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Diskussion um Zeitumstellung Dreht Brüssel auch an den Schweizer Uhren?

Der EU-Kommissionspräsident will die Winterzeit abschaffen. Würde die Schweiz nachziehen? Ganz so einfach ist das nicht.

Legende: Video Juncker will die Zeitumstellung abschaffen abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.08.2018.

Jean-Claude Juncker will die Zeitumstellung innerhalb der EU abschaffen. Geht es nach dem Willen des Kommissionspräsidenten soll in Zukunft nur noch die Sommerzeit gelten. In einer Online-Umfrage unter EU-Bürgern hatten über 80 Prozent der Teilnehmenden für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt.

Bevor in der Union an den Uhren gedreht wird, müssen das EU-Parlament und die EU-Staaten dem Vorhaben zustimmen. Sollte die EU die Winterzeit tatsächlich abschaffen, drängt sich eine grosse Frage auf: Zieht die Schweiz in Sachen Zeitumstellung nach?

Legende: Video «Das Volk hätte die Möglichkeit, Stellung zu nehmen» abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.08.2018.

Volk könnte mitreden

Dies wäre gar nicht so einfach: Der Bundesrat habe lediglich die Kompetenz, die Zeitumstellung im Frühjahr abzuschaffen, sagt Jürg Niederhauser, Stabsleiter beim Eidgenössischen Institut für Metrologie.

«Wenn es jetzt aber darum ginge, die Sommerzeit ewig einzuführen, dann müsste dies das Parlament entscheiden», erklärt Niederhauser. Die Räte müssten eine Gesetzesänderung vornehmen und das Volk hätte die Möglichkeit mittels Referendum Stellung zu nehmen.

Reizthema in der Schweiz

Im Laufe der 1970er-Jahre wurde die Sommerzeit in vielen europäischen Ländern eingeführt Die Schweiz zog erst 1981 nach. Seit 1985 gilt die offizielle Sommerzeitverordnung des Bundesrates. «In der Schweiz wird die Sommerzeit für den gleichen Zeitraum festgelegt wie in der Europäischen Union», heisst es dort in Artikel 1.

Noch 1978 hatten die Stimmbürger die Einführung der Sommerzeit an der Urne abgelehnt. Da die Schweiz so zur Zeitinsel in Europa wurde, führte der Bundesrat die Sommerzeit per Gesetz ein. Eine unter anderem von Christoph Blocher lancierte Initiative zu deren Abschaffung kam nicht zustande.

2012 wollte SVP-Nationalrätin Yvette Estermann der Zeitumstellung den Garaus machen. Ihre Motion wurde in der grossen Kammer aber deutlich abgelehnt. Nun hat Brüssel bei der Luzernerin neue Hoffnung geschürt.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Es fehlt J.C. Juncker und den 80% Zustimmer leider an einer besseren und zeitgemaessen Variante: Man soll die Arbeitszeit ausmitteln an der Tageshelle (so wie ich es tue) und die Roboter dafuer in der Finsternis arbeiten lassen ...
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Diese jährlich 2-malige Zeitumstellung wieder europaweit aufzuheben, ist für einmal ein begrüssenswerter Vorschlag aus der EU-Machtzentrale in Brüssel. Das koordinieren des gesamten europäischen Bahnnetzes, einheitliche Post-Gesetze, die Stromherstellung und Verteilung, usw. wären die eigentlichen Aufgaben einer EU-Verwaltung statt bloss arrogant und befehlerisch politische "Gessler-Hüte" vor die europäischen Länder auf hohe Stangen zu setzen! Ein Wunsch, der leider ein Wunschtraum bleiben wird!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Die Zeitumdtellung war einmal das "Hirngespinnst des Energiesparens" und hat sich als "Rohrkrepierer herausgestellt"! Also "weg damit" und wieder "normal denken"!
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