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Schicksalswahl in Venezuela
Aus Echo der Zeit vom 05.12.2020.
abspielen. Laufzeit 05:10 Minuten.
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Wahlbetrug vermutet Opposition boykottiert Wahlen in Venezuela

  • 21 Millionen Venezolaner sind am Sonntag aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.
  • Grosse Teile der Opposition boykottierten die Abstimmung, weil sie mit Betrug rechneten.
  • Das südamerikanische Land steckt in einer tiefen Krise, nicht zuletzt durch den Machtkampf zwischen Präsident Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido.

«Der Tag ist gekommen, um für das Vaterland, den Frieden und die Zukunft zu stimmen», erklärte Präsident Nicolas Maduro zum Auftakt der Wahl. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte bereits im Vorfeld erklärt, die Voraussetzungen für freie und faire Wahlen seien nicht gegeben.

Legitimität von Guido fraglich

Beobachter gingen deshalb von einem Sieg der sozialistischen Regierungspartei PSUV aus. Damit würde die Opposition in dem 29-Millionen-Einwohner-Land an der Nordküste Südamerikas die letzte von ihr kontrollierte wichtige staatliche Institution verlieren. Ohne Mehrheit in der Nationalversammlung dürfte auch die Legitimität des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido infrage gestellt werden.

Mann.
Legende: Der selbst ernannte Interminspräsident Juan Guaido steht vor schweren Herausforderungen. Keystone

Insgesamt waren knapp 21 Millionen Venezolaner aufgerufen, für eine fünfjährige Legislaturperiode die neue Nationalversammlung zu wählen. Das Parlament besteht aus 277 Abgeordneten. Die Wahllokale wurden von 07:00 Uhr (12:00 MEZ) bis 18:00 Uhr (23:00 MEZ) geöffnet. Mit ersten Ergebnissen wird am Montagmorgen (MEZ) gerechnet.

Tiefe Krise im Land

Venezuela steckt in einer tiefen Krise. Guaido hatte sich Anfang 2019 selbst zum Interimspräsidenten erklärt und war von zahlreichen Ländern – darunter Deutschland und die USA – als legitimer Staatschef anerkannt worden. Allerdings gelang es ihm bislang nicht, sich gegen Maduro durchzusetzen.

Mann vor Publikum.
Legende: Der amtierende Präsident Nicolas Maduro will seine Position festigen. Keystone

Der autoritär regierende Staatschef wird in dem Machtkampf vom mächtigen Militär gestützt. Die Vereinten Nationen werfen den Sicherheitskräften schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Echo der Zeit, 5.12.2020, 18:00 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Der grösste Fehler ist, eine Wahl zu boykottieren, so spielen sie ihrem Gegner in die Hände. Leider sind es wohl nicht die Schlausten Leute welche zum Boykott aufgerufen haben. Nun ist der Mist gefahren und sie haben gar nichts erreicht.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    Das gleiche Grundproblem wie überall.
    Die Bevölkerung Venezuelas ist inzwischen auf etwa 30 Millionen angewachsen.
    1950 waren es 5,5 Millionen Einwohner. Das entspricht einem Wachstum von ca. 2,5 Prozent pro Jahr und bedeutet eine Verdopplung der Bevölkerung in weniger als 30 Jahren.
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    1. Antwort von Robert Crames  (RobC)
      ... und wo ist der Zusammenhang zu der Wahl, Herr Kerzenmacher? Keine Wahlen in Ländern mit mehr als 2.5% Bevölkerungswachstum pro Jahr?
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    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Problem ist, dass es keinem Land im Hinterhof der USA so richtig gut geht.
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  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    Nicht an den Wahlen teilzunehmen, ist wahrlich die dümmste Strategie ever! Das Maduro nicht das gelbe vom Ei ist, ist klar. Aber andererseits gibt es in Venezuela ein tiefes Misstrauen gegenüber den USA und ich glaube daher will die Opposition die Wahlen boykottieren. Weil anzunehmen ist, das die Wahl nicht manipuliert wird und Guadio durch die Nähe zur USA die Wahl verlieren würde! Mit freundlichen Grüßen
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    1. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      An B. Kessler: Genau wie Sie habe ich auch reagiert. Wie kann die Opposition diese katastrophale Regierung noch unterstützen, wenn sie nicht an der Wahl teilnehmen will. Egal wie die Wahl von Maduros Getreuen manipuliert wird, eine Stimme bleibt eine Stimme, auch wenn sie im Papierkorb landet. Der Aufruf zum Wahlboykott ist ein Schlag gegen die Demokratie.
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