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Legende: Video Samuel Burri: «Immerhin haben nun endlich Wahlen stattgefunden» abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.12.2018.
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Wahlen im Kongo «Viele Menschen befürchten Wahlmanipulationen»

  • Rund 40 Millionen Wähler waren aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen.
  • Unregelmässigkeiten, Verzögerungen und Ausschreitungen überschatteten den Urnengang.
  • Die Wahl hätte eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden sollen. Präsident Joseph Kabila weigerte sich jedoch, wie vorgesehen im Amt zurückzutreten.

17 Jahre klammerte sich Kabila an die Macht. Jetzt endlich macht er Platz für den vielleicht ersten friedlichen Machtwechsel seit der Staatsgründung. Rund 40 Millionen Wähler waren aufgerufen, aus 21 Kandidaten einen neuen Präsidenten auszuwählen.

Einer Umfrage der New York University vom Freitag zufolge liegt der oppositionelle Politiker und Ex-Manager Martin Fayulu mit 47 Prozent in Führung.

An zweiter Stelle steht ein weiterer Oppositioneller, Felix Tshisekedi, mit 24 Prozent. Der ehemalige Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary, der Wunschkandidat von Kabila, folgte an dritter Stelle mit 19 Prozent. Zuverlässige Ergebnisse wurden erst etwa eine Woche nach der Wahl erwartet.

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Beobachter der einflussreichen katholischen Kirche berichteten, gab es auch Verspätungen bei der Öffnung von Wahllokalen und die Einrichtung von Wahllokalen an «verbotenen Orten».

Legende: Video Diverse Unregelmässigkeiten bei den Wahlen abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.12.2018.

Für SRF-Journalist Samuel Burri ist das keine wirkliche Überraschung: «Unregelmässigkeiten, Pannen und Verspätungen sind im Kongo an der Tagesordnung. Dass diese ausgerechnet in den Oppositionsgebieten gehäuft vorkommen, das macht hellhörig. Viele Menschen befürchten denn auch Wahlmanipulationen.»

Wahlbetrug sei hier ein grosses Thema. Diese fänden aber nicht am Wahltag statt, sondern vorher. «Beispielsweise indem man Wahlregister fälscht oder bei Auszählung der Stimmen trickst.»

Im Bezirk Limete, einer Oppositionshochburg in der Hauptstadt Kinshasa, protestierten Wähler gegen eine grosse Verspätung bei der Eröffnung des Wahllokals, wie AFP-Reporter berichteten. Das Wahllokal konnte zunächst nicht öffnen, weil die Wählerlisten nicht vorlagen.

Zerstrittene Opposition

Die Opposition in dem zentralafrikanischen Land konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen. Für sie traten zwei prominente Politiker an: Martin Fayulu und Félix Tshisekedi.

Am Sonntag wurden auch das Parlament und Provinzvertretungen gewählt. Bei der Präsidentenwahl reicht eine einfache Mehrheit für einen Wahlsieg. Da sich die Stimmen der Opposition auf mehrere Kandidaten verteilen, rechnen die meisten Beobachter mit einem Sieg Shadarys, selbst wenn sich in der Summe mehr Menschen für die Opposition entscheiden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Das Problem ist, wie in vielen afrikanischen Staaten, die hohe Koruption ! Kabila wird abtreten, aber seine Politik wird von einem Gefolgsmann weiter geführt und so wird sich nichts ändern. Die Elite wird sich weiterhin bereichern und die Beölkerung wird vom immensen Reichtum des Landes nie was haben. 80 % des 45 Millionen Volkes sind mausarm !
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    1. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      Das ist ein Problem, aber längst nicht das Hauptproblem. Wenn schon Daten Forensiker aus den USA behaupten, dass Wahlautomaten dort leicht manipulierbar sind, sind Wahlfälschungen längst auch ein Problem im Westen. Das hier ausschliesslich Russland manipuliert sage ich nicht, dennoch hat Putin nach wie vor ein grosses Interesse Europa zu schwächen und durch Desinformationskamapagnen unfrieden zu stiften.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Besser eine stabile, friedliche Diktatur anstatt Wahlgewalt alle 4 Jahre. Es braucht Bildung für Demokratie, und Wirtschaftsleistung für Bildung. Daher Wirtschaft zuerst, Demokratie später falls sie der Kultur entspricht.
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