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Allfälliger Rückzug von Biden Wer könnte für die Demokraten in den Wahlkampf einsteigen?

Die Demokraten haben sich heute im Kongress getroffen. Gesprächsthema war Biden, aber es dürften auch andere Namen gefallen sein. Wer wird als mögliche Alternative zu Biden gehandelt? Ein Überblick.

Darum geht es: Im US-Wahlkampf gibt die Präsidentschaftskampagne von Joe Biden zu reden. Und zwar erst recht nach Bidens Auftritt bei der ersten TV-Debatte zwischen ihm und Donald Trump von Ende Juni. Der Präsident liess Zweifel an seiner Regierungsfähigkeit aufkommen. Darüber haben sich Berichten zufolge auch demokratische Abgeordnete bei ihrem heutigen Treffen in Washington unterhalten. So wird derzeit ebenfalls mehr oder weniger offen über mögliche Nachfolgerinnen von Biden nachgedacht.

Kamala Harris: Die natürliche Nachfolge wäre Vizepräsidentin Kamala Harris. Die 59-Jährige ist allerdings unpopulär und dürfte kaum die erste Wahl sein. Ob sie freiwillig Platz machen würde, ist völlig offen. «Kamala Harris hat das Problem, dass viele Wähler enttäuscht sind», sagt Politologin und USA-Expertin Claudia Brühwiler. «Sie haben sich vorgestellt, mit der ersten schwarzen Frau im Weissen Haus als Vizepräsidentin würden ganz viele neue Impulse kommen, weil man den Spielraum dieses Amtes überschätzt hat. Dieser ist sehr gering. Viele denken deshalb, sie habe gar nichts gemacht.»

Frau in blauer Kleidung spricht in Mikrofone und hebt die Hand.
Legende: Vizepräsidentin Kamala Harris spricht während einer Wahlkampfveranstaltung am 28. Juni 2024 in Las Vegas. Keystone/AP Photo/Ronda Churchill

Gavin Newsom: Ein Name, der immer wieder gefallen ist. Der 56 Jahre alte Gouverneur des liberalen Bundesstaats Kalifornien schielt schon länger aufs Weisse Haus. Doch ob der eloquente Vollblutpolitiker, der einst Bürgermeister von San Francisco war, bei der ländlichen Bevölkerung punkten könnte, ist fraglich. Er hat laut Brühwiler allerdings das nötige parteiinterne Standing: Er sei der Erste gewesen, der zur TV-Debatte zwischen Biden und Trump interviewt wurde und habe «sich da schon ziemlich präsidial gezeigt, indem er Joe Biden nach wie vor seine Unterstützung zugesichert hat und auch versucht hat, die positiven Seiten der Debatte aufzuzeigen.»

Mann im Anzug spricht mit Mikrofonen umgeben von Menschen.
Legende: Gouverneur Gavin Newsom spricht zu Medienschaffenden nach der Präsidentschaftsdebatte zwischen Präsident Joe Biden und Donald Trump am 27. Juni 2024 in Atlanta. Keystone/AP Photo/John Bazemore

Gretchen Whitmer: Auch die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaats Michigan wird seit Wochen als Option genannt. Die Juristin kann eine lange Karriere in der Politik vorweisen und zählt zum Führungszirkel der Demokratischen Partei. Wegen ihrer verhältnismässig strikten Coronapolitik ist sie wiederum zu einem Feindbild vieler Mitglieder der republikanischen Partei geworden.

Frau in blauem Blazer lächelt vor städtischem Hintergrund.
Legende: Gouverneurin Gretchen Whitmer am Treffen des Detroit Economic Club am 14. Februar 2024. Keystone/AP Photo/Carlos Osorio

Michelle Obama: Die frühere First Lady und Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama gilt für viele Demokratinnen und Demokraten als Lichtgestalt. Rufe danach, dass die 60-Jährige ins Rennen einsteigen soll, gibt es immer wieder. Sie hat dies stets zurückgewiesen. Obama gilt als nahbar und ist bekannt als feurige Rednerin – allerdings meint Brühwiler: «Sie hat jenseits ihrer Funktion als First Lady keine politische Erfahrung und sie hat auch kein Interesse daran.» Sie habe immer bekundet, wie schwierig sie die Karriere ihres Mannes fand und wie viel Mühe sie mit dem politischen Zirkus hat. «Es bräuchte sehr viel Überzeugungskraft, sie zu einer Kandidatur zu bewegen.» Bislang gibt es keine Anzeichen, dass Obama plötzlich ihre Meinung ändern sollte.

Frau in schwarzem Sakko hält Rede vor farbigem Hintergrund.
Legende: Die ehemalige First Lady Michelle Obama während des Demokratieforums der Obama-Stiftung am McCormick Place, am 3. November 2023 in Chicago. Dass sie bei einem möglichen Rückzug Bidens ins Rennen um die Präsidentschaft einsteigen würde, gilt als sehr unwahrscheinlich. Keystone/Tyler Pasciak LaRiviere/Chicago Sun-Times via AP

Fazit: Viele Beobachter argumentieren, dass eine Alternative zu Biden viel zu kurzfristig sei – rund vier Monate vor der Wahl. Zudem denkt Biden neuesten Äusserungen nach offenbar nicht ernsthaft daran, das Handtuch zu werfen. Die kritischen Stimmen dürften allerdings nicht abnehmen. Ob der Druck dann plötzlich doch nicht zu gross wird, bleibt abzuwarten.

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Legende: SRF

Am 5. November 2024 finden die Kongress- und Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Alle News und Hintergründe dazu finden Sie hier: US-Wahlen 2024.

Video
Archiv: Wer sind die möglichen Biden-Alternativen?
Aus 10 vor 10 vom 28.06.2024.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 46 Sekunden.

SRF Virus, 9.7.2024, 14:30 Uhr ; 

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