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Verwirrung um Sonos-Lautsprecher
Aus Espresso vom 04.02.2020.
abspielen. Laufzeit 07:05 Minuten.
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Edel-Elektroschrott Audiokonzern Sonos drängt Kunden zum Entsorgen von Geräten

Noch funktionstüchtige Geräte sollen auf den Elektroschrott, sagte Sonos. Nun rudert der Hersteller zurück.

Ältere Sonos-Geräte erhalten ab Mai 2020 keine Updates mehr. Darüber informierte der Musiksystem-Hersteller betroffene Kunden Mitte Januar per Mail. Wenn solche Geräte in einem System eingebunden sind, würden auch weitere, neuere Komponenten ab dann keine Updates mehr erhalten. Das werde künftig die «Gesamtfunktionalität» beeinträchtigen, schrieb das Unternehmen.

Die Lösung gemäss Sonos: Mit einem Rabatt von 30 Prozent können neue Geräte gekauft werden. In diesem Fall wird das alte Gerät jedoch deaktiviert und muss entsorgt werden. Wer das Mail liest, hat den Eindruck, es bliebe Kunden nichts übrig, als in neue Geräte zu investieren und ältere, noch funktionstüchtige Komponenten als Elektroschrott zu entsorgen.

Mehrere Sonos-Kunden haben sich beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» gemeldet. Sie haben jeweils tausende Franken in ihr Musiksystem investiert und schütteln ob der Mitteilung von Sonos den Kopf. In Zeiten, in denen der Umweltschutz so wichtig sei, sei es unverständlich, funktionierende Lautsprecher im Elektroschrott zu entsorgen, so der Tenor.

«Willkür der Hersteller»

Ein Sonos-Kunde war schon einmal von einem «Update» negativ betroffen: Er kann seither lokal auf Apple-Geräten gespeichtere Kinder-Märli nicht mehr auf Sonos-Geräten abspielen – notgedrungen hat er für die Kinder wieder einen CD-Player gekauft. Nach dem Mail von Sonos sei ihm bewusst geworden, dass man als Kunde immer mehr von der Willkür der Hersteller abhängig sei, ob, wie und wie lange die gekauften Geräte funktionieren.

Wir haben einen Fehler gemacht. Ich möchte mich dafür entschuldigen und dich persönlich über die kommenden Schritte informieren.
Autor: Patrick SpenceCEO von Sonos

Die negative Resonanz auf die Ankündigung des amerikanischen Herstellers muss gross gewesen sein. Nur wenige Tage später erhielten betroffene Kunden ein weiteres Mail, von Sonos-CEO Patrick Spence: «Wir haben einen Fehler gemacht. Ich möchte mich dafür entschuldigen und dich persönlich über die kommenden Schritte informieren.»

Wir machen diese Produkte nicht unbrauchbar, zwingen dich nicht, sie ausser Betrieb zu nehmen und entfernen auch keine Funktionen.
Autor: Patrick SpenceCEO von Sonos

Es sei dem Unternehmen bewusst, dass viele Kunden einiges in ihr Musiksystem investiert hätten. Man werde alles daran setzen, dass auch die älteren Geräte weiterhin funktionieren würden. Patrick Spence schreibt weiter: «Wir machen diese Produkte nicht unbrauchbar, zwingen dich nicht, sie ausser Betrieb zu nehmen und entfernen auch keine Funktionen.»

Schweizer Kunden sind trotz des eilig nachgereichten Schreibens skeptisch. Sie würden nun abwarten, was im Mai passiere, sagen sie gegenüber «Espresso». Einer der betroffenen Kunden sagt, er sehe auf alle Fälle davon ab, noch weitere Komponenten für sein System zu kaufen. Andere dürften jedoch auf das Rabatt-Angebot von Sonos eingehen.

Kunden sollen vor alten Produkten geschützt werden

Doch wieso werden die alten Geräte überhaupt deaktiviert? Sonos schreibt auf Anfrage von «Espresso», damit würden personenbezogene Daten gelöscht. «Zudem schützt der ‹Recyclingmodus› durch eine endgültige Deaktivierung des Produkts auch ahnungslose Personen vor dem Kauf von Altprodukten, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern», schreibt Sonos weiter.

Im Idealfall würden alle unsere Produkte ewig halten, aber im Moment sind wir durch die bestehende Technologie eingeschränkt.
Autor: Sonos CE

Ältere Geräte könnten auch kostenlos an Sonos geschickt werden, betont das Unternehmen. Es sei jedoch umweltfreundlicher, sie beim lokalen Recyclinghof abzugeben. Weiter heisst es bedauernd: «Im Idealfall würden alle unsere Produkte ewig halten, aber im Moment sind wir durch die bestehende Technologie eingeschränkt.»

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Yves Pascal  (Yves Pascal)
    3. Die uns Abhängig-machende Komputer- und Software-Industrie hat uns dann so in der Hand, ab welchem Zeitpunkt wir nach ihren Vorstellungen neu investieren sollen, so scheint der Plan. Was aber wenn das Internet über länger Zeit nicht Funktioniert? Dann funktionieren nach 30 Tagen alle Geräte nicht mehr weil sie Updates nicht machen können und dann auf Stumm schalten? Das scheint mir ein sehr grosses Risiko. Es Braucht da einen rechtlichen Schnitt. Aus Umwelt und Selbstbestimmungs-Gründen.
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  • Kommentar von Yves Pascal  (Yves Pascal)
    2.Die Geräte welche dann in der Peripherie an den Mac-Computern angehängt worden sind, sind dann mit den neuen Betriebssystemen auch nicht mehr kompatibel. Man ist dann gezwungen alles umzurüsten oder, wenn das nicht mehr funktioniert, gar zu ersetzen obwohl alle Geräte noch funktionieren würden. Das geht dann in die Tausenden von Franken. Die heutigen Programme laufen dann auch nur 30 Tage ohne Internet, dann stoppt das Programm automatisch den Betrieb. Für Produktionen ohne Internet ein Mist.
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  • Kommentar von Yves Pascal  (Yves Pascal)
    1.Obsolescence... ein schon älteres Problem. Man kennt es nicht erst seit dieser "Sonos-Geschichte". Apple macht das schon seit Jahrzehnten. In der Videosoftware für Profis werden Heute die Programme wie Adobe oder Final Cut X immer wieder aktualisiert. Irgendwann werden die Programme aber für neue Betriebssysteme geschrieben, auf denen dann die alten Programme nicht mehr funktionieren. Der Effekt ist, dass ich die alten Geräte ersetzen muss weil diese mit den neuen Betr-Systemen nicht arbeiten.
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