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Walfangkonferenz in Brasilien Standhaftigkeit ist gefragt

Legende: Audio Kritische Konferenz für den Schutz der Meeressäuger abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
01:14 min, aus SRF 4 News aktuell vom 10.09.2018.
  • Heute beginnt in Brasilien die internationale Walfangkonferenz. Dabei wird über den Fang in den nächsten zwei Jahren entschieden.
  • Die Positionen der Mitgliedsländer klaffen weit auseinander: Japan setzt sich dafür ein, den kommerziellen Walfang wieder einzuführen.
  • Brasilien macht sich für ein totales Walschutzgebiet im Südatlantik stark.

Seit 1986 ist der kommerzielle Walfang untersagt; Ausnahmen gibt es unter anderem für wissenschaftliche Zwecke. Das macht sich vor allem Japan zunutze. Es will den Schutz zusätzlich aufweichen und für den kommerziellen Walfang wieder Quoten einführen.

Es besteht die Gefahr, dass gewisse Kuhhandel eingegangen werden.
Autor: Fabienne McLellanOceancare

Worum es gehe, sei klar, sagt Fabienne McLellan. Sie ist für die schweizerische Nichtregierungsorganisation Oceancare als Beobachterin an der Walfangkonferenz in Brasilien. «Japan möchte ein Komitee für nachhaltigen Walfang etablieren. Das Brisante daran ist, dass das nur für Walfangländer vorgesehen ist.» Fürs Erste können sich die Japaner kaum grosse Hoffnungen machen. Bei der Konferenz reden 88 Länder mit.

Und der Widerstand dagegen, das Moratorium aufzuweichen, ist nach wie vor grösser als der Appetit der Walfangnation Japan. Die Asiaten arbeiten aber mit einer weiterreichenden Strategie auf die Wende in ihrem Sinn hin. McLellan sagt: «Es besteht die Gefahr, dass gewisse Kuhhandel eingegangen werden.»

Japan fordert einfache Mehrheit

Konkret bereitet Japan die Änderung der Satzungen vor und setzt dafür auf Brasilien. Die Südamerikaner sind bis jetzt mit ihrem Wunsch aufgelaufen, den Südatlantik zum Walschutzgebiet zu erklären. Es lässt sich dafür keine Dreiviertelsmehrheit finden; genauso wie Japan mit dem Wunsch nach einer Lockerung der Walfangbestimmungen bisher an dieser Hürde gescheitert ist.

Bei einer einfachen Mehrheit, so wie sie Japan anstrebt, sähe es für die Brasilianer sofort besser aus. Aber genauso schnell könnten Japan und seine Verbündeten dann auch das Walfangmoratorium kippen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Wale verkörpern für uns die Urkraft des Lebens. Bin gegen jegliche menschliche Aktivität, die den Walbeständen Schaden zufügt. Die intensive industrielle Bejagung des vergangenen Jahrhunderts brachte viele Walarten innerhalb weniger Jahrzehnte an den Rand der Ausrottung. Keinen kommerziellen Walfang mehr weltweit, egal unter welchem Deckmantel oder welchen Umständen er betrieben wird.Die Meeressäuger sind ohnehin bedroht durch Überfischung, Fischernetze, Wasserverschmutzung, Schiffsverkehr usw.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Norwegens Fischer sind die schlimmsten. Alle schimpfen auf Japan und Island, dabei fängt Norwegen die meisten Wale. 600 Minkwale starben dieses Jahr schon. Trotz Verbot wird das Fleisch exportiert. Der Walfang muss für alle verboten werden ohne Ausnahme. (inkl. Delfinjagd in Japan). Die Überfischung durch immer mehr Fangflotten bedroht ganz direkt die Wale, und wenn sie noch gejagt werden, gehören sie bald auf die Liste der bedrohten Tierarten. Denn ihnen wird schlicht ihre Nahrung weggefangen.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Der Anthropos, auch Mensch genannt gehört zu den Vertebraten ... zu den Lebewesen mit Rückgrat.... Was unseren Mitrückgratgenossen geschieht, wir auf kurz oder lang uns zustoßen. Wenn wir schon ein Rückgrat haben, dann ist es zwingend notwendig uns aufzurichten in volle Größe und zu Fürsprecherinnen für unsere Mitwesen zu werden. Es ist auch angesagt, dass zusammenhängende menschliche und nichtmenschliche Lebensgemeinschaften mit einklagbaren Rechten ausgestattet werden.
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