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Amy Klobuchar – Kandidatin mit Schweizer Wurzeln
Aus 10vor10 vom 12.02.2020.
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US-Präsidentschaftskandidatin Amy Klobuchar – Pragmatikerin mit Biss und Schweizer Wurzeln

Die Demokratin überrascht bei den Vorwahlen. Wer ist die Kandidatin, die aus dem Schatten ihrer Mitstreiter tritt und in die Favoritengruppe aufsteigt?

«Hallo Amerika, ich bin Amy Klobuchar und ich werde Donald Trump besiegen»: Die 59-jährige Senatorin von Minnesota freut sich am Dienstagabend vor einem Meer grüner Fahnen über ihren dritten Platz in New Hampshire. Und gibt sich entschlossen, ihr siegreiches Momentum in den kommenden Wochen zu nutzen.

Entschlossen und hartnäckig – so tritt Amy Klobuchar gern auf. Sie habe das Wort «grit» (zu dt. Biss) neu definiert, sagt sie während Ihrer Rede in Concord. Sie sei zurückgekommen und habe Resultate geliefert: «Amerika verdient eine Präsidentin, die genauso widerstandsfähig ist wie seine Bürger.»

Amy Klobuchar
Legende: Amy Klobuchar gilt als freundlich und zum Scherzen aufgelegt. Einige Mitarbeiter bezichtigten sie aber auch hartem und barschem Verhalten. Für die Fluktuation ihrer Kampagnen-Mitarbeiter erntete sie Kritik. Reuters

Das Sinnbild des amerikanischen Traums

Amy Klobuchar ist Juristin und gehört seit zwölf Jahren dem US-Senat an. Geboren in Plymouth, studiert sie nach der Highschool Politikwissenschaften an der Yale Universität und anschliessend Rechtswissenschaften in Chicago. Ihre Grosseltern mütterlicherseits stammen aus der Deutschschweiz. Als praktizierende Anwältin war sie nach dem Studium auch als Beraterin für den früheren US-Vizepräsidenten Walter Mondale tätig. 2007 wird sie schliesslich als erste Frau in Minnesota in den Senat gewählt.

Sie habe keine politische Maschine hinter sich und sei auch nicht reich geboren worden, sagte sie vor Anhängern in Minneapolis. Aber sie habe Familie, Freunde und Mut.

Ich stehe heute vor euch – als Enkeltochter eines Bergarbeiters, als Tochter einer Lehrerin und eines Zeitungsmanns.
Autor: Amy KlobucharDemokratische Präsidentschaftskandidatin

Trotz Elitestudium präsentiert sie sich gern volksnah, wie bei der Verkündung ihrer Präsidentschaftskandidatur im 2019 : «Ich stehe heute vor euch – als Enkeltochter eines Bergarbeiters, als Tochter einer Lehrerin und eines Journalisten.»

Amy Klobuchar mit Schnee in den Haaren
Legende: Trump bezeichnete Klobuchar bei der Verkündigung ihrer Kandidatur als Schneemann. Sie konterte: «Ich frage mich, wie seine Haare einem Sturm standhalten würden.» Keystone

Sie schlägt so in die Kerbe des amerikanischen Traums – auf den auch der amtierende US-Präsident Trump gern referenziert, der erst kürzlich am WEF verkündete, «der amerikanische Traum ist zurück». Zugleich separiert sie sich dadurch vom reichen Establishment, das Hillary Clinton anhaftete. Sie sieht sich als moderne Liberalistin, setzt sich für die freie Wahl bei Abtreibung ein, unterstützt LGBT-Rechte sowie das Gesetz für erschwingliche Pflege (PPACA) und kritisiert den Irak-Krieg.

Siegt die moderate Alternative?

Klobuchar ist politisch erfahren und gemässigt. Während ihres Wahlkampfs hat sie immer wieder betont, dass ein überparteilicher Ansatz die beste Chance der Demokraten ist, ins Weisse Haus einzuziehen. Sie stamme aus einer Region der Vereinigten Staaten, die die Demokraten unbedingt zurückgewinnen müssen, wenn sie gegen Donald Trump gewinnen wollen: dem ländlichen und arbeiterorientierten Mittleren Westen.

So politisiert sie auch mit parteiübergreifenden Themen. Im Mai veröffentlichte sie einen 100-Milliarden-Dollar-Plan zur Bekämpfung der Drogen- und Alkoholabhängigkeit und zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung. Ein Thema, das ihr auch persönlich am Herzen liegt – ihr Vater ist Alkoholiker. Einige Wochen später enthüllte sie eine Liste von mehr als 100 Massnahmen, die sie in ihren ersten 100 Tagen als Präsidentin ergreifen würde, wenn sie gewählt würde.

Amy Klobuchar, die Pragmatikerin, die Dinge anpacken will. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sie als moderate Alternative eine reelle Chance hat.

Tagesschau, 12.02.2020, 12.45 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Es sind nicht wir, die im November den nächsten US Präsidenten wählen. Wir müssen mit ihm auch nicht innenpolitisch leben, sondern die Amerikaner. "Die Frage ist nicht ob Trump gut oder schlecht ist, für die USA, sondern was uns die Alternative bietet!" sagte ein Trumpwähler, der nie von Trump überzeugt war. Dass solche Wechselwähler Sanders wählen ist schlicht nicht vorstellbar. Die moderaten Demokraten sind zersplittert und die Gefahr besteht, dass die Mitte und damit die Wahl verloren geht.
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  • Kommentar von Kurt Wirz  (kuwi)
    Es gäbe so viel zu reparieren und zu bereinigen. Diese Liste ist endlos. Die USA werden auf der ganzen Welt als arrogant, überheblich, aggressiv und erpresserisch angesehen und genau so verhält sich die derzeitige Regierung auch. Das ist eine Herkulesaufgabe für den / die künftige/n Präsident/in. Eine Frau wäre da vielleicht genau die richtige Lösung.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      "Die USA werden auf der ganzen Welt als arrogant, überheblich, aggressiv und erpresserisch angesehen..." - dass dies bei Vielen erst bei dieser Regierung auffällt, trotz allen völkerrechtswiedrigen Krigen, Putsch, Folteraktionen, Desinformationskampagnen usw. unter den früheren Regierungen, ist bemerkenswert und erschreckend zugleich. Aber immerhin...
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    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      H.Bernouilli. Hören sie auf mit diesem Unsinn. Seit den sechziger Jahren wurde die Politik der USA kritisiert, sogar innerhalb des Staates.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @R. C.: Unsinn? Vergleich Kritik an der Regierung DT und den Vorgängerreierungen und wieviel Länder jeweils zerstört wurden. Erschreckend, wie wenig US-Regierungen vor Trump für ihre Verbrechen kritisiert wurden aber nun soll DT der besonders schlechte Präsident sein?
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  • Kommentar von Thomas Bünzli  (Tumasch)
    Ist doch toll, wie derzeit Amy Klobuchar ( und Pete Buttigieg ) frischen und neuen Wind reinbringen - ein Wind, der den derzeitigen Mief im Weissen Haus im November schön rauspusten wird. Die orchestrierte Kampagne der Rep's ( und irgendwelcher Trolle ??! ) gegen Biden und Warren sind ins Leere gelaufen - jetzt stehen bei den Dems frische Menschen mit guten Ideen am Start, neben denen der derzeitige Präsident einfach uralt aussieht!
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    1. Antwort von Johann Romeo  (gioviro)
      Der einzige Kandidat mit Siegchance, welcher wirklich frischen Wind bringt, ist Bernie Sanders. Pete, Amy und Biden würden einfach auf Obama Niveau weitermachen.
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    2. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      @ Romeo: Sanders wäre auch für mich eine gute Möglichkeit, aber definitiv nicht die einzige. Es geht aber um die Wahlchancen, und da hat Bernie Sanders vielleicht die schlechteren Karten ( auch wenn viele Junge ihn unterstützen ). Und ob Buttigieg oder Klobuchar ähnlich wie Obama arbeiten würden, ist einfach eine unbewiesene Behauptung. Übrigens wäre sowieso jedes Niveau ohne Trump besser!
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    3. Antwort von Johann Romeo  (gioviro)
      @ Bünzli
      Ich weiss nicht, woher Sie Ihre Infos haben. Jedenfalls zeigen die Polls das Gegenteil. Und bitte nicht die Mainstream Medien beachten. Was die gegen Bernie Werbung machen, ist einer Demokratie nicht würdig. Sanders ist der einzige dem Trump nicht etwas schmutziges oder sonst was vorwerfen kann. Es gibt schlicht nichts bei Sanders. All die anderen Kandidaten zerpflückt Trump innert Minuten. Trump wird die records der Kandidaten nehmen und ihnen um die Ohren schmettern.
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