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Volkszählung in China offenbart stark verlangsamtes Wachstum
Aus Tagesschau vom 11.05.2021.
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Volkszählung in China Chinesen wollen weniger Kinder – Bevölkerung wächst langsamer

  • Die Einwohnerzahl von China wächst so langsam wie seit den 50er Jahren nicht mehr.
  • Sie nahm im vergangenen Jahrzehnt um 5.38 Prozent auf 1.41 Milliarden zu, wie die alle zehn Jahre erhobene Volkszählung ergab.
  • Grund für die Verlangsamung ist die sinkende Geburtenrate.

Statistisch bekommt eine Frau in China 1.3 Kinder. Sie liegt damit auf dem Niveau von alternden Gesellschaften wie die grossen Industrieländer Japan und Italien. Das dürfte in der politischen Führung die Alarmglocken schrillen lassen, dürfte doch die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ein unumkehrbarer Bevölkerungsrückgang bevorstehen – ohne dass die privaten Haushalte dort so grosse Vermögen anhäufen konnten wie die in westlichen Industrienationen.

Bevölkerung laut UNO 2030 am Höhepunkt

«Das Bevölkerungswachstum wird sich in Zukunft weiter verlangsamen», sagte Ning Jizhe, Leiter des Nationalen Statistikamtes, bei der Vorstellung der Ergebnisse am Dienstag. «Chinas Bevölkerungszahl wird in der Zukunft einen Höhepunkt erreichen, aber der genaue Zeitpunkt ist noch ungewiss.» 2020 wurden nur noch zwölf Millionen Geburten registriert, nachdem es 2019 noch 14.65 Millionen waren.

Die Vereinten Nationen sagen voraus, dass die Zahl der Menschen auf dem chinesischen Festland 2030 ihren Höchststand erreichen wird, bevor sie zurückgeht.

Zu sehen Shanghai.
Legende: Nimmt die Geburtenrate weiter ab, könnte Chinas Bevölkerung bald schrumpfen. Keystone

Damit wächst der Druck auf Peking, Massnahmen zu ergreifen, um Paare zu ermutigen, mehr Kinder zu bekommen. Erst 2016 hatte China die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik abgeschafft – in der Hoffnung, die Zahl der Babys zu erhöhen. Seither wird offiziell eine Zwei-Kind-Politik vertreten. Damals wurde auch das Ziel gesetzt, die Bevölkerung bis 2020 auf etwa 1.42 Milliarden zu erhöhen – was nun verfehlt wurde.

Es «droht» weniger Wachstum und Produktivität

Sinkende Geburtenraten und eine schnell alternde Gesellschaft erhöhen den Druck auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und könnten die Produktivität beeinträchtigen. «Unsere Projektionen, die auf den Zahlen vor der Volkszählung basieren, deuteten bereits darauf hin, dass die Erwerbsbevölkerung bis 2030 jährlich um 0.5 Prozent schrumpfen würde, mit ähnlichen Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt», schrieben die Analysten von Capital Economics kürzlich.

«Ein langsameres Wachstum würde es schwieriger machen, die Vereinigten Staaten wirtschaftlich einzuholen. Und es könnte auch einen Einfluss auf Chinas globales Ansehen haben.» Auch die chinesische Zentralbank warnte: «Bildung und technologischer Fortschritt können den Rückgang der Bevölkerung nicht kompensieren.»

Radio SRF4 News, 11.05.2021, 8:30 Uhr;

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Hätten diese Menschen Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln, würde das Bevölkerungswachstum stark zurückgehen. Die Gesellschaften würden stabiler, junge Menschen hätten mehr Chancen auf Arbeit und Bildung, die Lebensqualität würde steigen.
    Trotz der gewaltigen Dimensionen des Problems weigern sich öff. und private Entwicklungsorganisationen, entsprechend den Forderungen der UNO, sexuelle Aufklärung in Bildungsprogramme und moderne Verhütungsmittel in Gesundheitsprogramme zu integrieren.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Etwas zugespitzt könnte man sagen das sich China ohne es wirklich zu wollen selbst abschafft.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Nachdem ich mir eine ältere Zahl von 22 Mio. gemerkt hatte, sind es im Jahr 2020 also "nur" noch 12 Mio. Chinesen, welche zusätzlich in China das Bevölkerungswachstum beschleunigen. Für diese müssen weiterhin alle Infrastrukturen zusätzlich bereitgestellt und quasi eine 12 Mio.-Stadt dafür aus dem Boden gestampft werden. Da diese auch mehr Ressourcen verbrauchen dürften als noch ihre Grosseltern-Generation, steigt somit auch der Verschleiss der endlichen Rohstoffe dieser Welt munter weiter.
    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Sollte der Ideenwettbewerb zwecks Erhöhung der Geburtenrate es nur schon auf 1%+/J schaffen, wird CHN die 2Mia-Grenze in ca 75J überschritten haben. Auch die Weltbevölkerung, selbst bei nur noch 1%+/J, wird sich die Menschheit in ca 75J verdoppelt, die letzten Ressourcen auf dem Altar ihrer Bedürfnisse geopfert haben. Wenn dann all unsere Mitgeschöpfe ausgestorben, Wasser, Böden, Luft u.der letzte Funken Menschlichkeit ausgegangen sind, wird sich die Erde unser schonungslos entledigen.