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Trump will Grönland Darum geht es bei den heutigen Grönland-Gesprächen

Die grönländisch-dänische Delegation will vorschlagen, dass sich die Nato um die Sicherheit Grönlands kümmern soll.

Worum soll es bei dem Treffen in Washington gehen? Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt wollen den Amerikanern klarmachen, dass die USA keinen Anspruch auf Grönland haben und dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Ursprünglich war ein Gespräch nur mit US-Aussenminister Marco Rubio geplant. Kurzfristig wurde nun mitgeteilt, dass auch US-Vizepräsident J.D. Vance daran teilnehmen wird. Vance gilt als Hardliner und als deutlich wenig diplomatisch.

Lars Lokke Rasmussen
Legende: Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen will Washington in der Grönland-Frage umstimmen. Keystone/Sebastian Elias Uth

Warum will Trump Grönland kontrollieren? Trump begründet sein Interesse mit der strategischen Bedeutung der grössten Insel der Welt. Das weitgehend autonome, aber zu Dänemark gehörende Grönland mit seinen rund 57'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist unter anderem wegen seines Rohstoffreichtums und als Basis für die militärische Kontrolle der Arktis interessant. Zudem könnten sich mit dem Klimawandel neue Schifffahrtsrouten ergeben. Trump verweist zudem auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen.

China ist im hohen Norden präsent

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Der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, Alexus G. Grynkewich, sagte jüngst zu möglichen Bedrohungen Grönlands durch China, das Land trete im hohen Norden immer aggressiver auf. So schickten die Chinesen Forschungsschiffe in die Region, die dann unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militärische Erkundungen vornähmen. In der jüngsten eisfreien Jahreszeit seien Schiffe ausserordentlich lange vor der Nordküste Alaskas geblieben. Zudem gebe es gemeinsame Patrouillen mit den Russen.

Kann die Nato, die Sicherheit Grönlands garantieren? Das ist eine der Ideen, um die aktuelle Diskussion zu entschärfen. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen «Arctic Sentry» (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Zwei Männer mittleren Alters neben US-Flaggen
Legende: Marco Rubio (US-Aussenminister) und J.D. Vance (US-Vizepräsident) treffen auf die Delegation aus Dänemark und Grönland. Reuters/Kevin Lamarque/Archiv

Hat der Vorschlag Aussichten auf Erfolg? Das ist unklar. Für einen Nato-Einsatz müssten alle Alliierten zustimmen. Es stellt sich auch die Frage, ob es den USA bei ihrem Interesse an Grönland weniger um Sicherheit als um Rohstoffe geht. In diesem Fall dürfte ein Nato-Einsatz die Grönland-Debatte nicht beenden. Dafür spricht, dass die Dänen nichts gegen eine US-Militärpräsenz auf der Insel haben. So betreiben die USA schon heute auf Grundlage von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf der Insel. Dieser Stützpunkt unterstützt unter anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraum­überwachungsmissionen.

Europa sorgt sich nach Trumps Drohung

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Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschliesst, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für grosse Beunruhigung. Als wahrscheinlich gilt aber, dass die Amerikaner dies nur als Drohkulisse einsetzen, um die Insel kaufen zu können. US-Regierungssprecherin Leavitt unterstrich zuletzt erneut, die USA wollten Grönland kaufen, weil andernfalls China oder Russland die Insel womöglich erwerben oder feindlich übernehmen würden. Es läge «nicht nur im besten Interesse der Vereinigten Staaten, sondern möglicherweise auch im besten Interesse Grönlands, Teil der Vereinigten Staaten zu werden», sagte sie.

Was bedeutet der Konflikt für die Nato? Für die Nato ist die Grönland-Debatte höchst brisant. Das Verteidigungsbündnis muss um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied androht, sich durch Zwang Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben – auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas Ansprüche auf Taiwan.

Eine Frau mittleren Alters mit dunklen Haaren.
Legende: Die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt reist mit Rasmussen nach Washington. Keystone/Mads Claus Rasmussen

Was würde das Ausscheiden der USA aus der Nato bedeuten? Für das westliche Verteidigungsbündnis wäre dies ein Super-GAU, weil die Abschreckungskraft der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke der konventionellen Streitkräfte der USA beruht.

Was, wenn die USA sich Grönland mit Gewalt einverleiben sollten? Was dann passieren würde, ist unklar. Sicher ist nur, dass Dänemark nicht den Nato-Bündnisfall ausrufen könnte, weil da auch die USA zustimmen müssten. Dänemark könnte vermutlich auch nicht um die Aktivierung der in den EU-Verträgen enthaltenen Beistandsklausel bitten. Dies wäre nach Einschätzung von ranghohen EU-Beamten nur möglich, wenn Grönland selbst EU-Mitglied wäre. Die Grönländer hatten 1982 für den Austritt aus der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) gestimmt.

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SRF 4 News, 4.01.2026, 06:10 Uhr ; 

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