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Newsom am WEF Für Newsom herrscht in den USA Alarmstufe Rot

Donald Trump hat das WEF dominiert. Aber es gibt auch einen Gegenspieler aus den USA, der die Bühne in Davos nutzt, um Trump die Stirn zu bieten: der demokratische Gouverneur Gavin Newsom aus Kalifornien. In Davos zeigt sich deutlich, dass er die Konfrontation mit dem Präsidenten nicht scheut.

Er ist grossgewachsen, seine grau melierten Haare sind nach hinten gekämmt, er lacht viel. Es ist der Auftritt eines smarten Sunnyboys aus Kalifornien. Aber er nutzt Davos, um zu warnen. In den USA herrsche inzwischen Alarmstufe Rot, so Gavin Newsom. Innerhalb von Monaten habe die US-Regierung von Donald Trump autoritäre Züge angenommen.

Ich bin nicht naiv: Sie wollen mich zum Schweigen bringen.
Autor: Gavin Newsom

Er sagt dies in einer Mischung aus Sarkasmus, Wut und Ungläubigkeit. Und diese autoritären Züge zeigten sich inzwischen überall, so der kalifornische Gouverneur: «Ich bin nicht naiv: Sie wollen mich zum Schweigen bringen, sie drohen, den Notenbankchef Jerome Powell strafrechtlich zu verfolgen und setzen das FBI und das Justizministerium gegen Kritiker ein.»

Anlass wurde abgesagt

Beispielhaft für die Entwicklung in seinem Land sei das, was ihm auch in Davos widerfahren sei. Eigentlich sollte Newsom gestern Abend im Pavillon der USA an der Hauptstrasse an einem Gespräch in ungezwungenem Rahmen teilnehmen. Doch auf Druck der US-Regierung sei der Anlass abgesagt worden, ist Newsom überzeugt. Und genauso laufe es inzwischen mit kritischen Stimmen in den USA. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Redefreiheit, alles werde zurückgedreht.

Newsom spricht mit Journalistinnen und Journalisten
Legende: Der Gouverneur von Kalifornien ist in die Schweiz gekommen, um die Welt zu warnen. Keystone/ Gian Ehrenzeller

Selbstredend nutzt Gavin Newsom Davos auch, um sich als möglichen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten ins Spiel zu bringen. So inszeniert er sich auch in den USA. Gleichzeitig hat er in Davos bei jeder Gelegenheit aber auch betont, dass er die Entwicklung in seinem Land nicht einfach wortlos hinnehmen wolle. Und deshalb müsse man jetzt Widerstand leisten.

Es brauchte Jahrzehnte, um Vertrauen aufzubauen. Und es braucht nur einen einzigen Tweet, um es zu zerstören.
Autor: Gavin Newsom

Gleiches gelte auch in der Aussenpolitik. Die sei rücksichtslos und zerstöre alles Vertrauen, das man während Jahrzehnten aufgebaut habe: «Es ist bemerkenswert, mehr als 80-Jahre alte Allianzen zu zerstören. Es brauchte Jahrzehnte, Vertrauen aufzubauen. Und es braucht nur Wochen, Stunden oder Minuten oder einen einzigen Tweet, um es zu zerstören. Zerstörung ist keine Stärke.»

Darum hat Trump zurückbuchstabiert

Und in jedes Mikrofon hat Newsom dasselbe gesagt: Die anderen Staaten müssten einfach entgegenhalten. Das sei nicht so schwer: «Bleibt unnachgiebig. Zeigt Stärke als Antwort auf seine Schwäche.»

Und genau das habe er in Davos gehört. Deshalb habe Donald Trump auch zurückbuchstabiert, bei der Grönlandfrage oder auch bei den zusätzlichen Zöllen, die vorerst vom Tisch sind.

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Rendez-vous, 22.1.2026, 12:30 Uhr;weds

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