Erste Kaufüberlegungen nach Alaska-Erwerb
Nachdem die Amerikaner 1867 Alaska dem russischen Zaren abgekauft haben, wollen sie auch Grönland und Island von Dänemark erwerben. Die Interessen sind damals ähnlich: Kontrolle des Nordatlantiks, Zugang zu Rohstoffen und eine stärkere Position gegenüber europäischen Mächten. Es kommt jedoch nie zu einem offiziellen Angebot.
Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wird Dänemark von Deutschland besetzt. Grönland beschliesst 1940, die unter deutscher Macht stehende dänische Regierung nicht mehr anzuerkennen. Von da an verwaltet sich Grönland de facto selbst und bittet die USA um Hilfe. Die Amerikaner senden Versorgungsschiffe, was die Grönländer vor dem Verhungern bewahrt. Im Gegenzug dürfen die USA Wetterstationen und Luftstützpunkte auf der Insel errichten. Auch einen Flughafen lassen die Amerikaner bauen, von dem aus die Bomberflotten Richtung Europa aufbrechen.
Offizielles Kaufangebot der USA
Grönland gewinnt für die militärische Luftfahrt immer mehr an Bedeutung. Die USA erkennen dies und schlagen 1946 vor, die Insel zu kaufen. Es ist der Beginn des Kalten Kriegs, und die Angst vor sowjetischem Einfluss in der Arktis ist gross. Der damalige US-Präsident Harry S. Truman bietet Dänemark 100 Millionen US-Dollar in Gold an. Doch Dänemark lehnt ab. Das Land betrachtet die Insel als unverkäuflichen Teil des Königreichs.
Verteidigungsabkommen statt Kauf
Während des Kalten Kriegs bauen die Amerikaner immer mehr Militärstützpunkte auf der Insel. Die Arktis wird zu einer der wichtigsten strategischen Zonen. Denn die kürzeste Flugroute für sowjetische Bomber in Richtung USA führt über den Nordpol. Im Jahr 1951 unterzeichnen die USA und Dänemark ein bilaterales Verteidigungsabkommen. In der Folge dürfen die Amerikaner weitere Militärbasen einrichten, die wichtigste davon ist die Thule Air Bas. Später bekannt als Pituffik Space Bace, ist sie heute die einzige noch betriebene Militäranlage der USA auf Grönland.
Neues Interesse im 21. Jahrhundert
Nach dem Ende des Kalten Kriegs verliert Grönland zunächst an Aufmerksamkeit. Dies, bis die Folgen des Klimawandels in der Arktis immer sichtbarer werden. Durch das Abschmelzen des Eises eröffnen sich neue Seewege, und schwer erreichbare Rohstoffe werden zugänglicher. Rund 80 Prozent der Insel sind durch Eis bedeckt. Darunter werden reiche Rohrstoffvorkommen vermutet – vor allem Seltene Erden. Die USA sehen ihre Chance, um vom chinesischen Markt unabhängiger zu werden. Zudem wollen sie sich die Kontrolle der Arktis gegenüber den zwei Grossmächten China und Russland sichern. Die Vorgänger Trumps weiten ihren Einfluss auf Grönland aus, indem sie auf wirtschaftliche Kooperationen, Diplomatie und Militärpräsenz setzen.
Donald Trumps Kaufidee
Im Jahr 2019 äussert Trump erstmals öffentlich den Wunsch, Grönland zu kaufen. Für ihn ist Grönland nicht nur strategisch, sondern auch wirtschaftlich interessant – nicht zuletzt als «grosser Immobilien-Deal». Zu dieser Zeit baut Russland seine Militärpräsenz in der Arktis aus, und zwischen China und den USA eskaliert ein Handels- und Technologiekonflikt. Auch wenn es kein offizielles Kaufangebot gibt, reagieren Dänemark und Grönland bestürzt. Schon damals ist der Tenor: «Grönland steht nicht zum Verkauf».