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Das illegale Doping kann nicht vollständig verhindert werden
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.07.2019.
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Doping im Kraftraum «Wir können bloss an die Vernunft appellieren»

Nach der Razzia gegen weltweit organisierte Doping-Kriminalität rückt das Thema Doping in Fitnesscentern einmal mehr in den Fokus. Antidoping Schweiz geht davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Schweizer Fitnesscenter-Kunden illegale Mittel zu sich nehmen. Für den Präsidenten des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verbandes, Claude Ammann, ist diese Zahl viel zu hoch gegriffen.

Claude Ammann

Claude Ammann

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Claude Ammann ist Präsident des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenterverbands SFGV, Link öffnet in einem neuen Fenster. Er führt in selber ein Fitnesscenter.

SRF News: Welche Substanzen werden in Ihren Zentren illegal gehandelt?

Claude Ammann: Ich hoffe, dass bei uns überhaupt keine illegalen Substanzen gehandelt werden. Unsere Verbandsmitglieder haben einen Ethik-Kodex unterschrieben, wonach nur Lebensmittel und -zusätze verkauft werden dürfen, die vom Bundesamt für Gesundheit geprüft wurden.

Wie kontrollieren Sie, dass illegale Substanzen nicht in der Garderobe oder auf dem Parkplatz gehandelt werden?

Natürlich können wir nicht die Polizei ersetzen. Nicht alle illegalen Tätigkeiten von Fitnessclub-Mitgliedern sind kontrollierbar. Doch auch hier versuchen wir, gesetzeskonform zu handeln. Auch für unser Image ist es sehr wichtig, bei dem Thema nicht in ein schiefes Licht zu geraten.

Der illegale Dopinghandel dürfte sich in weniger seriösen Fitnessclubs akzentuieren.

Die Problematik des illegalen Dopinghandels dürfte sich eher bei Fitnessclubs akzentuieren, die weniger seriös arbeiten und vielleicht auch nicht Mitglied unseres Verbands sind.

Was unternehmen Sie, damit Ihre Kunden nicht auf die Idee kommen, illegale Dopingmittel einzunehmen?

Ich kenne die Studie von Antidoping Schweiz, mache dahinter aber ein grosses Fragezeichen: Ich denke nicht, dass diese Zahlen stimmen. Gegen das Zuführen illegaler Dopingmittel können wir jedoch kaum mehr tun, als an die Vernunft der Fitnesscenter-Besucher zu appellieren und sie nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass dies nicht gesund ist.

Auch rauchen ist nicht gesund – aber jeder entscheidet selber, ob er rauchen will.

Es ist wie beim Rauchen: Auch rauchen ist nicht gesund, aber jeder Mensch steht selber in der Verantwortung, ob er sich diesem Risiko aussetzen will.

Auch wenn Sie die Zahlen von Antidoping bestreiten – die Hand können Sie für Ihre Kunden trotzdem nicht ins Feuer legen?

Nein, das kann ich nicht. Ich bin aber überzeugt, dass die dem Verband angeschlossenen Fitnessunternehmen versuchen, Doping aktiv zu bekämpfen und ihren Kunden klarzumachen, dass Bewegung und Sport gut für die Gesundheitsprävention ist – auch ohne Zusätze.

Das Gespräch führte Noëmi Ackermann.

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