- Ein Skandal um massenhafte sexuelle Gewalt in Kinderhorten, Kindergärten und Grundschulen in der Stadt Paris weitet sich aus.
- Am Mittwochmorgen hat die Staatsanwaltschaft Paris eine Razzia in der Grundschule Saint-Dominique im 7. Arrondissement durchgeführt.
- 16 Personen sind festgenommen worden – darunter Angestellte von Kindergärten und Erziehungsbeauftragte.
Den Festgenommenen wird «Vergewaltigung von Minderjährigen», «sexueller Angriffe auf Minderjährige» oder «Gewalt gegen Minderjährige» vorgeworfen, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Zeitung «Le Monde» hatte den Skandal aufgedeckt.
Unter den Verdächtigen im Alter von 18 bis 68 Jahren befanden sich drei Angestellte von Kindergärten, drei städtische Erziehungsbeauftragte in den Freizeitzentren und zehn Animatoren, so die Staatsanwaltschaft weiter.
Ein Betreuer bereits 2024 in Gewahrsam
Der Skandal schlägt weiterhin Wellen, nachdem die Zeitung «Le Parisien» enthüllt hat, dass ein Betreuer, gegen den 2025 wegen sexueller Gewalt in einer Schule im 11. Arrondissement ermittelt wurde, bereits 2024 wegen ähnlicher Vorfälle in einer anderen, benachbarten Schule in Polizeigewahrsam genommen worden war.
Seit Monaten werden Eltern und Politiker in Paris von Berichten über Gewalt und Missbrauch in Schülerhorten der Stadt aufgewühlt, denen aber nicht immer konsequent nachgegangen wurde.
«Die Ermittlungen schreiten endlich voran, entsprechend der Schwere der gemeldeten Vorfälle», sagte Barka Zerouali, Sprecherin des Kollektivs #MeTooSchule, der Nachrichtenagentur AFP. «Einige Familien hatten monatelang das Gefühl, nicht gehört zu werden.»
Alle Pariser Arrondissements sind betroffen.
Gegen 84 Kindergärten, rund 20 Grundschulen und zehn Kinderhorte seien Ermittlungen aufgenommen worden, sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Sonntag dem Sender RTL. «Alle Pariser Arrondissements sind betroffen.»
Laut dem neuen linken Stadtpräsidenten in Paris, Emmanuel Grégoire, sind seit Jahresbeginn 78 Schulbetreuer von der Arbeit suspendiert worden, 31 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt. 2025 wurden 30 Betreuer suspendiert, 16 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt.
Der Bürgermeister kündigte einen Aktionsplan im Umfang von 20 Millionen Euro an, der ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, dem Einbezug und der Betreuung der Eltern und bauliche Verbesserungen beinhaltet. «Wir müssen alles von Grund auf neu überdenken, mit einem Ziel vor Augen: Nulltoleranz.»