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Bäume in der Schweiz Welche Baumarten können wo wachsen: Online-Karten verraten es

  • Wo ökologisch wertvolle oder seltene Baumarten wie Eichen oder Eiben wachsen, kann man neu online rausfinden.
  • Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat erstmals hochaufgelöste und flächendeckende Online-Karten der potenziellen Verbreitung von 56 Gehölzarten entwickelt.
  • Die Karten beruhen auf Daten des von der WSL durchgeführten Landesforstinventars (LFI).
Video
Aus dem Archiv: Hitzeresistente Bäume für die Schweiz
Aus 10 vor 10 vom 11.08.2021.
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Auf den 6500 LFI-Stichprobenflächen werden sämtliche Bäume und Sträucher erfasst. Allein mit den LFI-Stichprobenflächen können jedoch keine Aussagen über deren Vorkommen für die ganze Schweizer Waldfläche gemacht werden. Um hochzurechnen, was dazwischen wächst, verknüpften die Forschenden die LFI-Daten mit schweizweiten Karten zum Klima, zur Bodenbeschaffenheit und der Topographie mit einem statistischen Rechenmodell.

So funktioniert das Rechenmodell

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Das Modell errechnet für jede Gehölzart die für sie geeigneten Waldstandorte und zeigt die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens in einer Karte mit einer Auflösung von 25 x 25 Meter an. Die Forschenden haben das Modell ausgiebig getestet, sprich mit Beobachtungen verglichen. Bei insgesamt 56 der 150 vom LFI erfassten Arten war die Vorhersage qualitativ gut genug, um Karten zu erstellen.


Die Karten sind auf einem frei zugänglichen Portal abrufbar. Um Missverständnissen vorzubeugen: «Die Karte zeigt das potenzielle, nicht das tatsächliche Vorkommen von Arten an», sagt Projektleiter Andri Baltensweiler von der WSL-Forschungsgruppe GIS.

 

Interaktive Karte zeigt potenzielle Verbreitung von Bäumen auf
Legende: Interaktive Karte zeigt potenzielle Verbreitung von Bäumen auf Quelle: www.lfi.ch

Lebensräume für Bienen und Auerhühner

«Naturschutzfachleute, Förster und Ökologinnen haben die schweizweite Verbreitungskarte sehr begrüsst», sagt Baltensweiler. «Bisher waren Informationen zum potenziellen Vorkommen von Baumarten nur für einige Kantone vorhanden, welche zudem unterschiedlich erfasst worden sind.» Die Karten kamen bereits in Forschung und Naturschutz zum Einsatz:  

  • Ein Forschungsteam der ETH Zürich wandte sie für eine Studie zur Frage an, wo es geeignete Nistplätze für die Kiefernmauerbiene (Osmia uncinata) gibt. Diese lebt nämlich ausschliesslich in der Borke von alten Waldföhren. Deren Verbreitung ist somit für Schutzmassnahmen für die Art wichtig.
  • WSL-Forschende verwendeten die Verbreitungskarte der Buche, um mit Hilfe von Satellitendaten die Schäden an Buchen durch die Trockenheit 2018 zu erfassen.
  • Die Verantwortlichen des Projekts «Ökologische Infrastruktur Mittelland» (ÖIM), das die Vernetzung von natürlichen und naturnahen Flächen zum Ziel hat, konnte ökologisch wichtige Waldflächen identifizieren.
Naturschutzfachleute, Förster und Ökologinnen haben die schweizweite Verbreitungskarte sehr begrüsst.
Autor: Andri Baltensweiler Projektleiter der WSL-Forschungsgruppe GIS


Weitere Anwendungsmöglichkeiten könnten laut Baltensweiler sein:

  • Die Verbreitung von Heidelbeersträuchern kann auf potenzielle, schützenswerte Lebensräume für das Auerhuhn hinweisen. Ein WSL-Projekt hat gezeigt, dass im Jura und in den Voralpen die Vorkommen der seltenen Vögel an die der Heidelbeere gebunden sind.
  • Für Allergiker kann die Verbreitung zum Beispiel von Birken von Bedeutung sein; für Forstleute die Vorkommen von Arten, die besonders gefördert werden sollen. 

SRF 4 News, 18.8. 2021; 6:30 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Hanselmann  (kinkiri)
    Finde ich gut. Die Stadt Mailand ist bereits vor zehn Jahren noch weiter gegangen. Sie haben für die Einwohner eine Karte gemacht, wo welches Gehölz wachsen müsste, damit der Wald und die Natur in die Stadt zurückkommen. Und wer dann z.b. 8 Bäume pflanzt, erhält ein CO2 Zertifikat.
  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    Schöne Sache, habe mit Vergnügen nach verschiedenen Baumarten und Sträuchern in meiner Gegend gesucht. Vieles bestätigt gefunden, manch Ungereimtes allerdings auch, z.B.: Die Eibe wird just da flächendeckend als unwahrscheinlich eingestuft, wo mir ein gehäuftes Vorkommen aufgefallen ist, darunter Prachtexemplare mit 80cm-Stamm!
    @SRF:
    Leider fand ich die im Text ganz am Schluss erwähnte Birke unter den anwählbaren Pflanzenarten nicht. Liegt wohl an meiner digitalen Inkompetenz?
    1. Antwort von guido fässler  (ix)
      @Lothar drack
      Mich interessiert der Standort dieser mächtigen Eibe. Die grösste in einem Buch erwähnte, fand ich zw. Heimiswil und Affoltern i.E.
      Vielen Dank
    2. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @ix: Nördlich des alten Dorfkerns von Meride (TI). Alte Postkarten des Dörfchens zeigen auch ein Eibenwäldchen oberhalb des Kirchlein S. Silvestro, das aber in dieser Form nicht mehr besteht, vermutlich «genutzt» wurde. Ein rechtes Stück weiter östlich gibts nochmals ein Exemplar von 80cm Durchmesser, das mir aber aus zwei Stämmen gewachsen zu sein scheint.
  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    Schöne Sache, habe mit Vergnügen nach verschiedenen Baumarten und Sträuchern in meiner Gegend gesucht. Vieles bestätigt gefunden, manch Ungereimtes allerdings auch, z.B.: Die Eibe wird just da flächendeckend als unwahrscheinlich eingestuft, wo mir ein gehäuftes Vorkommen aufgefallen ist, darunter Prachtexemplare mit 80cm-Stamm!
    @SRF:
    Leider fand ich die im Text ganz am Schluss erwähnte Birke unter den anwählbaren Pflanzenarten nicht. Liegt wohl an meiner digitalen Inkompetenz?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Lothar Drack Guten Tag Herr Drack, vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben recht, die Birke lässt sich nicht über das Portal finden. Entweder ist das ein Fehler des Systems der WSL-Forschungsgruppe GIS oder es hat einen Grund - den wir Ihnen allerdings nicht nennen können. Am besten melden Sie dies direkt an die zuständigen Personen. Liebe Grüsse, SRF News