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Vormarsch der Rechtspopulisten Der Mann, der Schweden wieder schwedisch machen will

Jimmie Åkessons Schwedendemokraten dürften bei den Wahlen am 9. September nochmals stark zulegen. Ein Porträt des Parteichefs.

Legende: Audio Jimmie Åkesson: Rotes Tuch am rechten Rand abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
02:05 min, aus HeuteMorgen vom 04.09.2018.

Für seine Anhänger ist Jimmie Åkesson der Mann, der Schweden wieder schwedisch machen soll. Schwede sei, wer sich mit der schwedischen Mehrheitskultur identifiziere, sagt Jimmie Åkesson – und knüpft damit an die rechtsextremen Wurzeln seiner Partei an, die im Wahlkampf einen Austritt aus der Europäischen Union und das Schliessen der Grenzen für Flüchtlinge fordert.

Åkesson bleibt sich auch treu, wenn er zu Parteianlässen die Musikgruppe Ultima Thule einlädt – und mit diesen in Songs einstimmt, welche faschistischen gesellschaftlichen Vorstellungen der Einheit und Reinheit feiert.

Demonstranten mit Schildern und einer Regenbogenfahne
Legende: «Nein zu Rassismus»: An einer Wahlkampfveranstaltung der Schwedendemokraten in Göteborg wird gegen Åkesson protestiert. Reuters

Trotz dieser Signale hat es der Familienvater aus der südschwedischen Provinz Skåne in den letzten Jahren geschafft, die Schwedendemokraten aus einer ehemaligen rechten Randgruppe in eine nationalkonservative Volkspartei zu verwandeln.

Offen für Koalitionen nach links und rechts

«Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen», erklärt Åkesson. Er hat angekündigt, sowohl mit den bislang regierenden Sozialdemokraten wie auch den oppositionellen Konservativen zu kooperieren. Das ist kein Zufall: Die Schwedendemokraten stehen gesellschaftspolitisch zwar ganz klar auf der konservativen Seite, fordern aber gleichzeitig hohe Steuern und einen umfassenden Sozialstaat.

Bei allen anderen Parteien im schwedischen Parlament kommen diese Annäherungsversuche jedoch schlecht an – für sie ist und bleibt Jimmie Åkesson ein rotes Tuch.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Mir scheint es, als wüssten hier Leute, was Faschismus ist. Wer sich da etwas auskennt, der weiss aber, dass es garnicht so einfach ist, eine Deutung vorzusünehmen. Ich würde deshalb besser den Begriffe volkstümluch, konservativ, traditionsbewusst, und heimatverbunden verwenden. Faschismus wertet meines Wissens andere, nicht zur Volksgruppe gehörende, ab. Ob das Herr Åkesson macht, weiss ich nicht. MfG
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Beobachtung: bei politische Gruppierung mit Betonung auf Freiheit, Selbstverantwortung und -bestimmung, Subsidiatität, von Medien als Rechte bezeichnet, wenn Medien über diese berichten, verkürzen sie Inhalt oft auf eine Leitperson. Beim linken Spektrum wird Inhalt kaum je Personen zugeschrieben, sondern (anonymer) Partei. Zufall? Wohl kaum, eine Person kann in bestimmt "passendem" Licht (oft kritisch) dargestellt werden, Partei ist nicht so fassbar. Artikel hier ist gutes Beispiel dafür.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      Ich hab jedenfalls noch nie was von einem Linkspopulisten Nordmann gelesen.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Es werden immer mehr, die einen anderen Weg einschlagen wollen. Einsicht wird es bei den Anständigen kaum geben. Auch ich werde den Unanständigen meine Stimme geben.
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