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«Trumps Herz für Mietende» Wohnkosten in den USA sollen sinken

Der US-Präsident will die Immobilienpreise senken. Was hinter Trumps Taktik steckt, weiss Börsenkorrespondent Korte.

Einfamilienhaus-Kaufverbot für grosse Unternehmen: US-Präsident Donald Trump hat auf seinem eigenen Social-Media-Kanal verfügt, dass institutionelle Anleger keine Einfamilienhäuschen mehr kaufen dürfen. «Der ehemalige Immobilienmogul Donald Trump entdeckt sein Herz für die amerikanischen Mieter», sagt Jens Korte, der Börsenkorrespondent für SRF an der Wall Street, dazu. Es gehe dabei um die grossen Private-Equity-Konzerne, die Einfamilienhäuser kauften, um sie weiterzuvermieten. Das sei ein grosses Geschäft.

Was sind Private-Equity-Gesellschaften?

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Man unterscheidet grundsätzlich zwischen privatem Kapital (Private Equity) und – quasi «öffentlichen», also börsengehandelten Beteiligungen (Public Equity). Eine Private-Equity-Gesellschaft (Kapitalbeteiligungsgesellschaft) investiert typischerweise in Unternehmen, deren Aktien nicht an der Börse gehandelt werden. Oft bleiben diese Private-Equity-Finanzinvestoren lediglich zeitlich begrenzt investiert und verkaufen ihre Beteiligung (beispielsweise an einer Firma in einer Turnaround-Situation) später wieder mit Gewinn. Unterdessen soll das investierte Geld (Privatkapital) helfen, die Firma strategisch weiterzuentwickeln und ihren Wert zu steigern. Private Equity (Pe) im Immobiliensektor bündelt privates Kapital für nicht börsennotierte Immobilienprojekte. Auch hier geht es darum, durch den Kauf und späteren Verkauf, möglichst hohe Renditen zu erzielen.

«Etwas Wahlkampf»: Allerdings sieht Jens Korte diesen Post auf Truth Social eher als Wahlkampfstrategie denn als wirklichen Schritt zur Senkung der Immobilienpreise. «Falls Trump tatsächlich unterbinden könnte, dass Private-Equity-Gesellschaften Einfamilienhäuser kaufen, würde das nicht viel an den Immobilienpreisen ändern. Denn dies betrifft nur etwa 2 bis 3 Prozent des Marktes», so Korte. Bei Mehrfamilienhäusern wäre es etwas anderes, da hätte es eine grössere Wirkung. Trump habe diese Verfügung im Hinblick auf die Midterm-Wahlen, die im November in den USA stattfinden, erlassen, sagt der Experte.

Legende: Screenshot/Truth Social

Aufforderung an Hypothekenunternehmen unter staatlicher Aufsicht: Der US-Präsident schrieb zudem in den sozialen Medien, dass er die Bundesregierung anweise, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Trump sagte, dass die beiden unter staatlicher Aufsicht stehenden Hypothekenunternehmen Fannie Mae und Freddie Mac 200 Milliarden US-Dollar in bar besitzen, die für den Kauf verwendet werden sollen. Auch damit will der US-Präsident die Immobilienpreise senken.

Ein Schild vor einem Haus, auf dem steht: zu verkaufen.
Legende: Für viele sind die Immobilienpreise in den USA fast unerschwinglich geworden. Keystone / Jenny Kanne

Erhöhung des US-Verteidigungsetats: US-Präsident Trump hat ausserdem noch angekündigt, dass sich die grossen Rüstungskonzerne in den USA keine Dividenden auszahlen und keine Aktienrückkäufe vornehmen dürfen. Sie sollen das Geld investieren, in neue Waffen und in die Waffenproduktion. Kurzfristig sanken deshalb die Börsenkurse dieser Unternehmen. Auf Truth Social gab er nach Börsenschluss bekannt, dass er die Ausgaben für die Verteidigung der USA um 50 Prozent erhöhen wolle, auf 1500 Milliarden Dollar. Ob es wirklich so komme, wisse man nicht, sagt Korte. Aber: «Die Reaktion an der Börse ist offensichtlich, die Aktien von Rüstungsgüterkonzernen sind um über sieben Prozent angestiegen.»

Legende: Screenshot / Truth Social

SRF 4 News, 9.1.2016, 7:21 Uhr ; 

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