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Untersuchungen im Fall Nawalny Russische Staatsanwaltschaft: «Kein Hinweis auf Verbrechen»

  • Laut der russischen Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen gegen Alexej Nawalny.
  • Die Polizei in Russland untersuchte Nawalnys Hotelzimmer in Tomsk in Sibirien, sowie Wege und Strassen, die er entlang ging.
  • Über 100 Gegenstände wurden beschlagnahmt und untersucht sowie Bilder von Überwachungskameras ausgewertet.
  • Die Polizei erklärt, sie habe keine Spuren von Betäubungsmitteln gefunden.
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Archiv: Berliner Ärzte vermuten Giftanschlag auf Nawalny
Aus Tagesschau vom 24.08.2020.
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Die russische Staatsanwaltschaft hat Deutschland um Informationen über die Diagnose von Alexej Nawalny gebeten, nachdem das Berliner Universitätsspital Charité zahlreiche Tests durchgeführt hat.

Dazu wurde Deutschland um Rechtshilfe gebeten und die Behörden hätten sich bereit erklärt, mit Russland zusammenzuarbeiten. Man habe bislang keine Hinweise auf ein Verbrechen gegen Nawalny gefunden, hiess es von russischen Polizei-Behörden.

Auch das russische Innenministerium führt Untersuchungen zur Erkrankung des prominenten Kremlkritikers Nawalny durch. Die Polizei habe darum Ermittlungen eingeleitet. Dabei wurden über 100 Gegenstände beschlagnahmt, die möglicherweise als Beweis dienen könnten, hiess es von russischen Polizei-Behörden. Auch Überwachungskameras seien ausgewertet worden. Ausserdem habe es mehr als 20 forensische Studien gegeben.

Im Moment wurden keine stark wirkenden Mittel oder Drogen gefunden.
Russische Polizei-Behörden

Nachforschungen in Sibirien

Nawalnys Hotelzimmer in der sibirischen Stadt Tomsk sei untersucht worden wie auch Wege und Strassen, wo sich Nawalny aufgehalten habe, teilten die Polizei-Behörden der Agentur Interfax mit. «Im Moment wurden keine stark wirkenden Mittel oder Drogen gefunden.»

Nawalny hatte sich zu einer politischen Reise in Sibirien aufgehalten. Vor dem Rückflug nach Moskau trank er einen Tee – wenig später verlor er im Flugzeug das Bewusstsein.

Nach einer Notlandung wurde er in Omsk ins Spital gebracht. Russischen Ärzte bestritten, dass Nawalny vergiftet wurde. Sie sprachen lediglich von einer Stoffwechselstörung, sein Zustand sei stabil.

Nawalnys Ehefrau Julia wandte sich darauf an Präsident Wladimir Putin und bat um eine Ausreiseerlaubnis.

Deutsche Ärzte sprechen von Vergiftung

Seit Samstag befindet sich Nawalny in Deutschland. Er liegt im Berliner Universitätsspital Charité im künstlichen Koma. Die Ärzte haben Hinweise auf eine Vergiftung festgestellt; klinische Befunde weisen darauf hin. Unklar ist aber noch, um welchen Stoff es sich handelt.

BKA-Polizisten vor Spital Charité
Legende: Deutsche Polizeibeamte stehen vor der Einfahrt zum Universitätsspital Charité, wo der russische Oppositionelle Nawalny behandelt wird. Keystone

Nach Angaben der Charité deuten die ersten Untersuchungen auf eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer hin, die bei Nawalny gefunden wurde. Die Wirkung des Giftstoffs wurde mehrfach in unabhängigen Laboren nachgewiesen. Um welche Substanz es sich genau handelt, ist unklar.

Auch Nawalnys Team vermutet, dass der 44-Jährige vergiftet wurde. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Putin. Auf ihn wurden schon mehrere Anschläge verübt. Auch die Charité in Berlin wird derzeit von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) bewacht.

Die deutsche Bundesregierung, die EU und die USA fordern eine Untersuchung des Vorfalls, dessen Umstände noch nicht geklärt sind. Laut der russischen Polizei laufen bereits seit einer Woche Voruntersuchungen.

Tagesschau, 24.08.2020, 19:30 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Mark Altheer  (Mark_Altheer)
    Krim, MH17, Skripal, etc. etc. Was kommt als Nächstes? Alles kein Zufall. Putin zementiert seine Macht.
    1. Antwort von Arnold Weiss  (A.Weiss)
      Grundsätzlich haben Sie wohl recht. Fairerweise muss man sagen, dass MH17 nicht direkt auf Putins Konto geht, sondern auf die Kappe der Pro-russischen Rebellen. Russland hat bei MH17 lediglich die Täterschaft gedeckt ziemlich viele Nebelpetarden verschossen.
    2. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Sie zählen hier alles Fälle auf, die vom Westen so dargestellt werden. Die Krim wird als Sezession betrachtet, bei Skripal gibt es viel Powerpoint aber keine Beweise und bei MH17 sitzt die Kriegspartei mit Vetorecht in der Untersuchungskimmision und sämtliche Radar- und Funkaufzeichnungen gingen verloren. Ach ja, die russischen Radaraufzeichnungen wurden nichteinmal ausgewertet.

      Das sind rechtsstaatliche Verfahren der heutigen Zeit.
  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Für die Verhältnisse bei SRF ein sehr neutraler Bericht über die Geschehnisse rund um Nawalny. Es wäre zu wünschen sie bleiben auf dieser Linie und Stützen sich weiterhin auf Fakten, verzichten auf eigene Spekulationen und kennzeichnen Spekulationen als solche.
    Danke
    1. Antwort von Manuel Sutter  (Manuell)
      Genau das habe ich auch gedacht!
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Laut der russischen Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen gegen Alexej Nawalny." Genau. Der Navalny hat Tee mit Kerosin verwechselt. Da wird jedem übel!