Zum Inhalt springen

Header

Audio
Yoga und christliche Werte: Ein Problem in Zypern
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.07.2020.
abspielen. Laufzeit 05:58 Minuten.
Inhalt

Im Konfikt mit eigenen Werten Zyperns orthodoxe Kirche rät von Yoga ab

Die griechisch-orthodoxe Kirche in Zypern stört sich an Yoga. Gerade in Coronazeiten hätten besonders viele Zyprerinnen und Zyprer Yoga praktiziert. Dies sei aber nicht mit den christlichen Werten vereinbar.

Tatsächlich ist Yoga nicht einfach eine Sportart: Ursprünglich ist Yoga eine hinduistische Gebetspraxis. Stefanos Athanasiou, Dozent für orthodoxe Theologie, erklärt, wieso die dortige Synode zu dieser Empfehlung kam.

Stefanos Athanasiou

Stefanos Athanasiou

Theologe

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Stefanos Athanasiou ist Dozent für orthodoxe Theologie an der Universität Freiburg und in Jerusalem. Er hat im griechischen Thessaloniki doktoriert.

SRF News: Wieso kritisiert die griechisch-orthodoxe Kirche Zyperns Yoga?

Stefanos Athanasiou: Jede Kirche muss Stellung nehmen, wenn eine neue Praxis genutzt wird, insbesondere von einer anderen Religion. Es ist meistens so, dass Gläubige selbst kommen und fragen, wie sieht es eigentlich aus mit dieser oder jener Gebetspraxis? Ist sie zu vereinbaren mit unserem Glauben? Oder trägt sie Philosophien oder theologische Meinungen mit sich, die die eigene theologische Meinung und Philosophie verändern könnten?

Yoga sei nicht vereinbar mit dem Glauben, so wie das Gebet in der christlichen Orthodoxie gesehen wird.

Die orthodoxe Kirche in Zypern hat entschieden, dass man die Gebetspraxis des Yoga nicht praktizieren sollte. Das war ihre Empfehlung an die Gläubigen. Sie sei nicht vereinbar mit dem Glauben, so wie das Gebet in der christlichen Orthodoxie gesehen wird, deshalb sollen die Gläubigen kein Yoga machen.

Welchen Werten der griechisch-orthodoxen Kirche widerspricht Yoga?

Das Problem ist, dass das eigene Ich beim Yoga sehr betont wird, also das Hineingehen in sich, um sich selbst zu finden. Das entspricht nicht dem Gebet, so wie es im östlichen Christentum verstanden wird. Beten ist ein Heraustreten in die Kirchengemeinschaft; man betet zu Jesus Christus.

Können Sie das genauer erklären?

Für uns Christen ist das Karitative sehr wichtig, weil wir uns als «Communio» sehen und deshalb gilt die Verantwortung des Individuums nicht nur sich selbst. So ist die Kritik der orthodoxen Kirche in Zypern zu verstehen. Sie sagt, die Yoga-Praxis, auch wenn man sie nur als Sport betätigt, versteckt in sich eine Philosophie, eine Theologie. Und sie wird dadurch mitgetragen.

Welches Gewicht hat die Kritik der griechisch-orthodoxen Kirche?

Sie zeigt, dass es notwendig war, jetzt eine offizielle Stellungnahme abzugeben in Bezug auf Yoga. Aber es sind keine neuen Aussagen, die die Kirche von Zypern gemacht hat. Es wird allgemein in der Orthodoxie so gesehen, dass die Yoga-Praxis für die orthodoxen Christinnen und Christen nicht mit ihrem Glauben zu vereinbaren ist.

Es ist legitim zu sagen, dass diese Gebetspraxis nicht zum eigenen Verständnis gehört.

Es ist legitim zu sagen, dass diese Gebetspraxis nicht zum eigenen Verständnis gehört. Die griechisch-orthodoxe Kirche spricht sich damit nicht gegen den Hinduismus aus. Im Gegenteil: Es ist ihre Art, auszudrücken, dass Yoga eine Form des Gebetes ist, auch wenn manche es als Sport bezeichnen.

Das Gespräch führte Sibylle Wüthrich.

SRF 4 News, 13.07.2020, 06:50 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

61 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Dave Gruen  (Echt jetzt?)
    Zum Glück bin ich alt genug um selber zu entscheiden was mir gut tut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Leider verdreht der gespaltene Verstand immer alles. Jesus sagte, niemand kommt zum Vater denn durch mich. Was meinte er wirklich auf Aramäisch? Nicht dass du Christ oder Hindu werden musst. Nur verstehen wer du wirklich bist. Und einer der grössten Jnana Yogi sagte Sinngemäss dasselbe. Die grösste Kuriosität in der Welt ist der Gedanke: Ich bin von Gott verschieden. Eine grössere Kuriosität gibt es nicht. Es wird ein Tag aufblühen wo du darüber lachst und dieser Tag wird hier und jetzt sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Einer der Gründer von Astanga Yoga ist Patanjali, einer der Gründer des Christentum ist Jesus. Yoga heisst auch Joch, es steht für das Zuggeschir. Es meint die Verbindung zweier Kühe, aber eigentlich die Vereinigung von Mensch und Gott. Was Jesus meint war dieselbe Einheit zwischen Vater und Sohn, Mensch und Gott. Am Ende der Reis finden wir alle heraus, dass es diese Trennung gar nie gab. Jeder macht Karma Yoga, den es ist Arbeitsteilung, Jnana Yoge = knowingWissensteilung, usw.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen