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Trumps Steuerreform USA wollen Unternehmenssteuer halbieren

Legende: Video Auswirkungen der US-Steuerreform abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der grössten Steuerreform seit Jahrzehnten will US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft ankurbeln und neue Jobs schaffen.
  • Die Unternehmenssteuer soll von 35 auf 15 Prozent gesenkt werden.
  • Konkrete Angaben zur Gegenfinanzierung machten Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn nicht.
  • Für Privatpersonen soll die Zahl der Steuerstufen von derzeit sieben auf drei sinken, und zwar auf 10, 25 und 35 Prozent.

Massive Steuersenkungen für US-Bürger sowie Unternehmen waren eines von Trumps zentralen Wahlversprechen. Nun gibt es erste Eckpunkte – und grosse Worte.

Vor allem Unternehmen sowie Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen entlastet, das Steuersystem vereinfacht werden. Bei der Besteuerung von Einnahmen, die US-Unternehmen im Ausland erzielen, soll es einen Kurswechsel geben.

Harte Verhandlungen im Kongress

Wie die Steuersenkungen kompensiert werden sollen, wurde nicht kommuniziert. Die Lücken sollen sich automatisch schliessen – dank erhöhtem Wachstum und der Schliessung von Steuerschlupflöchern.

Die Reform solle noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Erwartet werden aber harte Verhandlungen im Kongress. Die geplanten Steuererleichterungen würden den ohnehin strapazierten US-Haushalt belasten und die Staatsschulden in die Höhe treiben. Dies wird von Republikanern klassischerweise nicht gutgeheissen.

Mehr Wettbewerbsfähigkeit

Im Einzelnen sollen die Unternehmenssteuern massiv gesenkt werden, von 35 auf 15 Prozent. Mnuchin sagte, damit solle die Wettbewerbsfähigkeit der US-Firmen erhöht werden. Bisher hätten die USA einen der höchsten Unternehmenssteuersätze.

Legende: Video Düggeli: «Trump will der Wirtschaft schmeicheln» abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.04.2017.

Ausserdem soll es den Vorschlägen zufolge bei der Besteuerung von Einnahmen, welche US-Unternehmen im Ausland erzielen, einen Kurswechsel geben. Das bisherige US-Steuersystem verpflichtet Unternehmen, in den USA Steuern auch auf Gewinne zu entrichten, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Das hat in einem komplexen System dafür gesorgt, dass US-Firmen Gewinne im Ausland horten.

Künftig soll es nach den Reformplänen möglich sein, bereits im Ausland entrichtete Steuern gegen die – dann niedrigere – US-Steuerpflicht aufzurechnen. Mnuchin erhofft sich dadurch, Billionensummen zurückzuholen, die US-Firmen im Ausland parken.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Nebst Trump würde sein ganzes Kabinett zu denen gehören, welche weitaus am meisten von diesen Massnahmen profitieren könnten.
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  • Kommentar von michael altorfer (altorfem)
    Die USA haben eines der kompliziertesten Steuersysteme, sehr hohe Steuersätze, weltweite Besteuerung, massive Fehlanreize. Firmen wandern ab/horten Gewinne im Ausland. Eckpunkte der Reform sind radikal: Territoriale Besteuerung, massive Senkung der Steuersätze für alle, konsequente Vereinfachung der Steuererklärung. Das ist die News, nicht die tendenziöse Unterstellung, das sei nur Show zum 100 Tage Jubiläum. Wir sollten Trump ernst nehmen/überlegen was wir ändern müssen um kompetitiv zu bleiben
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Kompetitiv zu bleiben bedeutet in diesem Zusammenhang im Moment, den Steuerwettlauf mitzumachen, der nur über die tiefsten Steuersätze zu gewinnen ist. Dieser Wettlauf reduziert aber weltweit das Steuersubstrat und beschleunigt damit das Wegbrechen sozialer Netze und Leistungen sowie das Auseinanderdriften der Einkommen. - Ohne globale Mindeststeuersätze (die allerdings Wunschdenken bleiben dürften) ist die Katastrophe programmiert. Es stellt sich nur die Frage, wo sie zuerst aufbricht.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Nah? Hat Herr Jimenez schon den Koffer gepackt?
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