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Wie die Presse auf den Megxit reagiert
Aus Tagesschau vom 19.01.2020.
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Der Entscheid der Queen «Härter, als Harry und Meghan es sich gewünscht haben»

Nach der Rückzugsankündigung von Prinz Harry und seiner Frau Meghan hat der Buckingham-Palast am Samstag die Regelungen für die künftige Rolle des Paares bekannt gegeben.

Neben dem Verzicht auf den Titel «Königliche Hoheit» werden die beiden künftig keine öffentlichen Gelder für die Wahrnehmung königlicher Pflichten mehr erhalten und auch die Renovierungskosten für ihr Anwesen Frogmore Cottage im Park von Schloss Windsor zurückzahlen. Dieser Entscheid der Queen barg durchaus Überraschungen, wie SRF-Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen erklärt.

Henriette Engbersen

Henriette Engbersen

Grossbritannien-Korrespondentin, SRF

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Engbersen ist seit Frühling 2017 Grossbritannien-Korrespondentin von SRF. Sie ist seit 2008 für das Schweizer Fernsehen tätig, zuerst als Ostschweiz-Korrespondentin und später als Redaktorin der «Tagesschau».

SRF News: Wie ist die Vereinbarung einzuschätzen?

Henriette Engbersen: Dieser Austritt aus dem Königshaus ist sehr klar und hart ausgefallen. Klarer und härter, als Harry und Meghan sich das in ihrem ersten Statement gewünscht hatten. Sie hätten gerne teilweise noch offizielle Aufgaben im Auftrag der Königin ausgeführt. Dies wird nun aber nicht der Fall sein. In den Medien war die letzten Tage immer die Rede davon gewesen, dass «halb drinnen, halb draussen» nicht funktionieren kann. Entsprechend begrüssen die royalen Experten die jetzige Variante als viel realistischer.

Erstaunt sind viele Kommentatoren, dass Harry keine militärischen Aufgaben mehr ausführen wird.

Die beiden werden ihre Titel «Königliche Hoheit» technisch zwar behalten, aber sie haben sich einverstanden erklärt, diese nicht mehr zu nutzen. Anders verhielt sich das Königshaus damals bei Harrys Mutter Diana. Ihr wurden die Titel nach der Scheidung aberkannt.

Erstaunt sind viele Kommentatoren, dass Harry keine militärischen Aufgaben mehr ausführen wird. Viele schreiben, dass Harry seine Dienstzeit im Militär in guter Erinnerung hat und die repräsentativen Aufgaben mit Stolz erfüllt habe. Es wird als weiteres Zeichen gedeutet, dass die Queen diese Trennung wirklich ganz klar ziehen will, ohne Ausnahmen.

Ist nun alles geklärt – oder bleiben Fragen offen?

Tatsächlich bleiben einige Details ungeklärt oder werden in der Öffentlichkeit nicht kommuniziert. Wer kommt etwa in Zukunft für die Sicherheitskosten von Harry und Meghan auf? Wie viel müssen britische und/oder kanadische Steuerzahler übernehmen? Dies wird nicht öffentlich kommuniziert werden.

Unklar ist im Moment auch, ob Harry und Meghan die Marke «Sussex Royal» verwenden können. Es wäre sicherlich ein Vorteil für die beiden, die jetzt ihr eigenes Geld verdienen wollen und müssen. Bis auf weiteres werden sie Geld aus dem Vermögen von Prinz Charles erhalten, wie hoch die Zahlungen sein werden, wurde nicht kommuniziert.

Nach dem Megxit folgt in gut 10 Tagen der Brexit: Viel Neues in Grossbritannien! Wie gehen die Briten damit um?

Brexit betrauern etwa die Hälfte der Briten, die andere Hälfte freut sich. Beim Austritt von Harry und Meghan ist es etwa ähnlich. Die einen freuen sich für das Paar und verstehen den Schritt, andere wiederum sind enttäuscht. Prinz Harry gilt ja nebst der Queen als das beliebteste Mitglied der britischen Monarchie und viele sagen, sie werden ihn vermissen.

Dieser Austritt von Harry und Meghan ist wohl der einschneidendste Moment für das britische Königshaus seit dem Tod von Diana.

Sicherlich ist es aber so: Auch wenn dieser Austritt sehr einschneidend ist für die Monarchie, es schmälert die Bedeutung der Monarchie kaum. Solche Austritte gab es schon vorher in der Geschichte. Und in der jetzigen Zeit, in der Brexit zur grössten Krise seit dem 2. Weltkrieg geführt hat, bietet die Monarchie für viele Briten eine Konstante, eine Institution, zu der viele Briten aufschauen. Immer wieder sagten mir Briten im letzten Jahr während der Brexit-Krise, sie schämten sich für ihre Politiker und sie seien noch so froh, hätten sie ihre Queen.

Dieser Austritt von Harry und Meghan ist also wohl der einschneidendste Moment für das britische Königshaus seit dem Tod von Diana. Aber die Monarchie als solches wird deshalb nicht in Frage gestellt.

Die Fragen stellte Claudia Blangetti.

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