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Legende: Audio Eine lange Tradition von US-Landkäufen abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 16.08.2019.
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Will Trump Grönland kaufen? Der neuste Streich aus dem Hause Trump

Eine angebliche Aussage des US-Präsidenten sorgt für Aufruhr. Ob ernst oder nicht, das Medienecho ist ihm gewiss.

Haben Sie es schon gehört? Donald Trump will Grönland kaufen. Seit ein paar Stunden machen Berichte die Runde, wonach der US-Präsident Interesse an der grössten Insel der Welt hat. Soll man darüber lachen? Soll man die Stirn runzeln?

Die Nachrichtenagentur AP stützt sich auf einen sogenannten Insider. Laut diesem soll der US-Präsident gegenüber Beratern wiederholt sein Interesse geäussert haben, Grönland für die USA zu kaufen. Offizielle Bestätigungen dafür gibt es aber nicht.

Häuser auf Grönland.
Legende: Grönland hat eine Fläche von 2.17 Millionen Quadratkilometern und ist die grösste Insel der Welt. Keystone

Und dennoch setzte sich umgehend die mediale Erregungsmaschinerie in Gang: «Das muss ein 1. April-Scherz sein» twitterte ein ehemaliger dänischer Ministerpräsident. «Weiss der überhaupt, wo Grönland ist?», höhnte eine bekannte US-Schauspielerin. Und ein seriöses Nachrichtenportal frotzelte: «Greenland» sei Trumps «Green New Deal».

Das Internet macht sich über Trumps Äusserung lustig

Doch so absurd Trumps Kaufgelüste auch scheinen mögen – sie sind es nicht. Denn auch wenn Donald Trump den Klimawandel in Frage stellt, weiss er, dass unter der schmelzenden Eisdecke Grönlands grosse Vorräte an Bodenschätzen lagern. Zudem ist die Insel ein strategisch wichtiges Gebiet.

Landkauf nicht neu in US-Geschichte

Trumps präsidentielle Kaufgelüste sind aber auch nicht neu: Schon US-Präsident Harry Truman bot Dänemark vor 73 Jahren die Summe von 100 Millionen Dollar für das arktische Eiland, Kopenhagen schlug das Angebot aus. Ein paar Jahre zuvor hingegen war das nordische Land bereit gewesen, den Vereinigten Staaten die Virgin Islands in der Karibik für den Preis von 25 Millionen Dollar abzutreten.

Blickt man noch weiter zurück, zeigt sich, dass die USA vor allem im 19. Jahrhundert ihr Staatsgebiet durch verschiedene Zukäufe erweitert haben: Von Frankreich erwarb man Louisiana für 15 Millionen Dollar, das heisst, das Gebiet an der Mündung des Mississippi. Alaska kaufte man Russland für gut 7 Millionen ab. Noch günstiger, nämlich 5 Millionen, war Florida, das man Spanien abnötigte.

Mann im Anzug auf Bühne.
Legende: Noch ist unklar, wie die Aussage von Donald Trump zu deuten ist und ob er sie tatsächlich getätigt hat. Keystone

Inzwischen hat die dänische Regierung verlauten lassen, Grönland stehe auch heute nicht zum Verkauf. Die mediale Erregungsmaschinerie wird deshalb schon bald wieder abklingen, beziehungsweise sich dem nächsten Gerücht zuwenden aus dem Hause Trump.

Der US-Präsident betreibe Politik wie eine Fernseh-Reality-Show, hört man oft von seinen Gegnern. Doch viele von ihnen spielen bereitwillig mit. Auch zweieinhalb Jahre nach seiner Wahl haben viele in den USA offenbar noch nicht verstanden, was ein bekannter Internetunternehmer meinte, als er sagte, man müsse Trump nicht immer wörtlich nehmen, aber man müsse ihn ernst nehmen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Warum wird eigentlich nicht über die Chinesen gespottet? Diese sind auch gerade daran, halb Afrika unter ihren Nagel zu reissen? Als Trump den Handelskrieg mit China vom Zaune brach, wurde er auch verspottet und gemutmasst, dass dies den USA grossen Schaden zufügen werde. Bis jetzt hat aber mehrheitlich China ein Problem damit. Dass man Trump nicht wörtlich aber ernst nehmen sollte, hat schon etwas.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Ich denke, die Auswirkungen auf die USA werden verzögert eintreffen. Und ja - man muss DJT ernst nehmen; er weiss, in welchem Tempo er eskalieren kann ohne die Wiederwahl zu gefährden. Seine Fühler reichen so weit in die US-Wirtschaft hinein, dass er sowohl über die Lagerbestände als auch über den Innovationsstand und die Produktionsbereitschaft Bescheid weiss. - Ich meine, er ist gut im Zeitplan; negative Auswirkungen werden erst nach der Wahl sichtbar werden.
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Wie will man den Dänen Grönland abkaufen,das nie rechtsgültig in
    ihrem Besitz war?Nur weil einst ein Wikinger auf der Flucht nach einem
    Mord dort angekommen ist,sind die Besitzrechte der Ureinwohner
    nicht erloschen.Geschäftspartner wären die dort ansässigen Ureinwohner.
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  • Kommentar von Andreas Buser  (AnMaBu)
    Der nächste Streich? Nein, die nächste Idiotie in der langen Reihe.....
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