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Brief von mehreren Staaten Mehr Respekt für LGBTI: EU-Politiker verfassen Schreiben

  • 16 europäische Staats- und Regierungschefs haben in einem gemeinsamen Brief zum Kampf gegen die Diskriminierung der LGBTI-Gemeinschaft gemahnt.
  • «Respekt und Toleranz sind das Herzstück des europäischen Projekts», heisst es in dem Schreiben.
  • Anlass ist nicht zuletzt ein umstrittenes Gesetz in Ungarn, welches auch rund um das EM-Spiel Deutschland-Ungarn ein dominierendes Thema war.
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Aus dem Archiv: Stadion darf nicht in Regenbogen-Farben leuchten
Aus Tagesschau vom 22.06.2021.
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«Wir müssen weiterhin gegen die Diskriminierung der LGBTI-Gemeinschaft kämpfen und erneut bekräftigen, dass wir ihre Grundrechte verteidigen», schrieben die Politiker in einem gemeinsamen Brief an die Spitzen der Europäischen Union. Die englische Abkürzung LGBTI steht kurz für «Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans, Inter».

Orban wehrt sich gegen Kritik

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Ungarns Regierungschef Viktor Orban hat EU-Kritik zurückgewiesen, dass ein neues ungarisches Gesetz Homosexuelle diskriminiere. Vor dem EU-Gipfel betonte er, in dem Gesetz über Darstellungen in Schulbüchern gehe es nicht um bestimmte sexuelle Orientierungen. Er sei bereit, auf dem EU-Gipfel alle Fragen dazu zu beantworten, aber das Gesetz gelte.

«Respekt und Toleranz sind das Herzstück des europäischen Projekts», heisst es in dem Schreiben. «Wir sind entschlossen, diese Anstrengungen fortzuführen und dafür zu sorgen, dass die künftigen Generationen Europas in einem von Gleichberechtigung und Respekt geprägten Umfeld aufwachsen.»

Viele Länder machen nicht mit

Der Brief erwähnt als Anlass den International Lesbian Gay Bisexual and Transgender Pride Day am 28. Juni. Die mögliche Diskriminierung sexueller Minderheiten ist jedoch auch Streitthema beim EU-Gipfel, der am Donnerstagnachmittag in Brüssel beginnt.

Dabei geht es um ein neues Gesetz in Ungarn, das den Zugang zu Informationen über Homo- und Transsexualität für Kinder beschränkt. 17 EU-Staaten hatten gegen das Gesetz protestiert.

Diese Staaten – bis auf Österreich – trugen nun auch den Brief der Staats- und Regierungschefs mit. Darunter sind neben Deutschland die übrigen EU-Gründerstaaten Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg. Von den östlichen EU-Staaten machten nur Estland und Lettland mit. Länder wie Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Bulgarien oder Rumänien fehlen.

Goretzka zeigt Herz

Die Allianz Arena in München sollte beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am Mittwoch als Zeichen für Toleranz eigentlich in Regenbogenfarben erstrahlen. Die Uefa hatte den Antrag jedoch abgelehnt, worauf eine Welle der Entrüstung vor allem in den sozialen Medien auf die UEFA zukam.

Obwohl das Stadion nicht wie geplant in den Regenbogenfarben leuchtete, sendete München und vor allem die deutsche Fussball-Nationalmannschaft ein klares Signal. An vielen Orten in der Stadt sah man farbige Fahnen. Der Deutsche Goalie Manuel Neuer trug eine Regenbogen-Armbinde.

Leon Goretzka, Torschütze zum 2:2, nahm während der Partie sein Herz in beide Hände – im doppelten Sinn. Nach seinem fulminanten Schuss ins Glück demonstrierte der Nationalspieler eindrucksvoll seine Werte mit einer klaren Botschaft. Goretzka formte vor dem ungarischen «schwarzen Block» das Zeichen der Liebe.

«Spread love», verbreitet Liebe, schrieb der Bayern-Star noch in der Nacht bei Twitter neben eine Regenbogenfahne: «Yes!!!!!!!! Wembley calling!»

Tagesschau, 22.6.2021, 19:30 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Wie wäre es mit besseren Gesetzen anstatt einem Brief? Ich sehe das selbe Problem auch bei den Problemen mit 50+ beim Job. Wenn die Gesetze sich nicht ändern, werden die Probleme weiterhin bestehen, da nützt kein Brief etwas. Vor allem liest ja auch niemand diesen Brief.
  • Kommentar von David Brunner  (db)
    Weiss leider nicht, was genau in dem Gesetz so steht, aber irgendwie tönt es noch vernünftig, den Zugang zu bestimmten Themen für Kinder zu beschränken bzw. zu steuern. Informationen zur Sexualität sind nun mal nicht frei von Wertvorstellungen zu vermitteln und die gehen in einer Gesellschaft sehr weit auseinander. Da ist ein zurückhaltender Umgang damit gar nicht unklug und vielleicht auch im Sinn des sozialen Zusammenhalts. Könnte die Schweiz von Ungarn lernen?
    1. Antwort von Samuel Franzen  (S. Franzen)
      Mit ein bisschen Googlen kann man sich über die Inhalte schlau machen
      Problem 1: Heteronormative Information zur Sexualität bleibt erlaubt für Kinder , nur Nicht-Heteronormative Information ist verboten
      Problem 2: Die Themen Homosexualität und Pädophilie werden mit dem gleichen Gesetzt behandelt. Dies ist stigmatisierend und EINFACH FALSCH.
      -> also NEIN wir können hier nichts von Ungarn lernen
    2. Antwort von Andreas Grünkraut  (Grünkraut)
      Sie sind ganz schön voreingenommen Herr Brunner, haben sie das Gesetz noch nicht mal gelesen und befinden es trotzdem für gut, gar denken sie die Schweiz kann von Ungarn lernen.

      Etwa 5-10% aller Menschen sind NICHT hetero und denen werden systematisch Infos diesbezüglich verwehrt. Diese Leute wissen, sie sind anders, haben jedoch keine Möglichkeit mehr zu erfahren, dass sie genau so normal und menschlich sind wie der Rest von uns.

      Wenn hier jmd was lernen kann dann Sie Herr Brunner.
    3. Antwort von Andreas Meier  (Andreas Meier)
      Auf tichyseinblick.de das-steht-im-gesetz-der-regierung-orban kann man den Gesetzestext nachlesen in Deutsch. Meiner Meinung nach wird wieder viel zu viel Wirbel gemacht, der text/gesetz mag konservativ sein aber keinesfalls homophob
  • Kommentar von Marcel Benjamin  (Benny)
    Die schreiben vor was jeder denken, sagen und machen muss und das soll zu Respekt und Toleranz führen.
    1. Antwort von Thomas Tanneler  (ipool)
      Benny,
      Sehe ich gerade umgekehrt. Wer die von ihnen beschriebenen Gedanken hat und krankhaft versucht, es zu rechtfertigen, hat schon grundsätzlich ein Problem mit seiner Tolleranz. Solange er es für sich behält, kein Thema. Wer Hetze treibt, hat zurecht ein Probem.
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Zitat: Wer Hetze treibt, hat zurecht ein Probem.

      Der Haken ist:
      Wer definiert RECHTSVERBINDLICH ab wann es Hetze ist?
      (Ein selbsternannter Wächterrat/Aktivistengruppe oder ein ordentlich eingesetzter Richter?)

      Zagg, und schon sind wir wieder auf Feld 1 zurück.