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Zum Tode von Kofi Annan Kämpfer für den Frieden

Legende: Video Kofi Annan: Diplomat mit Charisma abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2018.
Allein vermag ich nicht viel zu tun. Aber zusammen können wir viel erreichen. Wir können versuchen, die UNO zu reformieren, für das 21. Jahrhundert neu zu positionieren.
Autor: Kofi Annanals gewählter UNO-Generalsekretär

Das war sozusagen die Programmerklärung Kofi Annans, als er 1996 zum siebten Generalsekretär der UNO gewählt wurde. Viele sahen in Kofi Annan damals nur den Büttel der USA. Denn Annan wäre nicht gewählt worden, wenn die Wiederwahl von Boutro Boutros-Ghali nicht durch ein Veto der USA verhindert worden wäre.

Eine seiner schwierigsten Aufgaben war 1998 der Besuch beim irakischen Diktator Saddam Hussein. Spätestens da wurde klar, dass Kofi Annan nicht einfach der Mann der USA ist. Denn diese waren gegen Gespräche mit Saddam.

Mit der Schweiz verbunden

Kofi Annan war nicht nur wegen des UNO-Sitzes in Genf immer wieder in der Schweiz. Eine spezielle Freundschaft verband ihn mit Alt-Bundesrat Adolf Ogi. Mit ihm begab er sich etwa auf eine zweitägige Bergwanderung. Ogi und Annan blieben bis zuletzt enge Freunde. So erklärte Ogi gegenüber der Tagesschau, dass er diesen April zu dessen 80. Geburtstag noch eine Rede hielt.

Gemeinsam haben wir ein paar grosse Brocken zum Gipfel des Bergs hochgerollt, ein paar Steine sind uns allerdings auch entglitten und zurückgerollt.
Autor: Kofi Annanbei seiner UNO-Abschiedsrede

Kritische Momente erlebte Kofi Annan mit der Aufdeckung der Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit dem «Oil-for-food»-Programm der UNO. Annan selber wurde nie Korruption vorgeworfen, jedoch mangelnde Kontrolle und mangelnder Wille, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

In seiner letzten Rede vor der Generalversammlung zog Kofi Annan Bilanz seiner Amtszeit: «Gemeinsam haben wir ein paar grosse Brocken zum Gipfel des Bergs hochgerollt, ein paar Steine sind uns allerdings auch entglitten und zurückgerollt.»

Lebenslang politisch aktiv

Kofi Annan erhielt 2001 den Friedensnobelpreis: Für seinen Einsatz für eine friedlichere Welt. Damit ging er in die Geschichte ein. Kritiker bemängeln jedoch, Kofi Annan seien nicht nur paar Steine entglitten, sondern ein paar richtig grosse Brocken. Etwa die längst fällige Reform des administrativen Apparats der UNO.

Auch nach seiner Amtszeit engagierte sich Kofi Annan weiter für die Lösung globaler Themen. Nur hatte er niemals mehr den Einfluss, den er in seiner Zeit in der UNO hatte. Annan blieb bis zuletzt politisch aktiv.

In Erinnerung an Kofi Annan

SRFinfo zeigt in Erinnerung an Kofi Annan um 21.30 Uhr, Sternstunde Religion: «Hans Küng trifft Kofi Annan - Menschlichkeit und ein Nobelpreis».

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Die UNO als solche wäre von der Grundidee her (Friedensförderung in der Welt)eine hilfreiche Organisation.Aber das Machtgehabe vor allem der Grossmächte mit der unsäglichen Art und Weise,vom Vetorecht Gebrauch zu machen, verhindert Friedensförderung.Annan versuchte,sich für eine bessere Welt einzusetzen,aber zu viele „Mitspieler“ machten nicht gut mit. Gut, dass Ogi und Annan sich einsetzten dafür, dass die Schweiz der UNO beigetreten ist. Friedensförderung steht über wegschauender Neutralität.
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  • Kommentar von S. Petrovic (S.Petrovic)
    Ein Standard Politiker der Interessen der USA/ NATO gefolgt hat.
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  • Kommentar von Sandra Burri (Surri)
    Wenn man sich an einen UNO Generalsekretär wirklich erinnern kann, dann an Kofi Annan. Ein guter Mann, der sicher auch Fehler gemacht, hat, diese aber auch reflektiert hat.
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