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Starker Regen im Tessin und in Graubünden
Aus Tagesschau vom 29.08.2020.
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Höchste Gefahrenstufe Starkregen im Tessin und in Graubünden

  • In Teilen der Schweiz regnet es sehr intensiv. Im Tessin sind in 36 Stunden 230 Millimeter Regen gefallen.
  • Für das Tessin, Südbünden und das Engadin hat der Bund die höchste mögliche Gefahrenstufe ausgerufen.
  • Insbesondere in der Nähe von Gewässern und im Strassenverkehr ist Vorsicht geboten, weil der starke Regen Bäche und Flüsse rasch anschwellen lassen kann.

Seit Freitagmorgen regnet es im Tessin und in Teilen des Kantons Graubünden wie aus Kübeln. Besonders hart wurde am Samstagmittag die Magadinoebene getroffen. Dort fielen um die Mittagszeit 47 Millimeter Regen. Die 36 Stunden-Niederschlagssumme stieg damit auf 228 Millimeter. Dies entspricht rund 125 Prozent des üblichen Monatsniederschlages in der Magadinoebene im August. Am Nachmittag gab es in der Magadinoebene eine längere trockene Phase. Schon am Samstagabend setzte wieder starker Regen mit neuen Gewittern ein.

Extrem war der Regen am späten Samstagmorgen auch in Biasca. In zwei Stunden gingen dort 77 Millimeter nieder. Die Gesamtmenge beträgt dort seit Freitagmorgen rund 175 Millimeter. In der gleichen Grössenordnung liegen die Regenmengen im Raum Locarno, am Samstagabend waren es rund 190 Millimetern.

Auch Graubünden betroffen

In Graubünden fiel seit Freitag zum Teil auch sehr viel Regen. Nach intensivem Regen im Puschlav betrug die Gesamtniederschlagsmenge auf dem Berninapass 158 Millimeter. Im Bergell waren es bis am späten Samstagnachmittag gut 130 Millimeter. Am Freitag war vor allem Südbünden und das Engadin betroffen, am Samstag zog der Regen mehr in die Surselva und weiter nach Glarus Süd und in den südlichen Teil des Kantons St. Gallen. Auch dort wird sich in den kommenden Stunden die Niederschlagsituation verschärfen. Das zweite grosse Regenband traf am Samstagnachmittag das Puschlav und das Münstertal.

Malojastrasse nach einem Erdrutsch gesperrt

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Teile des Bergells sind von der Schweiz her nicht mehr erreichbar. Die Ortschaften Casaccia, Bregaglia, Stampa, Bondo und Soglio sind nur noch via Italien erreichbar. Dies, weil die Malojastrasse nach einem Erdrutsch gesperrt ist

Erdrutsche und Überschwemmungen

Erste Überschwemmungen und Erdrutsche gab es schon am Freitag im Tessin, so in der Nähe von Gandria am Luganersee, nördlich von Bellinzona und in der Nähe von Madonna di Ponte. Zu einem Steinschlag kam es am Samstagmorgen auch auf der Strasse zwischen Ilanz und Trun in der Surselva.

Dort waren die Regenmengen mit rund 50 Millimetern in 24 Stunden aber deutlich bescheidener. Am Samstagmittag musste auch die Malojapassstrasse nach Erdrutschen gesperrt werden. Am Samstagnachmittag fuhr am Lago Maggiore ein Zug in eine Schlammlawine. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Nebst Graubünden gab es auch im südwestlichen Wallis sehr grosse Regenmengen. Am Lac d’Emosson wurden bis am Samstagabend total ebenfalls 115 Millimeter Regen registriert.

Am Samstagabend gibt es vor allem im Westen und Nordwesten längere trockene Phasen. Spätestens in der zweiten Nachthälfte setzt aber praktisch wieder in der ganzen Schweiz Regen ein. Im Tessin gehen bis am Sonntagabend stellenweise nochmals 120 Millimeter Regen nieder, in Graubünden, im Glarnerland und im südlichen Kanton St. Gallen werden bis Sonntagabend erneut 50 bis 100 Millimeter Regen erwartet. Am Sonntag fällt aber auch im Mittelland viel Regen, auch dort muss mit 10 bis 40 Millimetern gerechnet werden.

Da beidseits der Alpen die Schneefallgrenze bis Sonntagmittag meist zwischen 2500 und 3000 Metern liegt, fliesst lange Zeit praktisch aller Niederschlag ab, und es bleibt nur wenig in Form von Schnee liegen. Entsprechend besteht vor allem im Tessin und in weiten Teilen von Graubünden die Gefahr von Hochwassern und Murgängen.

Niederschlagsradar von SRF

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Wo regnet es wie stark? Erfahren Sie mehr im Niederschlagsradar von SRF Meteo.

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Feuerwehr im Bezirk Lugano im Einsatz
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Tagesschau, 29.8.2020, 19:30 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Mehltretter  (Meichel M)
    Bericht vor Ort Locarno. Heftige Regenfälle, heute Morgen.
    Hat schon wieder aufgehört. Keine besonderen Schäden oder Vorkommnisse.
    Alles im üblichen Rahmen und ist für den Kanton Tessin normal.
    Tessin hat wenige Regentage im Jahr. Wenn es aber mal regnet. Kommt die ganze Jahresmenge in wenigen Tagen runter.
    Als Vergleich. Jährliche Regenmenge Tessin: 1560mm / Basel: 840mm
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das Problem mit der Klimaerwärmug fällt die Regen menge nicht mehr grossflächig verteilt sondern mehr örtlich und das führt zu Überschwemmungen und Murgängen!
    Tendenz zunehmend!
    1. Antwort von Denise Hänggi  (DHaenggi)
      ...und zudem sind durch die lange Trockenheit der letzten Jahre die tiefen Erdschichten trocken und dadurch nicht richtig saugfähig. Ich wünsche allen Betroffenen viel Glück!
    2. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Zur Zeit der Sintflut war es klimatisch wahrscheinlich wärmer als heute, seither viel kein Regen mehr grossflächg verteilt (global), sondern nur noch örtlich.
    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      An allem Übel ist jetzt nicht immer die Klimaerwärmung schuld.
      Und wie aus Kübeln geschüttet hat es im Tessin auch früher schon.
      Wenn Regenwolken es nicht übers Gebirge in den Norden/Osten schaffen, bleiben sie hängen - und es schüttet im Tessin.
      Zu mehr Schäden kommt es jetzt durch immer mehr Zu Betonierung, aber auch durch die Begradigung von Flüssen & Bächen.
      Und die Böden bis 1.80 Meter Tiefe ausgetrocknet beinhart geworden sind, können sie diese Regenmengen nicht aufnehmen.
  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Beruhigt vielleicht diejenigen, die glauben, dass mit den seit ca. 40 Jahren etwas ansteigenden Temperaturen, weniger Wasser vom Himmel fällt, obwohl insgesamt logischerweise das Gegenteil der Fall ist, auch wenn der Wassersegen bzw. -bedrohung natürlich wie eh und je nicht schön regelmässig anfällt.