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US-Verteidigungsminister James Mattis mag nicht mehr
Aus HeuteMorgen vom 21.12.2018.
abspielen. Laufzeit 13:17 Minuten.
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Verteidigungsminister Mattis Es ist ein Rücktritt unter Protest

Liest man James Mattis’ Rücktrittsschreiben, wird klar: Der Verteidigungsminister geht nicht einfach in Pension, wie es US-Präsident Donald Trump in seinem Tweet suggeriert. Mattis tritt ganz klar wegen unüberwindbarer Differenzen mit dem Präsidenten zurück. Man könnte auch sagen: Es ist ein Rücktritt unter Protest.

Den am Mittwoch vom Präsidenten angekündigten Truppenabzug aus Syrien erachtet Mattis als falsch. Er sah die Rolle der USA in Syrien als stabilisierend, und wollte verhindern, dass die Terrormiliz IS wieder stärker werden könnte. Gleichzeitig sah er sich auch ein bisschen den Kurden gegenüber verpflichtet, die als Partner der USA bei der Bekämpfung des IS entscheidend waren.

Abschied aus Afghanistan

Auch von Afghanistan und dem Irak will Präsident Trump lieber früher als später die amerikanischen Soldaten nach Hause bringen. Am Donnerstagabend berichtet die New York Times, dass Trump 7000 Soldaten aus Afghanistan abziehen wird. Das ist die Hälfte der dort stationierten US-Truppen.

Auch das lehnte Mattis ab. Und auch da wies er auf die Gefahr hin, dass terroristische Organisationen wieder erstarken und zu einem grösseren sicherheitspolitischen Risiko für die Welt und die USA werden könnten.

Drei Generäle verloren

In diesem Jahr hat die Regierung Trump mit dem Rücktritt von Sicherheitsberater H.R. McMaster, Stabschef John Kelly und am Donnerstag James Mattis ihre drei Generäle verloren. War zu Beginn viel Skepsis da, dass sie einen zu stark militaristischen Einfluss auf eine Zivilregierung haben könnten, wurden sie für Demokraten und Republikanern bald zu so etwas wie Kronjuwelen des Kabinetts.

Sehr wertvoll, um in einer manchmal chaotischen Regierung Struktur und Stabilität zu gewährleisten. Und wichtig, weil sie Präsident Trump gegenüber immer klar machen wollten, wie entscheidend die herkömmliche, auf Allianzen basierte amerikanische Aussenpolitik ist – und dass «America First» für die Weltmacht Nummer 1 auch zu einer Hypothek und zu «America Alone» werden könnte.

Jetzt sind praktisch all diese Stimmen weg. Und Präsident Trump kann seine Idealvorstellungen von Aussenpolitik umzusetzen, ohne dass ihn jemand bremst. Das ist sein Recht. Ein Präsident soll sich seine Regierungsmannschaft nach eigenem Gutdünken zusammensetzen. Klar ist: Das Trump-Kabinett wird isolationistischer, immer stärker der America First-Doktrin verpflichtet und zunehmend von Exponenten am rechten Rand der Partei geprägt.

Peter Düggeli

Peter Düggeli

USA-Korrespondent, SRF

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SRF-Korrespondent Peter Düggeli arbeitet seit Sommer 2015 in Washington. Er ist seit 2010 bei SRF. Düggeli studierte an der Universität Freiburg Geschichte und Englisch und schloss sein Studium 1999 mit einem Lizenziat ab.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von B. Moser  (moser.b)
    Aus meiner Sicht ist die Präsidentschaft von Trump erstmals gefährdet. Zwar will das Volk, dass die USA nicht mehr Weltpolizist sind, aber Verbündete (hier die Kurden) im Stich zu lassen, könnte auch innenpolitsche Probleme schaffen, welche noch nicht abzusehen sind. Gerade das Militär(die Spitze) könnte nun das Vertrauen in Trump verlieren! Und gerade das Militär ist sehr republikanisch.
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  • Kommentar von Roland Gadient  (Roland Gadient)
    Trump ist sicher nicht Waffenverkäufer, er hat von der Rüstungsloby den Auftrag die Verkäufer mitzunehmen bei Staatsbesuchen, er ist kein Freund der Waffenproduzenten und der Finanzindustrie, bitte mal sein Buch lesen. Für mich sond die Ableher die Freunde der Waffenindustrie an dem verdient (Moral egal) man gut.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      "Trump ist kein Freund der Waffenindustrie"? Da lachen ja die Hühner. Deswegen geht er auch so energisch gegen die NRA vor, und lässt sich auch sonst gerne von der Waffenlobby sponsern. Warum sollen in seinem Buch keine Lügen stehen? ;)
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  • Kommentar von David Kummer  (Philidor)
    So einfach ist das nicht: Amis raus aus Syrien & schon herrscht Friede? In Syrien kann das Fehlen eines Machtfaktors durchaus zu noch viel mehr Toten und Elend führen. Es gibt noch immer die Blöcke Assad (Will seine Diktatur wieder zur alten Grösse bringen), Türkei (möchte die Kurden als Machtfaktor eliminieren), Kurden (Träumen von autonomem Kurdistan) und IS (Kalifat). Dazu kleinere Gruppen, Russland, Iran & Saudi-Arabien mit je eigenen Interessen. Trump geht es nur darum, Geld zu sparen.
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