Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Zusammengebrochene Häuser, weggeschwemmte Strassen abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 29.04.2019.
Inhalt

Zyklon in Mosambik «Manche Dörfer existieren nicht mehr»

Erst allmählich zeigt sich in Mosambik das Ausmass des Zyklons «Kenneth», der am Freitag mit Winden von bis zu 300 Kilometern pro Stunde im Norden auf Land getroffen ist. «Kenneth» ist nur sechs Wochen nach «Idai» bereits der zweite Wirbelsturm, der Mosambik dieses Jahr getroffen hat.

Schwere Regenfälle führten zu massiven Überschwemmungen, manche Dörfer seien von den Sturmwinden regelrecht weggefegt worden, sagt Barbara Kruspan, die sich in Pemba, Mosambik, befindet.

Barbara Kruspan

Barbara Kruspan

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Barbara Kruspan ist Landeskoordinatorin des Hilfswerks SolidarMed, Link öffnet in einem neuen Fenster in Mosambik. SolidarMed setzt sich in armen afrikanischen Ländern für die Gesundheitsversorgung der Menschen ein.

SRF News: Wie sieht es zurzeit in der von «Kenneth» getroffenen Stadt Pemba aus?

Barbara Kruspan: Die Situation in Pemba und umliegenden Gebieten ist gar nicht schön. Es gibt Überschwemmungen, am Sonntag standen die Menschen teilweise bis zur Brust im Wasser. Weil die meisten Häuser aus Lehm gebaut sind, sind viele zusammengebrochen. Der Zugang zur Stadt ist sehr schwierig – auch die Strassen sind bloss aus sandigem Lehm gebaut und jetzt teilweise zerstört.

Es fehlt an Grundlegendstem wie Schmerzmitteln, Antibiotika oder Malariamitteln.

Was brauchen die Menschen in Pemba jetzt am dringendsten?

Sauberes Wasser ist wohl das wichtigste. Durch das Hochwasser wurden auch die im Land üblichen Latrinen ausgespült, die Fäkalien überall verteilt. Zudem ist die sowieso schon schlechte medizinische Versorgung praktisch vollständig zusammengebrochen. Es fehlt an Grundlegendstem wie Schmerzmitteln, Antibiotika oder Malariamitteln. Viele Menschen haben mit ihren Häusern auch die Essensvorräte verloren.

Vom Zyklon ist alles plattgewalzt worden, die Häuser sind teilweise flächendeckend zerstört.

Wie ist die Situation ausserhalb der Stadt Pemba – etwa weiter nördlich?

Ein Flugzeug der UNO hat das Gebiet vorgestern überflogen – und schreckliche Bilder zurückgebracht. Vom Zyklon ist alles plattgewalzt worden, die Häuser sind teilweise flächendeckend zerstört, viele Dörfer existieren nicht mehr. Dort ist die Situation wohl noch viel dramatischer als hier. Das Gebiet ist auf der Strasse nicht mehr erreichbar und Helikopter sind noch keine vor Ort. Die Menschen werden dort schlicht alles brauchen, was sie bekommen können, um überhaupt zu überleben.

Luftaufnahme eines zerstörten Dorfs am Meer.
Legende: Nördlich von Pemba löschte der Zyklon «Kenneth» ganze Dörfer aus. Keystone

Schon vor sechs Wochen wurde das Land von einem Zyklon heimgesucht. Waren die Behörden jetzt besser auf die nahende Katastrophe vorbereitet als damals?

Ja. Das meteorologische Institut hat sehr früh und klar vor der Gefahr gewarnt. Die Häuser, Schulen und Gesundheitszentren wurden denn auch soweit möglich auf den Wirbelsturm vorbereitet. Die Regierung hat aus den Erfahrungen von «Idai» sicher etwas gelernt – in einem Land allerdings, das nur sehr wenig Mittel hat, um die Bevölkerung zu unterstützen.

EU stellt Soforthilfe für Kenneth-Opfer bereit

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

EU-Kommissar Christos Sylianides verkündete am Montag, dass die EU 1.5 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer des Wirbelsturms «Kenneth» in Mosambik und auf den Komoren bereitstellt. Man will damit Nahrungsmittel und Wasser sowie Notunterkünfte für die betroffene Bevölkerung finanzieren.

Nachdem «Ida» im März bereits über tausend Opfer forderte, stieg die Opferzahl von «Kenneth» nun auf 38 Tote.

Das Gespräch führte Daniel Eisner.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.