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Corona-Virus: China schockt mit neuen Zahlen
Aus Tagesschau vom 13.02.2020.
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Verbreitung des Corona-Virus Sprunghafter Anstieg an Infizierten in Hubei

  • Die Zahl der Todesfälle in der chinesischen Provinz Hubei ist nach Behördengaben am Mittwoch deutlich um 242 auf 1310 gestiegen.
  • Zudem seien 14'840 neue Fälle registriert worden. Dies teilte die Gesundheitskommission in Peking mit.
  • Der sprunghafte Anstieg der Neuerkrankungen sei auf ein neues Verfahren bei der Diagnose des Corona-Virus zurückzuführen.

Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Corona-Virus hat sich in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt.

Offizielle Namensgebung

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Die neue Lungenerkrankung bekam am Dienstag einen eigenen Namen. Sie werde nun Covid-19 genannt, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Covid steht für «COrona VIrus Disease». Zugleich erhielt auch das zunächst vorläufig 2019-nCoV genannte neue Coronavirus eine eigene Bezeichnung: Sars-CoV-2. Dessen Namensgeber, ein Team des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren, bezieht sich mit dem Namen Sars-CoV-2 auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus (Sars-CoV), an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren. Die Viren sind Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart.

Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, wurden 242 neue Todesopfer registriert, womit die Gesamtzahl der Toten in der Provinz seit Ausbruch der Krankheit bei 1310 liegt. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg um 14'840 auf nun 48'208 bekannte Fälle.

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, seien die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung «überarbeitet» worden. Patienten seien gemäss der neuen Klassifikation hinzugefügt worden.

Demnach würden seit Donnerstag auch Fälle «klinischer Diagnosen» in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen. Was das genau bedeutet und wie damit der sprunghafte Anstieg in der Statistik zu erklären ist, ist bislang unklar.

Tausende infiziert

Landesweit lagen am Donnerstag zunächst keine neuen Angaben über die Verbreitung des Virus vor. Allein durch die neuen Infektionen in Hubei, wo die Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war, ist die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland aber auf über 59'000 gestiegen.

Peking setzt Verantwortliche ab

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Die Zentralregierung in Peking hat die Parteichefs der Provinz Hubei und der Stadt Wuhan abgesetzt. Schon beim Sars-Ausbruch vor gut 18 Jahren wurde unter anderem der damalige Stadtpräsident von Peking des Amtes enthoben.

Die Zentralregierung zeigt damit, dass sie auch hohe Beamte bestraft. Denn die Behörden der betroffenen Stadt und der Provinz standen seit Wochen in der Kritik. Diese Kritik haben die offiziellen Medien in China zugelassen. In den sozialen Medien schlug letzte Woche der Tod des Arztes, der als erster vor dem Virus warnte, hohe Wellen. Diese Kritik wurde jedoch schnell gelöscht.

Die Mehrheit der Bürger hofft, dass die Krise bald vorbei ist. Wenn diese sich noch weiter die Länge ziehen sollte und die Wirtschaft nachhaltig leidet, könnte aber auch Präsident Xi Jinping in Peking unter Druck kommen.

Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer. So sind die Möglichkeiten begrenzt, auf das neue Virus zu testen. Ferner erscheint das sich wandelnde Berichterstattungssystem Chinas mit unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle besonders für lokale Stellen kompliziert.

Die täglich berichteten Zahlen repräsentieren laut Experten somit eher die Fähigkeiten, Fälle zu identifizieren und zu melden, als das wirkliche Ausmass der Epidemie. Weltweit sind ausserhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt.

Neue Infizierte auf Kreuzfahrtschiff

Unter den Menschen an Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist bei weiteren 44 Menschen eine Infektion mit Sars-CoV-2 festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt.

Vietnam stellt Dörfer unter Quarantäne

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Aus Angst vor einer Ausbreitung des Corona-Virus sind in Vietnam mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10'000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden.

Die Behörden liessen die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernte Gemeinde Son Loi abriegeln, zu der mehrere Dörfer gehören. Die Massnahme gilt demnach zunächst für 20 Tage. In der ländlichen Gegend wurden bislang sechs Fälle von Covid-19-Infektionen registriert.

Die Quarantänezone in Vietnam ist die erste grössere ausserhalb Chinas.

Die Betroffenen wurden in örtliche Spitäler gebracht. Damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die sich an Bord der «Diamond Princess» infizierten, auf 218. Vier von ihnen sind ernstlich erkrankt.

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Corona – Das politische Virus
Aus Club vom 11.02.2020.
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34 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Also wenn ich es richtig sehe, ist es so: China hat rund 1,4 Milliarden Einwohner/innen. Davon sind bisher rund 50'000 mit dem Sars-CoV-2 infiziert worden, inklusive der klinisch (also zum Teil nur beobachtend und erfragend) erfassten Personen. Das sind ungefähr 0,04 Promille. 1310 davon, d.h. ca. 2,4 Prozent sind leider verstorben. Um sich die Grössenordnungen besser vorstellen zu können, kann man die Zahlen auf die Schweiz umrechen. Die ergäbe gegen 300 Infizierte und etwa 7 Todesfälle.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Es geht nicht um Relativierung. Es ist eine neue Krankheit, dessen genaue Verbreitung und Auswirkung noch nicht bekannt ist. Dies zusätzlich zu den bisherigen viralen Infektionen. Man weiss noch sehr wenig über die langfristigen Auswirkungen und ist daher äusserst wachsam. Zumal wir steigende Zahlen, trotz massiver Gegenmassnahmen, zu verzeichnen haben. Es ist weder sinnvoll panisch zu sein, noch es klein zu reden.
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    2. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Der Vergleich ergibt keinen Sinn. Eine Seuche bricht nicht im ganzen Land aus, sondern breitet sich von einem Punkt aus aus. Wenn Sie mit der Schweiz vergleichen wollen, nehmen Sie ein Gebiet von der Grösse der Schweiz in der Ursprungsregion. Und selbst das ist dann wegen Faktoren wie Bevölkerungsdichte und Landschaft nur ein sehr vager Vergleich.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ist gestiegen. die Dunkelziffer wird noch viel höher sein, da wird noch viel verschwiegen. Sollte sich die Lage in China zuspitzen, hat der Rest der Welt ein Problem. Das Corona-Virus legt Chinas Wirtschaft lahm, auch die Agrarproduktion und den Transport. Das Corona-Virus stört auch den Import von Fleisch und anderen Nahrungsmitteln nach China, obwohl der Bedarf sehr hoch ist.Die Versorgung wird schwieriger. Die Preise steigen.
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    1. Antwort von Ralf Fröhlich  (Rafroe)
      Der Virus wird zurecht genau beobachtet und es wird darüber berichtet. Er lehrt uns Menschen, dass es größere und mächtigere Dinge gibt als die mächtige Wirtschaft. Wenn diese nicht mitspielen, legen sie grosse und mächtige Länder lahm. Die Betroffenen leiden doppelt und Andere leiden obwohl sie den Virus gar nicht haben. Die Natur ist mächtig. Sie sorgt seit Millionen Jahren für Gleichgewicht und versucht es auch beim Menschen... Vielleicht haben wir ihr auch geholfen ? Ändert nichts.
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    2. Antwort von Peter Steiner  (Stein des Anstosses)
      In Wuhan und Umgebung werden viele Roh- und Wirkstoffe für die globale Pharmaproduktion hergestellt. Auch in Shenzhen, dem chinesischen Silicon Valley sieht man in Berichten nur noch wenige Leute und Autos auf den Strassen. Diesen Ausfall wird auch der Westen merken, der ja fleissig in diese Länder „outsourced“ hat. Das wird sich wohl bald rächen.
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Das SRF spielt mittlerweile mit den Wörtern wie die Klätschblätter Blick oder 20min.

    Grausam für einen staatlichen Nachrichtensender.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Wenn sie, als Experte, sich anders informieren wollen:
      https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019
      Mir ist der staatliche, zwangsbezahlte Mainstreamsender genehm.
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    2. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Ich finde, SRF online macht hier eine gute Arbeit. @Horatio Die Experten sind ja auch verunsichert, der letzte Artikel im New England Journal of Medicine ist vom 31. Januar, das ist in Anbetracht der sich entwickelnden Situation auch erstaunlich.
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