- Bei den Parlamentswahlen in Dänemark führt das Linksbündnis von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen laut Prognosen vor dem rechten Lager.
- Gemäss ersten Nachwahlbefragungen dürfte keines der beiden politischen Lager eine absolute Mehrheit erreichen.
- Die Zentrumspartei von Aussenminister Lars Løkke Rasmussen könnte bei der Regierungsbildung entscheidend sein.
Der linke «rote» Block kam kommt gemäss einer ersten Prognose des Dänischen Rundfunks (DR) und des Instituts Epinion auf 83 der 179 Sitze im Parlament, während das rechte Lager 79 Mandate erhielt. Eine Erhebung von TV2 und Megafon sieht die Linken bei 86 und die Rechten bei 75 Sitzen. Erste Teilergebnisse werden im Laufe des Abends erwartet.
Die Sozialdemokraten von Regierungschefin Mette Frederiksen sind mit gut 19 Prozent der Stimmen stärkste Kraft – aber mit dem historisch schlechtesten Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg. Ob Frederiksen in einer dritten Amtszeit regieren wird, ist deshalb noch nicht sicher.
Keine klaren Mehrheiten
Die drei bisherigen Regierungsparteien – Frederiksens Sozialdemokraten, die rechtsliberale Venstre und die Partei Moderaterne von Aussenminister Lars Løkke Rasmussen – sind deutlich von einer klaren Mehrheit entfernt. Die einst grosse liberalkonservative Venstre ist auf rund neun Prozent abgestürzt und die Moderaten könnten bei gut acht Prozent landen. Damit könnte die Zentrumspartei Moderaterne von Rasmussen zum Zünglein an der Waage bei der Regierungsbildung werden.
Spannend ist auch der Wahlausgang in Grönland und auf den Färöer-Inseln. In beiden Autonomiegebieten werden jeweils zwei Abgeordnete gewählt. Sie könnten angesichts des knappen Ausgangs am Ende den Ausschlag geben, wer Dänemark künftig regiert.
Vorgezogene Neuwahlen
Frederiksen regiert in Dänemark seit 2019. Sie profitierte in den vergangenen Monaten von ihrer klaren Ablehnung der von US-Präsident Donald Trump gewünschten Abtretung von Grönland an die USA. Frederiksens Ansehen stieg wegen ihres Widerstandes gegen ihn und sie rief daraufhin vorgezogene Parlamentswahlen aus – der eigentliche Termin wäre im Oktober gewesen.
Aber viele Dänen und Däninnen sind der Fokussierung der Regierungschefin auf internationale Themen überdrüssig geworden und werfen ihr vor, innenpolitische Probleme zu vernachlässigen. So prägten neben der Aussenpolitik Themen wie eine geplante Reichensteuer, die Migrationspolitik und der Umweltschutz den Wahlkampf.