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Legende: Audio Argeninien: Cristina Kirchner tritt wieder an abspielen. Laufzeit 04:45 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 08.08.2019.
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Wahlen in Argentinien Ex-Präsidentin Kirchner als Vize-Kandidatin

Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise entscheidet Argentinien in Vorwahlen am kommenden Wochenende, wer bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober antritt.

Als Topfavoriten im Rennen um das Präsidium sowie Vizepräsidium gelten einerseits das Duo bestehend aus dem amtierenden Präsidenten Mauricio Macri mit Miguel Ángel und anderseits Herausforderer Alberto Fernández mit Cristina Kirchner, die seine Vizepräsidentin werden soll.

Beobachter gehen davon aus, dass die ehemalige Präsidentin Kirchner bei einer Wahl auch als Vize zur starken Kraft an der Staatsspitze würde. Und trotz der Kandidatur im vermeintlichen Schatten des Präsidentschaftskandidaten Fernández liegt sie in der Wählergunst laut Umfragen vor dem amtierenden Präsidenten Macri, wenn auch nur minim.

Wahlen in der Wirtschaftskrise

Die Wahlen stehen im Zeichen der anhaltend schweren Wirtschaftskrise Argentiniens. Beide Favoriten, Macri sowie auch Kirchner, hinterliessen bisher in diesem Zusammenhang keinen guten Eindruck.

Cristina Kirchner überliess ihrem Nachfolger Macri nach zwei Amtszeiten 2015 wirtschaftlich gesehen eine katastrophale Situation. Den Umstand, dass sie mit dem aktuellen Amtsinhaber in den Umfragen gleichauf liegt, verdanke sie dessen noch katastrophaleren Bilanz, sagt SRF-Südamerikakorrespondent Ulrich Achermann darin. In drei von vier Jahren Regierungszeit von Macri gab es nur Rezession. Und die Teuerung ist heute doppelt so hoch wie während Kirchners Amtszeiten.

Heute ist jeder dritte Argentinier arm

Macri hatte die Wahlen vor vier Jahren gewonnen. Unter anderem mit dem Versprechen die Wirtschaft zu verbessern. Doch das konnte er nicht einlösen. Laut Ulrich Achermann ist Macri schlicht zu blauäugig ans Werk gegangen.

Er habe darauf vertraut, dass alleine eine wirtschaftsfreundliche Regierung ausreichen würde um haufenweise ausländische Investitionen anzulocken. Diese aber haben ihn hängen lassen. Die Bilanz der Macri Ära sieht dann schlussendlich so aus, dass mehr argentinisches Fluchtgeld ins Ausland geschafft als investiert wurde.

Heute gilt jeder dritte Argentinier als statistisch arm. Und auch dem Rest der Gesellschaft geht es laufend schlechter. Allein im letzten Jahr haben die Lohnabhängigen etwa 20 Prozent an Kaufkraft verloren, weil die Einkommen nicht mehr voll der Teuerung angeglichen werden. In der Praxis kommt das in einem stark rückläufigen Konsum zum Ausdruck, gerade bei wertvollen Nahrungsmitteln. Die Bevölkerung spart also dort, wo gespart werden kann.

Mit Kirchner stünden die Zeichen für die Wirtschaft noch schlechter

Es gibt zwar einzelne Anzeichen, dass Macris Sparpolitik Früchte zu tragen beginnt. Aber: Über den Berg ist Argentinien damit noch lange nicht.

Wenn nun die als wenig wirtschaftsfreundlich geltende Cristina Kirchner in den Umfragen zulegt, stünden die Zeichen wieder schlechter. Mit einer möglichen Wahl Kirchners zur Vizepräsidentin käme es wohl wieder zu verstärkten Fluchtgeldbewegungen und zu Spekulationen gegen den argentinischen Peso.

Unabhängig davon, wer im Oktober die Wahlen gewinnt: Die wirtschaftliche Lage in Argentinien wird voraussichtlich kritisch bleiben.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Eine Politlobby beherrscht ein Land. Was in Argentinien seit Jahrzehnten „business as usual“ ist, ist auch in Europa eine latente Gefahr. Schauen wir nur nach Westen ...
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Totgesagte leben manchmal länger. Gegen Kirchner laufen eine Reihe von Strafuntersuchungen, wegen Korruption und Geldwäscherei. Die Justiz könnte also eine allfällige Wiederwahl verhindern. Kirchner hat in ihrer Regierungszeit ein beeindruckendes Vermögen angehäuft. Dessen Ursprung konnte oder wollte sie nie öffentlich erklären. Geraubtes Staatsgeld? Jeder dritte Argentinier lebt in Armut und keine Regierung fühlt sich dafür verantwortlich. llores Argentina! Eine Wahl Kirchners wäre ein Desaster
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