- Bei einem Zusammenstoss zwischen der griechischen Küstenwache und einem Boot mit Migrantinnen und Migranten vor der Insel Chios sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.
- Bislang sind nach Angaben des Rettungsdienstes mindestens 15 Menschen gestorben und 24 Verletzte ins Spital der Insel gebracht worden.
- Die Such- und Rettungsaktionen dauerten laut Küstenwache auch am Morgen weiter an.
Nach Darstellung der Küstenwache befanden sich Dutzende Menschen an Bord eines Bootes, das aus der Türkei kommend in Richtung der Küste von Chios unterwegs war. Der Steuermann des Schnellboots sei den Licht- und Lautsprechersignalen der Küstenwache, sofort zu stoppen, nicht nachgekommen. In der Folge sei das Schnellboot mit der rechten Seite des Patrouillenbootes der Küstenwache kollidiert. Durch die Wucht des Aufpralls kenterte das Schnellboot, wodurch alle Insassen ins Meer stürzten. Die Untersuchung dauert an, teilte die Küstenwache weiter mit.
Laut Gesundheitsministerium wurden 14 Leichen aus dem Meer geborgen – elf Männer und drei Frauen. Eine weitere Frau erlag später im Spital von Chios ihren schweren Verletzungen. Zahlreiche Personen, darunter auch Kinder, wurden ärztlich behandelt. Zwei gerettete schwangere Frauen mussten operiert werden, ihre ungeborenen Babys waren jedoch bereits tot. Das sagte der Arzt Ioannis Manafis, zugleich auch Bürgermeister der Inselhauptstadt, im griechischen Rundfunk.
Die Verletzungen der 24 geretteten Migrantinnen und Migranten – darunter Leber- und Nierenrisse sowie schwere Schädelverletzungen – stützen nach Angaben des Direktors des Spitals von Chios, Christos Tsiachris, die Version einer Kollision. Zwei Angehörige der Küstenwache wurden ebenfalls leicht verletzt.
Im Hafen der Insel Chios herrschte die ganze Nacht durch gemäss Berichten von Reportern örtlicher Medien grosse Aufregung. Verletzte seien fortlaufend von Rettungskräften in das örtliche Spital transportiert worden. Die Küstenwache habe gemeinsam mit der griechischen Luftwaffe eine Such- und Rettungsaktion eingeleitet. Dabei sei auch ein Helikopter mit Wärmebildtechnik zum Einsatz gekommen, da weitere Menschen im Wasser vermutet wurden.
Schleuser bringen immer wieder Migrantinnen und Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks sind seit Jahresbeginn knapp eintausend Migranten aus der Türkei zu diesen Inseln übergesetzt.