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Wien: Rechtsextremes Netzwerk ausgehoben
Aus Tagesschau vom 12.12.2020.
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Wien und München ermitteln «Massiver Schlag gegen Rechtsradikale»

  • Bei Durchsuchungen haben Ermittler in Österreich ein riesiges Waffenarsenal für Rechtsradikale sichergestellt.
  • In Bayern und Österreich seien mehrere Verdächtige festgenommen worden.
  • Möglicherweise ist man der Bildung einer rechtsradikalen Miliz in Deutschland zuvorgekommen.

In Wien haben Sicherheitsbehörden am Samstag die Ergebnisse von Ermittlungen in der rechtsradikalen Szene berichtet. Es sei ein «massiver Schlag» gegen Rechtsextreme gelungen, erklärte der österreichische Innenminister Karl Nehammer zusammen mit Vertretern der Sicherheitsbehörden am Samstag.

Mit den Waffen sollte «möglicherweise eine rechtsradikale Miliz» in Deutschland aufgebaut werden, erläuterte Nehammer weiter. Demnach nahmen die Ermittler fünf Personen in Österreich und zwei Personen in Bayern fest. Weitere Ermittlungen sollen auch in Nordrhein-Westfalen laufen.

Seehofer «zutiefst schockiert»

Das Bayerische Landeskriminalamt bestätigte auf Nachfrage eine Festnahme im Osten Bayerns am vergangenen Mittwoch. Ein zweiter Verdächtiger sei in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.

Deutschlands Innenminister Horst Seehofer sei über die Ermittlungen informiert und habe sich im Gespräch mit Nehammer «zutiefst schockiert» gezeigt, hiess es aus Österreich. «Die Behörden stehen im engsten Kontakt», bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag. «Wir nehmen die Situation sehr ernst. Die Tat und die Tathintergründe müssen jetzt restlos aufgeklärt werden.»

Einer der grösster Waffenfunde in Jahrzehnten

Nach Angaben der österreichischen Behörden wurden über 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen, Handgranaten, Wehrmachtsgegenstände wie Säbel und Helme, sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt. Bei den Waffen handelt es sich nach Angaben des österreichischen Landespolizeipräsidenten Gerhard Pürstl um einen der «grössten Funde der letzten Jahrzehnte».

Gefundene Waffen
Legende: Gefundene Waffen Automatische Schusswaffen und Handgranaten fanden sich in verschiedenen Lagerstätten, heisst es in Wien. Keystone

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch stellten die Ermittler nach eigenen Angaben Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sicher. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag sei ein Container mit Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. In einer Lagerhalle in Niederösterreich hätten die Ermittler am Freitag dann noch einmal rund 100'000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen entdeckt. Es handele sich um «schweres Gerät, mit dem man sehr, sehr viel Schaden anrichten» könne, so Pürstl weiter.

Drogenlieferung bringt Ermittler auf die Spur

Eine Drogenlieferung aus Deutschland im Oktober habe die Polizei zu dem Netzwerk geführt, teilten die österreichischen Ermittler mit. Mit den Erlösen aus dem Drogenhandel seien dann die gefundenen Waffen gekauft worden.

Der Hauptverdächtige ist ein 53-jähriger vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll.

Der Schweizer Rechtsextreme Bernhard Schaub soll laut Recherchen österreichischer Medien vor 10 Jahren an der Gründung dieser Bewegung beteiligt gewesen sein. Der Holocaust-Leugner ist in der Schweiz bekannt, unter anderem durch die Verteilung von Flugblättern.

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Aus dem Archiv: Bernhard Schaub leugnet in Flugblättern Holocaust
Aus Schweiz aktuell vom 30.10.2006.
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Echo der Zeit, 12.12.2020, 19 Uhr;

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Wenn ich mich erinnere, wie viel Munition, Handgranaten, Gewehrgranaten, Artilleriegranatan, Sprengstoff, MG-Gurte, zu meiner Militärzeit stillschweigend als "verschossen" abgebucht und nach Hause entwendet wurde, und wie lange in der Schweiz der Waffenhandel vollkommen frei war, dann muss man davon ausgehen, dass es in der Schweiz tausende viel grössere private Waffenlager gibt.
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    1. Antwort von Linus Gutzi  (Linus420)
      Es kann sein dass viel Waffen in Privatbesitz sind aber hoffentlich nicht in besitz rechtskadikaler Gruppen da besteht schon ein unterschied.
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  • Kommentar von Hans Furrer  (Antifa)
    @von Känel
    wieso Linke mit Rechtsextremen gleichsetzen?
    Hat es in Deutschland in den letzten Jahren Terror von Linken gegeben? Mir sind nur Tötungen und Bombenanschläge von Rechtsextremen bekannt und auch keine von linken Waffenlagern ...!!!
    Bitte etwas Augenmass haben und nicht unvergleichliches miteinander vergleichen
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    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Furrer: So wie ich Herr Von Känel verstand ging es Ihm nicht um eine Gleichsetzung von rechts und links. Aber er wollte in Erinnerung rufen dass es diese Gewaltbereitschaft auch bei Linksradikalen gibt. Er darf mich gerne korrigieren, wenn ich falsch liege. Es geht hier nicht darum wer hat was und wie viel getan denn das wäre kindisch und hilft keinem.
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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Seehofer «zutiefst schockiert» Nun Horst Seehofer war das in den letzten Jahren des Öfteren mal. Darauf gab er jeweils vollmundige, nie wieder Ansprachen und Apelle. Tja und das wars - meistens. Wären die Waffen nicht mit Drogengeld gekauft worden, wie lange hätte dieses Netzwerk wohl noch unentdeckt weiter bestanden. Mich würde es auch nicht wundern, wenn die beschlagnahmten Waffen teilweise aus der Schweiz stammen. Länderübergreifende Ermittlungen, europäische Zusammenarbeit, unerlässlich.
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