten ein.
Legende: Die uniformierten Einsatzkräfte gingen teilweise brutal gegen die friedlichen Demonstranten vor. Keystone

Beobachter gingen am Sonntag angesichts des Regens von etwas weniger Teilnehmern aus als an den Sonntagen zuvor. Dabei hatten sich jeweils mehr als 100'000 Menschen an den Aktionen beteiligt. Die Sicherheitskräfte setzten wieder Wasserwerfer gegen die Menschenmenge ein – auch Blend- und Knallgranaten flogen.

Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach am Nachmittag von rund 150 Festgenommenen. Darunter waren dem Journalistenverband von Belarus zufolge mehr als 20 Medienvertreter.

Strassensperren und kein Internet

Viele Journalisten seien während der Proteste in Polizeigewahrsam gewesen, schrieben belarussische Medien. Nach offizieller Darstellung sollten ihre Dokumente überprüft werden. Damit schränkte die autoritäre Führung in Minsk die Berichterstattung über die Proteste weiter ein. Die Behörden haben bereits allen ausländischen Korrespondenten die Akkreditierung entzogen. Für eine neue Erlaubnis müssen nun Anträge mit Arbeitsproben eingereicht werden.

In sozialen Netzwerken hiess es zudem, erneut sei das mobile Internet zeitweise abgeschaltet worden. Die Behörden wollten damit verhindern, dass sich die Demonstranten zu Protestrouten verabreden. Zudem waren in Minsk mehrere U-Bahnstationen geschlossen, damit die Menschen nicht mehr ins Zentrum gelangen konnten. Auch eine zentrale Strassenkreuzung wurde abgesperrt. An den Strassenrändern standen Gefangenentransporter bereit, aber auch Militärfahrzeuge.

Gespräche im Gefängnis bestätigt

Bereits am Samstag waren Frauen in kleinen Gruppen mit Blumen in den Händen durch Minsk und andere belarussische Städte gezogen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Lukaschenko sich überraschend mit mehreren inhaftierten Oppositionellen und Mitgliedern des Koordinationsrates getroffen hatte.

Das Gespräch im Untersuchungsgefängnis des Geheimdienstes KGB habe viereinhalb Stunden gedauert, meldete der dem Staatsfernsehen nahe stehende Telegram-Kanal «Pul Perwogo». Vertreter der Opposition kritisierten, dass es absurd sei, Gespräche am runden Tisch im Gefängnis zu führen.

Tagesschau, 11.10.2020, 19:30 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Wenn Schlaege das einzige Argument einer Regierung sind ist es Zeit, selbst fuer die Schlagenden, nachzudenken... denn wenn das Volk geschlossen aufsteht koennten die Schlaege zurueckgegeben werden, mit Zins und Zinseszins...
  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Interessant, jetzt wo es regnet in Minks, war von weniger Demonstranten die Rede, als an den Sonntagen zuvor, ohne aber eine Zahl zu nennen, wo man aber davor bei schönem Wetter immer Zahlen präsentieren konnte.
    1. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Wozu so kompliziert? Sagen Sie lieber, was Sie an dieser Diktatur so toll finden:
      Die Wahlfälscherei? Die Prügelei der Staatsmacht? Die Gewalt in den Gefängnissen? Die Zensur und unterdrückte Meinungsfreiheit?
      Oder halt eben doch die Abhängigkeit der Diktatur von Russland?
      Hm...?
  • Kommentar von Brigitte Pozner  (Elefant27)
    Es ist einfach schlicht unfassbar, diese Gewalt am eigenen Volk, diese Macht Demonstration eines macht besessenen Mannes, dass das Heute so noch möglich ist, da gefriert einem das Blut in den Adern. Wenn das so weiter geht, nicht nur in Belarus, dann wird das Covid-19 und der Klima Wandel das geringere Problem sein für unsere Erden Zukunft.
    1. Antwort von André Piquerez  (Nemesis1988)
      Ich finde es auch extrem beunruhigend was sich in Weissrussland abspielt. In so vielen Ländern ist es so und ich finde das so schrecklich, diese Negativität überall diese Machtbesessenheit, überall Waffen. Erdogan ist einer der Schlimmsten. Aber auch Bolsonaro, Trump, Putin, Chinas Regierung... Wer wählt diese Leute? Dieses Leid überall auf der Welt. Ich habe das Gefühl seit ca. 2000 wird es nicht besser, es wird schlechter und wenn es so weitergeht steuert die Welt auf einen 3. Weltkrieg zu...
    2. Antwort von Michi Leemann  (mille)
      André, wer die wählt? So eine Sache mit dem Wählen...

      Belarus: gefälschte Wahlen, Opposition unterdrückt und neutrale Beobachter nicht zugelassen.

      Türkei: unsichere Wahlen, Opposition unterdrückt und neutrale Beobachter nicht zugelassen.

      Brasilien: Medienpropaganda. Populismus in Reinkultur.

      Russland: unsichere Wahlen, Opposition unterdrückt.

      USA: Wahlmännersystem (Bush & Trump hatten keine Volksmehrheit) und Gerrymandering. Populismus pur.

      China: Keine Wahl, die Partei wählt.
    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Ach A. P.
      Sie sind aber auch ziemlich festgefahren bezüglich Bösewichte dieser Welt.
      Klar ist schlimm & grässlich, was die Regierung L. da den Menschen antut.
      Aber schauen Sie sich Nachrichten an.
      Auch in "Demokratien" kommt es immer häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten & Regierungen.
      Dabei kommt mir immer "s'Zundhölzli" von Mani Matter in den Sinn.
      Irgendwo fängt es an - der Funke springt über auf andere Länder.
      Und nein, das ist kein Whataboutissmus.
    4. Antwort von André Piquerez  (Nemesis1988)
      Ich wollte damit einfach sagen dass es beunruhigend ist, dass überall auf der Welt sehr schlechte Menschen in Machtpositionen sind. Wenn solche boshafte Leute Präsident werden wollen sie natürlich die alleinige Macht und versuchen das System autoritär zu machen und die Medien und Wahlen zu manipulieren usw. Was China anbelangt, ich weiss dass dort Demokratie praktisch inexistent ist und die Regierung eine viel zu grosse Macht hat. China ist sicher eine der grössten Gefahren für die Welt...