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USA- China drehen an der Sanktionsschraube
Aus Tagesschau vom 15.07.2020.
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Wegen Vorgehen in Hongkong US-Präsident Trump unterzeichnet Sanktionsgesetz gegen China

  • Im Streit um die Autonomie Hongkongs hat US-Präsident Donald Trump ein Sanktionsgesetz gegen China unterzeichnet.
  • Damit soll China für «repressive Aktionen» gegen die Menschen in Hongkong zur Rechenschaft gezogen werden, so Trump.
  • Die Vorzugsbehandlung Hongkongs vonseiten der USA sieht der US-Präsident für beendet an.

Das Gesetz gebe der Regierung wirksame neue Werkzeuge, um gegen Personen und Institutionen vorzugehen, «die Hongkongs Freiheiten auslöschen», sagte Trump am Dienstagabend im Weissen Haus. Der Senat und das Repräsentantenhaus hatten das sogenannte Hongkong-Autonomiegesetz zuvor einstimmig verabschiedet.

Das Gesetz sieht Sanktionen vor, nach denen der Besitz bestimmter Personen in den USA eingefroren und ihnen die Einreise in die Vereinigten Staaten verwehrt werden kann. Auch gegen ausländische Banken, die aus US-Sicht zu Chinas Bestrebungen beitragen, die Autonomie Hongkongs zu untergraben, können Strafmassnahmen verhängt werden.

China kündigt Vergeltungsmassnahmen an

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Die Flaggen der USA und Chinas
Legende: Die USA und China entfernen sich immer mehr. Keystone
  • Die Regierung in Peking kündigt nach der Unterzeichnung des US-Sanktionsgesetzes gegen China Vergeltungsmassnahmen an.
  • China werde Sanktionen gegen US-amerikanische Einzelpersonen und Unternehmen verhängen, erklärte das chinesische Aussenministerium am Mittwoch.
  • Die Volksrepublik lehne die jüngste Aktion des US-Präsidenten Donald Trump entschieden ab und fordere die Regierung in Washington auf, sich nicht mehr in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen, berichtete das staatliche Fernsehen.

So kann US-Finanzinstitutionen beispielsweise untersagt werden, Kredite an betroffene Banken zu vergeben.

Gleichbehandlung für Hongkong

Zudem erklärte Trump, er habe eine Verfügung unterzeichnet, die alle Vorzugsbehandlungen für Hongkong beende. Die Millionenmetropole werde künftig wie ein Teil Chinas behandelt, sagte der Präsident. «Keine besonderen Privilegien, keine besondere wirtschaftliche Behandlung und kein Export sensibler Technologien», sagte der US-Präsident.

Keine besonderen Privilegien, keine besondere wirtschaftliche Behandlung und kein Export sensibler Technologien.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Die US-Regierung hatte bereits Ende Mai angekündigt, der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong wegen der zunehmenden Einmischung Pekings einen vorteilhaften Rechtsstatus streichen zu wollen. Neben den Exportkontrollen soll dies auch Zölle und die Vergabe von Visa betreffen, wie es damals hiess.

Spannungen mit China nehmen zu

Die USA sehen in dem von Peking verabschiedeten Sicherheitsgesetz eine klare Verletzung von Hongkongs Autonomie und Freiheitsrechten.

Umstrittenes Sicherheitsgesetz in Hongkong

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  • Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China weitgehend autonom nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» verwaltet.
  • China hatte Ende vergangenen Monats das umstrittene Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong erlassen.
  • Es richtet sich gegen Aktivitäten, die von Peking als subversiv, separatistisch oder terroristisch angesehen werden.
  • Auch soll es «heimliche Absprachen» von Aktivisten mit Kräften im Ausland bestrafen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die USA hinter die Bemühungen zur Bewahrung der Demokratie in Hongkong gestellt. Der US-Kongress hatte fast einstimmig zwei Gesetze beschlossen, die die Proteste in der asiatischen Metropole unterstützen sollten. Trump hatte die Gesetze im November 2019 unterzeichnet. China hatte darauf gegen die «unverhohlene Einmischung in innere Angelegenheiten» protestiert.

Die neuen US-Massnahmen dürften die Spannungen zwischen den USA und China weiter verschärfen. Trump machte China am Dienstag erneut für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich.

Audio
Trump ergreift Sanktionen gegen China
01:26 min, aus HeuteMorgen vom 15.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:26 Minuten.

Tagesschau, 15.07.2020, 12:45 Uhr;

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Grut  (Pandas)
    Gute Entscheidungen die hier die US Regierung gemacht hat. China wird immer gefährlicher und zeigt seine Aggressionen jetzt viel offener wie in Hong Kong. Trump hat schon seit Jahren die richtige Politik China gegenüber gemacht und angefangen Jobs zurück nach Amerika zu holen.
    Mir gefällt auch das er die Probleme offen anspricht.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Trump hat seit Jahren in der Politik betreffend China keinen Bock ausgelassen, den er schiessen konnte. Jetzt hat er hier erstmals eine richtige Entscheidung getroffen, wobei ihm China dabei kaum eine Wahl gelassen hat.
  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Weltpolizist ist überfordert. Und wie jede US Cowboy zuerst schisst und dann frage stellt. Traurig zu sehen wie unsere Werte gesunken sind? Jeder mit ein wenig Verstand weiss, dass China wird sich nicht USA beugen.
    1. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      @Stanic: Leider muss ich Ihnen recht geben Herr Stanic. Die USA alleine schaffen das nicht. Frage mich für was wir eine UNO haben, welche behauptet für Menschen- und Völkerrecht einzustehen. Weiter drangsaliert China die Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres im Kampf um die Bodenschätze unter dem Meeresspiegel. Ob Vietnam, Philippinen oder Malaysia, nur die USA wirken der Repression durch China entgegen.
    2. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      Hr. Stanic: Wir kennen alle Ihr einseitiges US-bashing. In diesem Fall ein Funke correctness. Die USA schaffen es nicht alleine & China fordert die freie Welt heraus, sich zu entscheiden. Daher muss Europa westliche Werte regelrecht verteidigen! So, wie China heute Politik betreibt, ist hochgefährlich. Und ja, die US-Politik ist nicht nachhaltig. In Sachen Demokratie gibt es keine Zweifel: China hat diese nicht und kann diese nicht exportieren. Was China kann, wollen Sie lieber nicht erleben!
    3. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      @Mahr: Herr Mahr, kann jedes einzelne Argument von Ihnen zu China nur unterstützen. Alles ins Schwarze getroffen.
    4. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      Ach, geehrter Hr. Häberli, wo steuern wir nur mit unserer Blauäugigkeit nur hin...
  • Kommentar von Robert Huber  (Robert@Huber)
    Trump spielt genau in die Hände Chinas gegen Hongkong und gegen freie Meinungsäusserung.
    Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass Trump Fans in den Staaten immer noch nicht sehen, was für ein schrecklicher Mensch Trump ist.
    1. Antwort von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
      Unverständlicher Kommentar: während Europa rumeiert und den Finger hebt agieren die USA. Den Chinesen kann niemand mehr in den Hintern kriechen, da hocken schon die Europäer drin.
    2. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      Leider haben Sie so recht, Hr. Kreuter...