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Bericht zu Todesfällen in irischen Heimen veröffentlicht
Aus Nachrichten vom 13.01.2021.
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Untersuchungsbericht 9000 Kinder starben in irischen Mutter-Kind-Heimen

Die Sterblichkeitsrate in den religiös geführten Institutionen war rund doppelt so hoch wie im Rest des Landes.

In Irland sind im letzten Jahrhundert rund 9000 Kinder in sogenannten Mutter-Kind-Heimen gestorben. Das steht im Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission, der am Dienstag in Dublin veröffentlicht wurde.

Der Bericht vervollständige das Bild der irischen Gesellschaft in der Mitte des letzten Jahrhunderts, sagt der in Irland lebende frühere Grossbritannien-Korrespondent von SRF, Martin Alioth. In diesen Heimen seien unverheiratete Frauen mit ihren Kindern untergebracht worden: «Es waren ausschliesslich uneheliche Kleinkinder. Es gab keine Jugendlichen in diesen Heimen.»

Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern

Diese Kinder seien dann entweder illegal zur Adoption in die Vereinigten Staaten exportiert worden, vielleicht sogar verkauft, so Alioth, oder an Pflegeeltern weitergegeben worden. «Der Bericht spricht von etwa 57'000 unehelichen Kindern im Zeitraum zwischen 1922 und 1998, die in diesen Heimen geboren wurden.»

Der Premier mit Akten unter dem Arm
Legende: Premierminister Micheal Martin auf dem Weg zur Präsentation des Berichts der Untersuchungskommission zu den Todesfällen in irischen «Mother and Baby Homes» (CIMBH) in Dublin. Keystone

Die Sterblichkeitsrate unter diesen Kindern sei sehr, sehr hoch gewesen – «mehr als doppelt so hoch wie ausserhalb der Mauern dieser Heime».

Die Mutter-und-Kind-Heime wurden von religiösen Organisationen geführt und standen unter Kontrolle der irischen Regierung. Es habe an professionellem Personal gefehlt, hält der Bericht fest. Hinzu kam eine generelle Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Kinder.

Video
Aus dem Archiv: Irland arbeitet grausigen Heimskandal auf
Aus Tagesschau vom 06.06.2014.
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SRF 4 News, 13.01.2021, 10:00 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Theo Schneider  (TeeS)
    Einmal mehr ein Armutszeugnis für die unzähligen unmenschlichen Taten, welche die katholische Kirche auf ihrem Buckel hat. Aber wen sollte es schon erstaunen? Die allermeisten Religionen reagieren mit Gewalt und Lebensfeindlichkeit auf alles, was ausserhalb der erwarteten Norm liegt. Diese dunkle Seite haben wir Menschen bisher noch nicht überwunden und sind noch meilenweit davon entfernt, dass es substanziell besser wird.

    Mein Fazit: Glaube ja, Religion nein
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  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Hat lange, sehr lange, gedauert bis sich die irische Regierung zu einer Entschuldigung für ihre Mitverantwortung durchgerungen hat. Treibende Kraft und hauptverantwortlich für diese schändlichen Zustände ist und bleibt aber die in Irland damals allmächtige kath. Kirche. Aus diesen Kreisen kommt aber niemals ein Schuldeigeständnis. Passt genau zum Bild das ich von diesem Verein habe.
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  • Kommentar von Daniel Widmer  (Unabhängiger)
    Schon sehr auffällig, wie sich dieser Artikel vom Tagesschau-Bericht unterscheidet! Dort bekommt man den Eindruck, die Kirche wäre an allem Schuld... und auch ziemlich heuchlerisch: all die toten Kinder werden betrauert, die angeblich wegen der Kath. Kirche sterben mussten. Auf der anderen Seite jubelt das SRF, wenn Frauen nun legal in Irland ihre ungewollten Kinder abtreiben, töten dürfen! Wenn sich da die Kirche für den Schutz der Ungeborenen einsetzt, ist es auch nicht recht. Scheinheilig!
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    1. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      Diese toten Kinder, die der Obhut der heiligen Institution übergeben wurden und dann gestorben sind, mit dem Recht der Frau auf Selbstbestimmung und somit auch Abtreibung zu vergleichen, ist bestenfalls zynisch.
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