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Legende: Audio Franco Battel: Der Papst selbst holte Pell nach Rom abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
02:36 min, aus Rendez-vous vom 26.02.2019.
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Urteil zu Kindsmissbrauch Mit Pell holte sich der Papst neue Probleme nach Rom

Bei Personalentscheiden griff Papst Franziskus immer wieder grob daneben. So holte er aus Chile und aus Honduras zwei Kardinäle in sein Beratergremium, denen in ihrer Heimat Bestechlichkeit beziehungsweise Vertuschung von sexuellen Missbräuchen vorgeworfen werden.

Besonders schwer aber wiegt der Fall George Pell. Der Papst holte Pell 2014 aus Australien nach Rom. Franziskus sah in Pell einen Mann, der aufräumen, der Licht in die verworrenen, undurchsichtigen Finanzen des Kirchenstaats bringen würde. Doch schon 2014 war klar, dass der Papst sich mit Pell nicht die Lösung eines Problems, sondern vielmehr viele neue Probleme nach Rom geholte hatte. Denn schon damals stand fest, dass Pell in seiner Heimat vorgeworfen wurde, er habe in seiner Heimat von sexuellen Übergriffen durch Priester gewusst.

Der Papst und Pells Kardinalswürde

Später kam der Vorwurf dazu, Pell selbst habe zwei Jugendliche sexuell missbraucht. Warum der Papst trotz dieses Wissens Pell nach Rom holte und jahrelang im Amt behielt, bleibt vollkommen unverständlich.

Nun steht der Papst vor einer äusserst schwierigen Frage. Pell wurde erstinstanzlich verurteilt. Er wird sicher Berufung einlegen. Soll Papst Franziskus Pell trotzdem, sozusagen präventiv, die Kardinalswürde entziehen? Tut er es, handelt er sich den Vorwurf ein, Pell durch diese Degradierung vorzuverurteilen. Zögert er aber und belässt Pell den purpur-roten Kardinalshut, dann werden die Opferverbände ihm einmal mehr Zaudern oder gar Täterschutz vorwerfen.

Doch das ist nur eines der vielen Probleme des Papstes. Franziskus beförderte zum Beispiel Mario Delpini zum Erzbischof von Mailand. Auch da: Der Papst hätte wissen müssen, dass Delpini als Weihbischof einen Priester lediglich von einer Pfarrei in die nächste versetzt hatte, obwohl dieser Priester Jugendliche missbraucht hatte. Die italienischen Opferverbände werfen dem Erzbischof von Mailand deshalb Vertuschung vor. Sie fordern seine Absetzung. Die Liste solcher Fälle liesse sich verlängern.

Verdüstertes Pontifikat

Jener Abend im März 2013, als Papst Franziskus auf die Loggia des Petersdoms trat und das wartende Volk mit seinem schlichten «Buona Sera» begeisterte, geht immer mehr vergessen. Das düstere Thema des Missbrauchs breitet sich immer mehr über diesem Pontifikat aus.

Andere Anliegen dieses Papstes, etwa der Umweltschutz oder die Solidarität mit Migranten, werden in den Hintergrund gedrängt.

Franco Battel

Franco Battel

Italien-Korrespondent, SRF

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Franco Battel ist seit Anfang 2015 SRF-Korrespondent in Rom. Davor war er als Auslandredaktor für Italien, Mexiko, Zentralamerika, Kuba und Liechtenstein verantwortlich. Er berichtete zudem vom UNO-Sitz in Genf.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Was mich sehr stört an diesem sogen. Zölibat, ist die Forderung der sexuellen Enthaltsamkeit und was darunter zu verstehen ist - nie hört man etwas davon in allen Gesprächen die nun aufgrund der Vorfälle an das Licht kommen. Was darf ein junger Geistlicher bezüglich Sex als Ventil benützen ? Darf er zu einer Prostituierten gehen ? Ist Selbstbefriedigung zugelassen ? Darf er in seiner Not eine Frau oder einen Mann lieben ? Wie werden diese Kirchenmänner mit der 2.grössten Kraft fertig ?
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  • Kommentar von guido bachmann (nursa nair)
    Der Pfad zur Metanoia läge begehbereit offen. Wer hat den Mut und die Kraft, erste Trittsiegel zu setzen?
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Das Ganze schreit zum Himmel! Massenhafter Kindsmissbrauch, vergewaltigte Nonnen, Diskriminierung der Frauen, die keine Pristerämter übernehmen dürfen, ein Völlig überholtes, widernatürliches Zölibat, Verbot von Verhütungsmitteln beim Weltproblem Nr 1 Überbevölkerung, das auch für Armut und Umweltverschmutzung mitschuldig ist, Ächtung von Geschiedenen etc und eine ungeheuerliche Anhäufung von Reichtum im Vatikan. Und da wird überhöht von Vertretern Gottes gesprochen?!
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Und da wird überhöht von Vertretern Gottes gesprochen?!.. ja sicherlich korrekt... vom Gott der Macht und Gott des Reichtum..
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    2. Antwort von Christophe Bühler ((Bühli))
      Das Problem ist das Zölibat! Beim Lesen der Bibel (Markus, Johannes) stelle ich fest, das Jesus Rabbi genannt wird. Rabbis sind, aber tatsächlich verheiratet. Da scheint es mir auch im Bezug auf die Kirchengeschiche seltsam und unnatürlich, dass Priester im Zölibat leben sollen. Meiner Meinung nach wurde das Zölibat eingeführt, als die Kirche feststellte, dass sie weniger oder keine Pfründe mehr aus einer Pfarrei erhielt, wenn Priester verheiratet wären.
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