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Nicht überall machen CO₂-Messgeräte Sinn
Aus Espresso vom 28.09.2021.
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Corona-Pandemie Darum schützt ein CO₂-Messgerät zuhause kaum vor Covid-19

CO₂-Messgeräte verkaufen sich wegen Covid-19 wie warme Weggli. Doch wo macht ein solches Gerät wirklich Sinn?

Regelmässiges Lüften kann vor Ansteckungen mit Covid-19 schützen. Denn die Viren werden über kleinste Tröpfchen übertragen, sogenannte Aerosole. CO₂-Sensoren können helfen, ans Lüften zu denken oder die Raumlüftung richtig einzustellen, sagt ETH-Professor Roman Stocker, Mitglied der wissenschaftlichen Covid-Taskforce: «Ein solches Gerät warnt mit einem Pieps oder einem Ampelsymbol, wenn ein bestimmter CO₂-Wert überschritten wird. Wenn ich diese Warnung erhalte, werde ich wahrscheinlich lüften.»

Wenn ich den Raum lüfte, verdünne ich die Konzentration an Viren.
Autor: Roman Stocker ETH-Professor und Mitglied der Covid-Taskforce

Der CO₂-Wert ist der Gradmesser für verbrauchte Luft in einem Raum. «Wenn ich den Raum lüfte, verdünne ich die Konzentration an Viren. So senke ich das Übertragungsrisiko von Corona», erklärt Stocker.

Absatz hat stark zugenommen

Deshalb sind solche Geräte bei Firmen, Restaurants und Privatpersonen gefragt. Bei Digitec Galaxus hat die Nachfrage nach CO₂-Messgeräten stark zugenommen: «Wir haben dieses Jahr bereits zwanzigmal so viele Geräte verkauft, wie letztes Jahr.» Auch Interdiscount vermeldet eine stetige Zunahme: «Der Verkauf von CO₂-Messgeräten hat sich im letzten Monat fast verdoppelt.» Und Brack schreibt: «Den bisherigen Höhepunkt der Nachfrage markierten April und Mai 2021.» Die Migros meldet ebenfalls hohe Verkaufszahlen. Nur Media Markt nicht.

Gemäss den Verkaufszahlen installieren auch viele Menschen bei sich zu Hause im Wohn- oder Schlafzimmer ein CO₂-Messgerät. Aber macht dies als Schutz vor einer Covid-19-Infektion wirklich Sinn? Eher nicht, mein Benoit Sicre, Experte für Innenraum-Hygiene und Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern: «Bezüglich Covid-19 machen CO₂-Messgeräte zu Hause weniger Sinn.» Im Haushalt würden Hygienemassnahmen wie der Mindestabstand oder das Tragen von Masken nicht eingehalten. «Da greifen bei der Übertragung des Virus andere Mechanismen», sagt er.

Video
CO2-Messgeräte in Klassenzimmer
Aus 10 vor 10 vom 18.08.2021.
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Sinnvoll in Räumen mit vielen Leuten

Sinnvoll ist der Einsatz von CO₂-Messgeräten nach Ansicht beider Experten überall dort, wo sich über längere Zeit viele Leute in einem geschlossenen Raum aufhalten. Typische Beispiele dafür sind Schulzimmer, Restaurants und Bars, Fitnesscenter oder Sitzungszimmer. Dort kann ein CO₂-Sensor helfen sicherzustellen, dass der Raum gut belüftet ist.

Ein Messgerät bedeute aber keine Null-Risiko-Garantie für eine Covid-19-Ansteckung, sagt ETH-Forscher Roman Stocker: «Wenn zum Beispiel zwei Menschen über eine gewisse Zeit in einem Raum eng beieinander sind, kann es zu einer Infektion über Tröpfchen kommen.» Davor würden wir uns durch das Tragen von Hygienemasken schützen.

Es gibt auch hochwertige Geräte, deren Messgenauigkeit nicht so gut ist.
Autor: Benoit Sicre Hochschule Luzern

Grosse Preisunterschiede bei CO₂-Sensoren

Die Preisspanne ist bei den CO₂-Messgeräten gross. Sie reicht von gut 50 bis zu über 1000 Franken. Der Preis sei nicht der einzige Parameter für ein gutes Gerät, sagt Benoit Sicre von der Hochschule Luzern: «Es gibt auch hochwertige Geräte, deren Messgenauigkeit nicht so gut ist.» In der Regel finde man gute Geräte ab 80 bis 200 Franken.

Espresso, 28.09.21, 08:13 Uhr

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Weber  (MaWeZH)
    Aber vor Übermüdung und Konzentrationsproblemen. Nicht erst seit der Pandemie :)
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    gschäftlichmacherei mit verängstigten leuten. lüften hilft (auch ohne messgeräte...) und impfen ist besser.
    1. Antwort von Karl Jakob  (fizjak)
      Das stimmt einfach nicht es ist bewiesen, dass ein erhöhter co2 gehakt die konzentration schwächt oder warum denkst du wird in jedem büro eine lüftung verbaut? Weil fenster oldschool sind?
    2. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      herr jakob. es war von "zuhause" die rede. und da brauchts keine co2-sensoren. in (grösseren) büro- und/oder häufig besuchten besprechungsräumen kann ein co2-messgerät zumindest die luftqualität anzeigen. da bin ich bei ihnen.
      und. auch in büros erachte ich die fensterlüftung als durchaus probates mittel die konzentration an schadstoffen zu senken. nebst der lüftungsanlage.
    3. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      und ps, herr jakob: als brancheninsider dürfte ihnen ja die thematik "umluft- vs. frischluftanteil" der lüftungsanlage ein begriff sein-, in andern worten energieersparnis vs. lüftungseffizienz.
      da ist es immer gut, wenn man ganz "oldschool-mässig" auch noch einen fensterflügel öffnen kann. so in der praxis. -;)
  • Kommentar von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
    Wie weit sind wir (fort) geschritten, wenn wir ein Messgerät brauchen das uns daran erinnert, dass man ab und zu die Fenster öffnen sollte?