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Wer steckt hinter dem «Ibiza-Video»?
Aus 10vor10 vom 21.05.2019.
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Video-Affäre um Strache Wer steckt hinter den heimlich gedrehten Ibiza-Aufnahmen?

Österreich und halb Europa rätselt, wer die Drahtzieher hinter dem Video sind, das den Ex-Vize-Kanzler zu Fall brachte. Das sind die am häufigsten genannten Verdächtigen.

Ein Satiriker. Ein oft genanntes Szenario: Es war ein Satire-Streich. So wusste der deutsche Satiriker Jan Böhmermann offenbar seit Wochen vom Ibiza-Video. Für zusätzliche Spekulationen sorgt ein geheimnisvoller Countdown, welcher Böhmermann auf Twitter ankündigte. Der Schweizer Satiriker Dominic Deville glaubt nicht an diese Theorie. Er als Satiriker hätte es anders angepackt: «Wir hätten versucht, einen Witz zu verstecken. Den habe ich nicht gesehen.»

Böhmermanns Satireshow «Neo Magazin Royale» stellt nach ZDF-Angaben in ihrer nächsten Ausgabe nicht die Regierungskrise in Österreich in den Mittelpunkt.

Politische Aktivisten. Als Drahtzieher werden auch politische Aktivisten vermutet, etwa jene vom Zentrum für politische Schönheit. Das Aktionskünstler-Kollektiv war offenbar die erste Followerin des Twitter-Accounts Kurzschluss14, welcher Original-Auszüge aus dem Video zeigt. Der Account wurde eingerichtet kurz bevor der «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung» das Video veröffentlichten.

Das Zentrum für politische Schönheit schreibt dazu «10vor10» lediglich: «Wir äussern uns in dieser Sache nicht.» Der deutsche Publizist Erich Schmidt-Eenboom geht nicht von einer Beteiligung politischer Aktivisten aus: «Kenntnisse hatten ausserordentlich viele, aber diese Operation war technisch so perfekt, so kostenintensiv und so aufwendig, dass ein solches Zentrum nicht dahinterstecken kann.»

Ausländische Geheimdienste. Die Falle wurde professionell gestellt. Nicht zuletzt deshalb taucht immer wieder die Vermutung auf, es handle sich um eine politische Verschwörung. Zuletzt hat sich Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestags, in diese Richtung geäussert. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er: «Irgendwie riechts nach Geheimdienst.»

Auch für den Publizisten Erich Schmidt-Eenboom spricht vieles für diese Theorie: «Einmal die nachrichtendienstliche Technik, die da eingesetzt wurde, die hohen Kosten der Operation und vor allem die langwierige Anbahnung.» So wurde die angebliche Oligarchennichte wochenlang auf den FPÖ-Politiker Gudenus angesetzt, um sein Vertrauen zu erschleichen.

Unbekannter Auftraggeber. Noch ist unklar, wer Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in die Falle gelockt hat. Eine neue Spur: Gemäss der österreichischen Tages-Zeitung «Die Presse» sollen ein Wiener Anwalt und eine Münchner Detektei involviert sein. Welcher Auftraggeber dahinter steckt und Strache mit den Ibiza-Aufnahmen zu Fall brachte, bleibt weiter undurchsichtig.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet  (xyzz)
    @Jörg Frey (giogio): Ihre Behauptung, wonach "Frau Weidel tief Korruptionssumpf gelandet ist" entbehrt jeglichem Wahrheitsgehalt. Was die Spenden aus der Schweiz betrifft, war es in Wirklichkeit ein Deutscher (also EU-Bürger, was zulässig ist) der Zuwendungen an die AfD gegeben hat und gegen das Bußgeld des Bundestagspräsidenten Schäuble wird juristisch vorgegangegen, abgesehen davon, was Parteispendenaffären betrifft, andere schon erheblich mehr Dreck am Stecken haben.
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Offensichtlich lassen sich in einem "Rechtsstaat" auch illegale Mittel, wie das Ausspionieren, das illegale Anbringen vom Kameras und das widerrechtliche Filmen ohne Einwilligung der Beteiligten rechtfertigen, um eine unliebsame Partei medial fertig zu mahchen. Gegen die Presse ist wohl kein Kraut gewachsen. Pfui Deibel!
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  • Kommentar von Andy Schmid  (andy)
    SRF: Den Lead Titel lediglich mit einem Fragezeichen zu versehen, ist eine journalistische Fehlleistung. Da gehört zwingend das Wort "Vermutungen" oder "Spekulationen" in den Lead Titel. Der Artikel trägt Null und Nichts zur Wahrheitsfindung bei - kann er auch gar nicht zu diesem Zeitpunkt. (Allerdings gestehe ich zu, dass dies kaum etwas an den heutigen Kommentaren geändert hätte).
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Andy Schmid. Als offene Fragen formulierte Titel sind journalistisch dann eine adäquate Form, wenn eine nicht beantwortbare Frage auch tatsächlich Gegenstand eines Beitrages ist. Dies wird beim vorliegenden Artikel erfüllt. Zudem wird mit dem Lead klar, dass der Artikel die Antwort nicht geben kann («Österreich und halb Europa rätselt, wer die Drahtzieher hinter dem Video sind, [...]. Das sind die am häufigsten genannten Verdächtigen.»). Die Nennung von Verdächtigen, respektive Spekulationen über die Drahtzieher der Video-Affäre, entsprechen angesichts der hohen Relevanz des Ereignisses einem gerechtfertigten Öffentlichkeitsanspruch. Redaktion SRF News
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