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International Wie weiter nach dem Rückzug der Armee aus Debalzewe?

Der Abzug aus dem umkämpften Debalzewe ist ein schwerer Rückschlag für die Führung in Kiew. Zugleich nährt er Hoffnungen auf eine Deeskalation. Bundeskanzlerin Merkel spricht sich für die Rückkehr zu einer Partnerschaft mit Russland aus.

Legende: Video Debalzewe ist gefallen abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.02.2015.

Die ukrainische Führung hat im Kampf um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe in der Ostukraine die militärische Niederlage eingestanden. Der prowestliche Präsident Petro Poroschenko befahl heute den Abzug der Regierungstruppen aus dem strategisch wichtigen Ort.

Poroschenko lobt seine Truppen

Für Poroschenko ist der Verlust von Debalzewe eine herbe Niederlage. Kremlchef Wladimir Putin hatte bei einem Besuch in Ungarn am Vortag eine Kapitulation der ukrainischen Truppen in Debalzewe gefordert.

Legende: Video Was kann die Diplomatie noch ausrichten? abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.02.2015.

Poroschenko bemühte sich dennoch, Stärke zu demonstrieren. Er sei «stolz, Oberbefehlshaber solcher Streitkräfte» zu sein. Die Einheiten hätten in Debalzewe «bis zuletzt mutig ausgeharrt».

Doch noch eine Chance für das Minsker Abkommen?

Mit dem Rückzug der ukrainischen Armee aus dem umkämpften Verkehrsknotenpunkt Debalzewe scheint der Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses weiter offen. Unklar ist derzeit jedoch, ob nun der schon überfällige Abzug der schweren Waffen beider Seiten tatsächlich beginnt.

«Zum Beweis des guten Willen» hätten die Separatisten im Raum Donezk mit dem vereinbarten Abzug schwerer Waffen begonnen, behauptete Separatistenführer Eduard Bassurin in Donezk. Er forderte die Regierungseinheiten auf, dasselbe zu tun.

Versöhnliche Töne Richtung Moskau

Obwohl die Eroberung von Debalzewe vom Westen als Verletzung des Minsker Abkommens von vergangener Woche betrachtet wird, setzt die Politik in der EU und den USA weiterhin grosse Hoffnungen in die Vereinbarung.

Man müsse der Umsetzung des Abkommens mehr Zeit geben, liess heute das US-Aussenministerium verlauten. Es wäre nicht richtig, jetzt mit neuen Sanktionen gegen Russland und die Separatisten oder Waffenlieferungen an die Ukraine zu reagieren. Das Minsker Abkommen sei nicht gescheitert.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Russland erneut. Die EU-Regierungen würden «nicht nachlassen, alles dafür zu tun, damit die Ukraine ihren Weg gehen kann und ihre territoriale Integrität hat». Zugleich warb sie aber für eine Rückkehr Moskaus zu einer Partnerschaft mit der EU: «Wir wollen die europäische Friedensordnung mit Russland gestalten und nicht gegen Russland».

«DOK» zur Ukraine

Als Korrespondent in der Ukraine – Risse im Land der Hoffnung - «Dok» vom Donnerstag, 19. Februar 2015

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64 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Putin wird naechstens das ukrainische Protektorat ausrufen und sich dann daran machen, auch andere Natioenli zu inhalieren... Man hat es nicht geschafft ihn zu stoppen als noch Zeit war.. jetzt wird es sehr schwierig.
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  • Kommentar von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
    Eine gute Schlagzeile, ein gutes Theaterspiel aller involvierten Parteien, leider mit richtigen Toten und Verwundeten. Was zwischen den Zeilen läuft bleibt zu ergründen. Die Hoffnung auf Frieden bleibt.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Was soll das Geschwafel von der territorialen Integrität wieder, wenn eine Regierung seine Minderheiten mit Gewalt behandelt? Die US-Vasallen in Kiew, Poroschenko und v.a. Jazenjuk haben so ein Hass auf alles Russische, dass sich die russischstämmige Bevölkerung im Osten sehr wohl bedroht fühlen konnte. Dieses antirussische gehabe zeigte sich z.B. in der Abschaffung der russischen Sprache als Amtssprache.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Russisch war in der unabhängigen UA noch NIE Amtssprache! Ich zitiere aus Wikipedia: "Mit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wurde Ukrainisch zur alleinigen Amtssprache des neuen Staates, wenngleich Russisch in der Ukraine nach wie vor eine äußerst wichtige Rolle spielt." – Eines von vielen Beispielen, wie mit Legenden Propaganda betrieben wird....
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      F.B.Eben das war auch eine der Ursachen des Konflikts. Man darf nicht verbieten mehr als die Hälfte des Landes ihre Sprache anzuwenden.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      N.Belg, aber ALLE sprechen doch (auch) russisch in der Ukraine, es ist die wichtigste Umgangssprache, einfach nicht Amtssprache! Seit 1991 hat das nie Probleme gegeben, wieso plötzlich jetzt? Und wieso lastet man jetzt Poroschenko eine "geerbte" Situation an? Wenn es nun so wichtig ist, russisch im ganzen Land oder in einzelnen Regionen zur 2. Amtssprache zu machen, wird das sicher kein Problem sein, sobald sich die Lage beruhigt hat. Ganz sicher muss man deswegen keinen Krieg führen, oder?
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    4. Antwort von N.Belg, Luzern
      Eben, wieso Kiew führt den Krieg, wenn sie ihre Sprache behalten wollen? Sie haben vorerst demonstriert, niemand wollte das regeln aus Kiew. Illegitime Regierung wollte die russische Sprache weg. Das ist Verletzung des Rechtes. Wieso verdrehen sie zugunsten der Kiew? Wieso sehen sie nicht ihre Gräueltaten?
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    5. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ F. Buchmann: Das mit der Amtssprache gebe ich Ihnen recht bzw. das habe ich nicht genau rescherchiert. Ich weiss nur, dass Kiew die russische Sprache "zurückgestuft" bzw. "angegriffen" hat - wie genau weiss ich nicht. Aber das ist im Detail nicht so wichtig. Wenn eine Regierung eine "Landessprache" angreift, dann ist dies schon eine massive Feindseligkeit denen gegenüber, welche sich dieser Sprache bedienen und sie als ihre Hauptsprache definieren.
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    6. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Frau Belg, verstehen wir uns richtig? In der Ukraine war russisch seit 1991 nie Amtssprache. Aber überall, auch in Kiew oder Lwiw, wird viel russisch gesprochen, und niemand wird deswegen verfolgt, auch heute nicht. Der Krieg hat doch ganz andere Ursachen, die Sprache ist das kleinste Problem!
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    7. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      H.Bernoulli, "Landessprache angreifen", "zurückstufen", "wie genau weiss ich nicht" – es gibt so viel Gerüchte um diese arme, geschundene Ukraine :-( Fahren Sie einmal dorthin, überall, auch im Westen, verstehen alle Leute russisch, und es ist auch die Sprache, die im Alltag am meisten gesprochen wird, auch in Lwiw, Kiew usw. Ich weiss das aus eigener Erfahrung! Bitte keine Legenden!
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    8. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ F. Buchmann 19.02.2015, 15:19: Ich bin gerne bereit, mich bezüglich dieses "Sprachstreites" eines besseren belehren zu lassen. Hab's anders gelesen.Haben Sie Quellen, welche Ihre Sicht unterstützen? In anderen Punkten weiss ich, dass Sie Fakten, welche Ihnen nicht passen, nicht anerkennen bzw. bestreiten. Also: kann ich Ihnen bezüglich Ihren Angaben zum "Sprachstreit" vertrauen? Sind es wirklich nur Legenden, dass die Kiewer Regierung versucht hat, die russische Sprache zu diskriminieren?
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    9. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      H.Bernoulli, es steht Ihnen frei, mir zu vertrauen oder nicht :-) Ich kann nur einfach das sagen: Ich war in Kiew und Odessa, und die Leute haben ALLE russisch gesprochen, wenn man diese Sprache spricht, weiss man, dass das Gegenüber einen versteht. Und die beste Freundin meiner Frau kommt aus der Ukraine, ihre Mutter lebt in Charkow, und sie erzählt, dass es dort ruhig und friedlich zugeht, trotz des nahen Kriegs. Die Frau ist russischstämmig und wüsste von keinen Problemen....
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    10. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      P.S. H.Bernoulli: In Lwiw war ich auch kurz, und dort das gleiche Bild, obwohl diese Stadt ja gerne als Hochburg ukrainischer Nationalisten beschrieben wird!
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    11. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ F. Buchmann: "Englisch als Fremdsprache: Poroschenko will kein Russisch in der Ukraine", reisserischer Titel, der sich im Artikel relativiert. Es dürfte aber auch Ihnen klar sein, dass solche Vorstösse der Regierung in Kiew - zusammen mit anderen antirussischen Aussagen - nicht vertrauensbildend sind für die russisch orientierten Ukrainer. Also: nicht nur eine propagandistische Legende! Aber von russischer Propaganda aufgebauschte Geschichtge. Kein schwarz-weiss.
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    12. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      H.Bernoulli, ich erinnere mich an diesen Artikel mit dem reisserischen Titel. Als erfolgreicher Unternehmer weiss Poroschenko, wie wichtig Englisch für die wirtschaftliche Entwicklung ist. Er selber spricht es ausgezeichnet. Deshalb hat er angeregt, in ukrainischen Schulen zuerst Englisch zu lernen. Ähnliche Diskussionen kennen wir ja auch aus der Schweiz. Es war kein glücklicher Moment, damit zu kommen. Aber der Mann hat viel Know-how, schade, dass er in diesem dummen Krieg "verheizt" wird!
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    13. Antwort von N.Belg, Luzern
      F.B. Das geht darum was die Regierung!!! seit langem versucht offizielle Sprache weg schaffen in Schulen und überall, Geschichte verdrehen, Schriftsteller verbieten, Fillme und ganze Kultur und Tradition was auf russisch und mit Russland verbunden ist. Auf dem Krim waren auch gleiche Versuche. Sie verstehen das so einfach, wenn man mit einander diese Sprache spricht ist "okey" Sehr naiv...
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    14. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Was man natürlich auf Wikipedia nicht findet, ist, dass die russische Sprache hauptsächlich in der Ost-Ukraine, wo viele Russen, oder russisch stämmige Ukrainer leben weiterhin als Amts-Sprache akzeptiert worden ist. Sie zu verbieten hat ja Poroschenko rasch als Fehler eingesehen & es auf Druck der EU rückgängig gemacht. Doch er hatte durchs Verbot die Ost-Ukrainer schon gegen sich aufgebracht.
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    15. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Auch wenn E.Waeden&N.Belg es nochmals mit vereinten Kräften zu "beweisen" versuchen: Russisch wird in der Ukraine nicht verdrängt, nicht verboten, nicht abgeschafft! Der Versuch, aus der demokratisch gewählten UA-Regierung ein "Monster" zu machen, hat einen durchsichtigen Grund: einen Vorwand zu finden für eine Fortsetzung der separatistischen Eroberungszüge! Lassen Sie sich nicht vor diesen Propaganda-Karren spannen!
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    16. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Auch wenn Sie es werter Herr Buchmann nicht wahr haben wollen, kaum die Regierung geputscht, den Vertrag, dass der geputschte Präsident bin Ende des Jahres im Amt bleiben solle nicht eingehalten, hat die damals noch Übergangsregierung Poroschenko dieses Verbot ausgesprochen, aber rasch wieder zurück nehmen müssen. Ebenso wurde im letzten Jahr russische Lebensmittel & Produkte in den Geschäften verboten. Wurde übrigens von westlichen Sendern vermeldet! Ist also keine russische Propaganda, gell!
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    17. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      E.Waeden, das mit den russischen Lebensmitteln war wenn schon eine Reaktion auf den russischen Boykott ukrainischer Lebensmittel, und am Status des Russischen in der Ukraine hat sich im Endeffekt nichts, aber auch gar nichts geändert!
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