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In Griechenland werden Temperaturen von bis zu 47 Grad erwartet
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.08.2021.
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Historische Hitzewelle 45 Grad in Griechenland: «Die Hitze ist ein Albtraum»

Griechenland wird seit vergangener Woche von einer massiven Hitzewelle heimgesucht. Temperaturen bis 45 Grad Celsius wurden gemessen, an manchen Orten zeigt das Thermometer auch nachts noch mehr als 30 Grad an. Ohne Klimaanlage würde man sich wohl zu Tode schwitzen, sagt der in Athen lebende Journalist Takis Tsafos.

Takis Tsafos

Takis Tsafos

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Der Journalist Takis Tsafos lebt in Athen und berichtet von dort für verschiedene deutsche Medien.

SRF News: Welche Gebiete Griechenlands sind von der Hitzewelle besonders betroffen?

Takis Tsafos: Es sind vor allem die Ballungszentren wie Athen, Thessaloniki oder Patras. Von der Hitze besonders betroffen sind aber auch manche Täler, aus der die Wärme nicht abziehen kann, wie etwa bei Sparta oder Larisa, wo heute bis zu 47 Grad erwartet werden.

In Griechenland ist man sich im Sommer zwar hohe Temperaturen gewohnt – doch über 30 Grad in der Nacht sind auch dort ungewöhnlich. Wie gehen die Leute damit um?

Es ist ein Albtraum. Draussen ist es unerträglich heiss, es weht überhaupt kein Wind und zum Atmen ist es, als ob man Watte in der Nase hätte. Drinnen ist es nach fünf Tagen ununterbrochen laufender Klimaanlage ebenfalls ungemütlich, man kriegt Halsschmerzen und Kopfschmerzen wegen der künstlichen und trockenen Luft.

Gibt es angesichts der vielen laufenden Klimaanlagen keine Probleme mit der landesweiten Stromversorgung?

Bis jetzt nicht. Doch die Regierung befürchtet, dass es wegen der grossen Last zu Stromausfällen kommen könnte. Sie rief deshalb heute dazu auf, die Innenräume höchstens auf 26 Grad herunterzukühlen.

Die Regierung befürchtet, dass es zu Stromausfällen kommen könnte.
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Zudem sollen keine anderen Geräte benutzt werden, die viel Energie brauchen, wie etwa elektrische Kochherde. Auch wurden einige Kraftwerke, die jetzt eigentlich von Kohle auf Gas umgerüstet werden sollten, wieder mit Kohle ans Netz gebracht, damit man möglichst viel Strom ins Netz einspeisen kann.

Zehn Grad wärmer als sonst

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«Waldbrände in der Mittelmeer-Region sind nichts Aussergewöhnliches», sagt der Waldökologe und ETH-Professor Harald Bugmann. Diesen Sommer sei aber etwas anders als sonst: «Über dem östlichen Mittelmeerraum sitzt eine Hitzeglocke – und der Wüstenwind Scirocco bläst extrem heisse Luft aus Afrika direkt ins Mittelmeergebiet.» Derzeit sei es dort bis zu zehn Grad wärmer als in einem normalen Sommer. «Diese Hitze ist das Problem im Zusammenhang mit den Waldbränden», so Bugmann.

Ein Ende der Hitze ist nicht abzusehen. Wie blicken die Menschen der Situation entgegen?

Zunächst hatte man gehofft, dass diese extreme Hitzewelle bloss ein paar Tage dauern würde. Doch inzwischen befürchten die Wetterexperten, dass das Wetterphänomen mit kleinen Schwankungen noch bis Mitte August anhalten könnte. Sicher scheint, dass die Tagestemperaturen bis nächstes Wochenende kaum unter 44 Grad sinken werden.

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Extreme Hitzewelle befördert die Feuer
02:27 min, aus HeuteMorgen vom 02.08.2021.
abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.

Handelt es sich um eine historische Hitzewelle für Griechenland?

Letztmals wurden 1987 ähnliche Temperaturen gemessen, doch die damalige Hitzewelle dauerte bloss acht Tage. Damals starben gemäss Schätzungen rund 4000 Menschen wegen der Hitze. Immerhin: Heute verfügen viel mehr Haushalte über Klimaanlagen. So können sich die Menschen immerhin nachts etwas abkühlen. Sonst würde man sich praktisch zu Tode schwitzen.

Das Gespräch führte Hans Ineichen.

SRF 4 News, 02.08.2021, 07.20 Uhr;

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Frau Mutlin- Sie verharmlosen die Sachlage. Find ich unangebracht.
  • Kommentar von Gusti Pollak  (Gusti Pollak)
    Wie so oft wird der Einfluss der Schweiz mit dem CO2-Ausstoss im Inland verwechselt. Die Emissionen, die durch Investitionen mit Schweizer Geld im Ausland ausgelöst werden, machen etwa das Zwanzigfache aus. Das ist entscheidend, und da tragen wir in der Schweiz eine Verantwortung, die wir nicht wegdiskutieren können.
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Das Schweizer CO2-Gesetz und dessen Annahme kommen wenigstens 30 Jahre zu spät. Aber mit der jährlichen Zunahme der Wetter-Katastrophen wird sich die Aussage von Greta Thunberg bewahrheiten. Von wegen fürchten und in Panik geraten.;-)
    2. Antwort von Tom Reist  (Tom.Reist)
      Irgendwie scheint dass wir schweizer immer für alles schuld sind. Hauptsache usa,china, indien und russland machen weiter wie bisher!
  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    Die Evzone-Soldaten vor dem griechischen Parlament müssen in dieser Gluthitze salutieren oder haben sie "hitzefrei"?
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Peter Wiesner: Ein Soldat hat keine Hitzeferien. Da könnte ja jeder ins Parlament hineinspazieren. Aber man kann sicher einen geschickten Ablöseplan erstellen. Das ist im Militär so üblich.