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US-Präsident Trump: «Ein Fehler ist ein Fehler» (englisch)
Aus News-Clip vom 19.04.2020.
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Wie ist das Virus entstanden? Politiker fordern Untersuchung zum Ausbruch in China

Entstand das Coronavirus auf dem Tiermarkt? Hat China es absichtlich verbreitet? Drei Länder fordern eine Aufarbeitung.

Im Dezember 2019 ist das Coronavirus in der chinesischen Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei zum ersten Mal auffällig geworden. Danach entwickelte sich zuerst in China eine Epidemie, die sich mittlerweile weltweit ausgebreitet hat. Wie es zum Ausbruch kam, ist bis heute unbekannt. Nun fordern Länder eine Aufklärung.

Australien: Die australische Aussenministerin Marise Payne fordert Untersuchungen zum Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China. «Die Themen rund um das Coronavirus sind Themen für eine unabhängige Überprüfung, und ich denke, dass es wichtig ist, dass wir das tun», sagte sie dem Fernsehsender ABC. Australien werde darauf bestehen. Was die Transparenz Chinas angehe, sei sie besorgt.

Deutschland: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert von China Klarheit über den Ausbruch des Coronavirus. «Die Chinesen müssen vollkommene Offenheit in dieser Weltkrise zeigen – gerade was den Ursprung des Virus angeht», sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «China hätte schneller in den internationalen Austausch über die Ausbreitung des Virus in Wuhan treten müssen.»

USA: US-Präsident Donald Trump hat China für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht und seine eigene Regierung gegen jegliche Kritik verteidigt. «Es hätte in China gestoppt werden können», sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit). «Das ist nicht geschehen, und die ganze Welt leidet deswegen.»

Trump fragt: «War es ein Fehler, der ausser Kontrolle geriet, oder wurde es absichtlich getan?» In letzterem Fall «sollte es Konsequenzen geben». In jedem Fall hätte die Regierung in Peking US-Experten erlauben müssen, die Vorgänge vor Ort zu untersuchen. «Sie wollten uns nicht dort haben.»

Von Labormitarbeiter versehentlich in Stadt gebracht?

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US-Medienberichten zufolge könnte China die internationale Gemeinschaft über Tage hinweg nicht über das Virus informiert haben. Ausserdem gibt es in den USA Berichte unter Berufung auf amerikanische Geheimdiensterkenntnisse, wonach das Virus aus einem Forschungslabor in China stammen könnte. Dieser Theorie zufolge soll das Virus im Institut für Virologie in Wuhan versehentlich von einem Mitarbeiter in die Stadt Wuhan gebracht worden sein, wo die Pandemie ihren Ursprung hatte.

China: Der Chef des Instituts für Virologie in der zentralchinesischen Stadt Wuhan hat amerikanische Vorwürfe zurückgewiesen, dass das neue Coronavirus aus seinem Labor stammen könnte. «Das Virus ist auf keinen Fall von uns gekommen», sagte Yuan Zhiming in einem am Sonntag in chinesischen Medien verbreiteten Interview des Staatsfernsehens.

«Wir wissen genau, welche Virus-Forschung in dem Institut vorgeht und wie mit Viren und Proben umgegangen wird», sagte er. Auch habe sich niemand in seinem Labor mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Es sei verständlich, dass sein Labor in Wuhan, dem Ursprungsort der Pandemie, bei den Leuten Assoziationen wecke. «Aber es ist schlimm, wenn einige versuchen, die Menschen in die Irre zu führen», sagte Yuan Zhiming.

Tiermarkt als Ursprung?

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China wandte sich auch gegen die – bereits von Wissenschaftlern zurückgewiesene – These, dass das Virus im Labor erzeugt worden sein könne. Nach den bisherigen Erkenntnissen war das neuartige Corona-Virus in Wuhan – wie schon 2002 das Sars-Virus – von einem Tiermarkt ausgegangen, wo erste Erkrankungen aufgetreten waren. Experten gehen davon aus, dass es von Fledermäusen stammt und auch über ein anderes Tier als Wirt verbreitet worden sein könnte.

SRF 4 News, 19. April 2020; 11:00 Uhr;

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134 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Wildtiermärkte sind schockierend. Dieser beginnt bereits bei Jagdmethoden wie dem Einsatz von Schlingfallen, die Wildtiere wahllos treffen und sie grossen Qualen aussetzen. Angeboten wird nahezu alles, was die Natur hergibt. Wildtiere werden millionenfach auf Märkten in China verkauft, lebend oder aber zerlegt, geräuchert oder in Flüssigkeiten eingelegt. Schuppentiere, Ginsterkatzen usw. Eine dauerhafte Schliessung ist aus gesundheitlichen Gründen, vor allem für denTierschutz unausweichlich.
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Es gibt nur eins: chinesische Produkte boykottieren und auf den Billigramsch verzichten. Es gilt möglichst heimische Produkte zu berücksichtigen und die Wirtschaftsstandorte von China, z.B. nach Taiwan, zu verschieben.
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    1. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Genau, Herr Blatter. Das ist auch meine Meinung und wird mich nur noch mehr dazu bewegen, beim Einkauf ganz genau hinzuschauen. Wenn eine renommierte Schweizer Pfannenmarke "made in China" draufstehen hat, kann ich bestens verzichten. Egal, wie die Firma ihre Steuern bezahlt. Wir werden zwangsläufig mehr bezahlen und je nach Budget weniger konsumieren müssen. Etwas, das unseren wirtschaftsfreundlichen Parlamentarieren ordentlich gegen den Strich gehen wird. Jä nu, denn halt. Weniger ist mehr.
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    2. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Die Produktion vieler Produkte kann nicht mehr in unsere Länder zurückverlegt werden. Der Zug ist längst abgefahren. Wäre a) vollkommen unwirtschaftlich, und b) gar nicht möglich. Nicht "Made in China" Produkte muss man mit der Lupe suchen, z.B. mein 3M Isolierband, das ich seit nunmehr 50 Jahren verwende. Es wird tatsächlich noch in den USA hergestellt. Eine absolute Ausnahme.
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  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Für mich sind es nicht primär die Tiermärkte, auf denen COVID19 entstand.
    Schon als ich zum allerersten Mal von diesem Virus hörte, war ich mir sicher, es sei aus einem Labor verschleppt worden. Wuhan ist ja bekannt für seine Forschungslabore.

    Man kann mich ja auslachen, ist mir Wurst, doch fest steht, China würde nie und nimmer die Wahrheit ans Licht kommen lassen. Grundsätzlich bei allem, was einen Gesichtsverlust bedeutete.
    Einmal mehr: "Made in China" kommt mir nicht mehr in die Tüte.
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