- Leo XIV. hat an Heiligabend im Petersdom seine erste Christmette als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gehalten.
- Vor rund 6000 Gläubigen in der Basilika und Zehntausenden auf dem Petersplatz mahnte der Papst eindringlich, die Waffen für einen Tag ruhen zu lassen und die «Weisheit von Weihnachten» neu zu entdecken.
- Die feierliche Messe markiert den Höhepunkt am Ende des Heiligen Jahres 2025.
In seiner Predigt schlug Papst Leo eine Brücke zwischen der biblischen Weihnachtsbotschaft und der aktuellen Weltlage – und rief zu Mitmenschlichkeit und Frieden auf.
Weihnachten zwischen Licht und Schatten
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Bild 1 von 17. Sie ist der Höhepunkt zum Ende des Heiligen Jahres 2025 der Katholiken: die Christmette im Petersdom in Rom. Bildquelle: Keystone/Gregorio Borgia.
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Bild 2 von 17. Für Papst Leo ist es die erste Weihnachtsfeier als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Bildquelle: Reuters/Guglielmo Mangiapane.
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Bild 3 von 17. Erstmals seit Beginn des Gaza-Krieges feiern die Christen auch in Bethlehem wieder Heiligabend – etwa vor der Geburtskirche, die am Ort der Geburt Christi errichtet worden sein soll. Bildquelle: Keystone/Mahmoud Illean.
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Bild 4 von 17. Für Kardinal Pierbattista Pizzaballa, den höchsten katholischen Geistlichen im Heiligen Land, sind die Feierlichkeiten ein Moment, trotz der Tragik auch Licht zu sehen. Bildquelle: Keystone/Nasser Nasser.
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Bild 5 von 17. Festliche Stimmung in einzigartiger Lagunenlandschaft: Mit rotem Mantel und weissem Bart verteilt ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann Geschenke bei seiner Tour durch das schwimmende Dorf Ganvie nahe Cotonou, Benin. Bildquelle: Reuters/Charles Placide Tossou.
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Bild 6 von 17. Ebenfalls seit Jahren überschattet vom Krieg: Anstelle, dass die gesamte Familie zusammenkommt, werden in der Ukraine die gefallenen Soldaten auf ihren Gräbern besucht. Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 17. «Wir freuen uns, wenn wir Weihnachtsmusik hören. Aber noch mehr freuen wir uns, wenn wir keine Musik des Bösen hören – keine Raketen, keine Drohnen», sagt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski an seiner Weihnachtsansprache. Bildquelle: SRF.
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Bild 8 von 17. Als Weihnachtsmänner verkleidet, klettern zwei Gebäudetechniker an der Fassade des CHUV-Kinderspitals in Lausanne empor und winken den hospitalisierten Kindern fröhlich zu. Die ungewöhnliche Aktion am Dienstag, 23. Dezember 2025, bringt ein Stück Weihnachtsfreude in die Krankenzimmer. Bildquelle: Keystone/Cyril Zingaro.
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Bild 9 von 17. Ein riesiger Weihnachtsmann thront auf einer festlich geschmückten Fähre, die langsam über den Rio Negro in Brasilien gleitet. Aus der Luft ist zu sehen, wie die «Natal das Águas»-Tour Geschenkkörbe und Spielzeug zu den Familien der Flussgemeinde Bela Vista do Jaraqui bringt. Die Aktion wird von der Stadt Manaus organisiert. Bildquelle: Reuters(Bruno Kelly.
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Bild 10 von 17. An vielen anderen Orten, etwa in London, kommen an Heiligabend tatsächlich Familie und Freunde zum Feiern zusammen. Bildquelle: SRF.
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Bild 11 von 17. Der britische Premierminister Keir Starmer erinnert an die Nächstenliebe: «In dieser Zeit des Jahres, in der Liebe und Überfluss gefeiert werden, können Verlust oder Not noch stärker empfunden werden. Rufen Sie also einen Nachbarn an, schauen Sie bei einem Freund oder Verwandten vorbei, von dem Sie schon länger nichts mehr gehört haben.». Bildquelle: SRF.
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Bild 12 von 17. Auch im pakistanischen Karatschi versammeln sich Gläubige der christlichen Minderheit zu einer Weihnachtsmesse. Bildquelle: Keystone/Shahzaib Akber.
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Bild 13 von 17. In Syrien lassen Menschen die weihnachtlich geschmückten Strassen auf sich wirken ... Bildquelle: Keystone/Ahmad Fallaha.
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Bild 14 von 17. ... und in Kenia entzünden Gläubige zur Christmesse eine Kerze. Bildquelle: Reuters/Thomas Mukoya.
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Bild 15 von 17. US-Präsident Donald Trump derweil feiert Weihnachten bei einem Dinner in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Bildquelle: Keystone/Alex Brandon.
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Bild 16 von 17. Freiwillige in Südkorea, verkleidet als Weihnachtsmänner, werfen ihre Mützen in die Luft während einer Wohltätigkeitsveranstaltung am Heiligabend in Seoul, Südkorea. Die Korea Youth Foundation organisierte die Aktion und beschenkte 1’004 benachteiligte Kinder. Bildquelle: Keystone/JEON HEON-KYUN.
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Bild 17 von 17. Gläubige halten LED-Lichter während eines Kerzenlicht-Gottesdienstes am Heiligabend in der Indonesia Arena in Jakarta, Indonesien, am 24. Dezember 2025. Obwohl die Mehrheit der Indonesier muslimisch ist, wird Weihnachten landesweit gefeiert – oft auch als säkularer Feiertag. Bildquelle: Keystone/Mast Irham.
Es gebe auf Erden keinen Platz für Gott, wenn es keinen Platz für den Menschen gebe. «Den einen nicht aufzunehmen, bedeutet, den anderen nicht aufzunehmen. Wo hingegen Platz für den Menschen ist, ist auch Platz für Gott», sagte der Pontifex und verwies auf die Worte seines Vorgängers, Papst Benedikt XVI. Dieser habe gesagt, solange die Nacht des Irrtums die Wahrheit Gottes verdunkle, gebe es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden.
Den einen nicht aufzunehmen, bedeutet, den anderen nicht aufzunehmen. Wo hingegen Platz für den Menschen ist, ist auch Platz für Gott.
Zudem sprach Papst Leo von «unbewaffneten und entwaffnenden Heerscharen» des Himmels bei der Geburt Jesu. Weihnachten sei ein Fest der Hoffnung, das «uns zu Boten des Friedens» mache. Zu den Dingen, die ihn traurig stimmten, gehöre, dass Russland einen Waffenstillstand abgelehnt hatte. Zur Lage im Nahen Osten sagte er, es sei zu hoffen, dass das Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern Fortschritte mache – dort begingen Christen in Bethlehem erstmals seit dem Gaza-Krieg wieder Weihnachten.
Wird uns diese Liebe genügen, um unsere Geschichte zu verändern?
Der Papst warnte vor dem menschlichen Drang nach Dominanz. Während der Mensch Gott werden wolle, um über seine Nächsten zu herrschen, wolle Gott Mensch werden, um uns von jeder Sklaverei zu befreien. «Wird uns diese Liebe genügen, um unsere Geschichte zu verändern?», fragte der Pontifex schliesslich als Kern seiner Botschaft.
Auch an seinen im April gestorbenen Vorgänger Papst Franziskus XVI. erinnerte Papst Leo, der zu Weihnachten 2024 bereits gesundheitlich angeschlagen war und das Heilige Jahr eingeläutet hatte. Dieses endet am 06. Januar.
Tausende verfolgten auf dem Petersplatz bei strömendem Regen die nach draussen übertragene Messe. Der Papst hatte sie zu Beginn in verschiedenen Sprachen begrüsst und sich bedankt, dass sie bei «diesem Wetter» gekommen seien.
«Urbi et Orbi» am 25. Dezember
Am ersten Weihnachtstag wird der Pontifex um 12 Uhr die traditionelle Weihnachtsbotschaft verkünden und vom Balkon des Petersdoms aus den Segen «Urbi et Orbi» spenden. Zehntausende Gläubige werden in Rom erwartet.