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Verletzte an der EURO 2020 Ermittlungen nach missglückter Greenpeace-Aktion

  • Nach der missglückten Protestaktion vor dem EM-Spiel der deutschen Fussball-Nationalmannschaft gegen Frankreich ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte.
  • Ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg war am Vorabend kurz vor dem Anpfiff des Fussballspiels mit einem Motorschirm auf dem Platz in der Münchner EM-Arena gelandet.
  • Beim Landeanflug hat er zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Der Pilot wurde festgenommen, sein Flieger sichergestellt. «Das Polizeipräsidium München betont, dass es keinerlei Verständnis für solche unverantwortlichen Aktionen gibt, bei denen eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird», hiess es in der Mitteilung der Polizei. Auch von anderen Seiten hagelte es Kritik an der missglückten Aktion der Umweltorganisation Greenpeace, die als Protest gegen den Sponsor Volkswagen geplant war.

Söder: «Das ist kein Kavaliersdelikt»

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. «Das wird genau behandelt, das sind klare Verstösse», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. «Das ist kein Kavaliersdelikt.»

Die Aktion hatte kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich für einen Schockmoment bei den Zuschauern im Stadion und vor den Fernsehern gesorgt: Der Motorschirm-Flieger war über der Münchner Arena ins Taumeln geraten und Zuschauern gefährlich nahe gekommen, bevor er unsanft auf dem Rasen landete.

Der Greenpeace-Aktivist war nach seinem missglückten Flug selber bei der Landung gestrauchelt. Der deutsche Spieler Antonio Rüdiger stand ihm am nächsten und eilte zu ihm.
Legende: Der Greenpeace-Aktivist war nach seinem missglückten Flug selber bei der Landung gestrauchelt. Der deutsche Spieler Antonio Rüdiger stand ihm am nächsten und eilte zu ihm. Reuters

Die Europäische Fussball-Union UEFA sprach von einer «rücksichtslosen und gefährlichen Aktion», die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fussball-Bund verurteilte den Protest.

Der Plan war schiefgegangen

Eigentlich hätte laut Greenpeace alles ganz anders ablaufen sollen. Die Umweltorganisation forderte bei Twitter von Volkswagen, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Dazu sollte der Pilot vor Spielbeginn einen grossen gelben Ball in die Arena sinken lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln, sodass er ins Stadion herabsank.

Ein Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei – und entschuldigte sich. «Das tut uns wahnsinnig leid», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hiess es: «Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.» Greenpeace-Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

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Frankreicht gewinnt gegen Deutschland
Aus Newsflash vom 15.06.2021.
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SRF 4 News, 16.6.2021, 10 Uhr;

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Solche Aktionen, schaden jeder positiven Bewegung, Veränderungs-Aktion.
  • Kommentar von daniel luder  (daniel2seeluft)
    Es stimmt einfach nicht, dass der Verlust von Menschenleben in Kauf genommen wurde, das wahr ein ganz normaler Verkehrsunfall, wie er auf schweizer Strassen auch vorkommt. Sonst müsste man ja jedem, der Morgens ins Auto steigt vorwerfen, dass er den Verlust von Menschenleben in Kauf nimmt.
    1. Antwort von Mark Bluemer  (Mark Bluemer)
      Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.
      Wenn man in's Auto steigt, geht man ein normales gesetzlich reguliertes Alltagsrisiko ein.
      Der Herr gestern hat mit seinem Fluggerät schon beim alleinigen Überflug des Stadions gegen Avitik Gesetze (Mindestflughöhe...) verstossen. Diese wären genau dazu da, ein Resultat wie gestriges zu verhindern.
      Rechtlich hat er sich wohl einfach "darauf verlassen", dass schon niemand verletzt würde bei der Aktion, was Fahrlässigkeit bedeutet. Rausreden schwierig.
  • Kommentar von Philipp Vischer  (HakunaMatata)
    Greenpeace hatte auf Social Media erst spät ein einsehen. Erst brüstete man sich mit der Aktion und stichelte gegen VW. Erst nach einem Shitstorm in den Kommentaren flüchtete man sich in einem zweiten Post in Ausreden.