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Kampf gegen Fake News WhatsApp limitiert Massensendungen

Künftig können Nachrichten nur noch an maximal fünf Chat-Partner weitergeleitet werden. Noch ist jedoch manches unklar.

Legende: Audio WhatsApp unternimmt etwas gegen die Verbreitung von Fakenews abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
03:28 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.01.2019.

Massnahmen gegen Falschnachrichten: WhatsApp schränkt im Kampf gegen die Verbreitung von Fakenews die Weiterleitung von Nachrichten deutlich ein. Nach einer halbjährigen Testphase können Nutzer Nachrichten künftig nur noch an maximal fünf Empfänger weiterleiten. Das heisst es in einem Blog-Eintrag, Link öffnet in einem neuen Fenster des Messenger-Dienstes. Bislang konnten Nachrichten an bis zu 20 Chat-Teilnehmer verschickt werden. Die neue Regelung gelte ab sofort und auf der ganzen Welt.

Lynchmorde in Indien: Mit der Massnahme reagiert der zu Facebook gehörende Konzern unter anderem auf Vorfälle in Indien. Dort waren nach der Verbreitung von Falschmeldungen mehrfach Menschen durch Lynchmorde zu Tode gekommen. Die neuen Regeln wurden in den vergangenen Monaten denn auch in Indien getestet. WhatsApp schreibt, mit der Massnahme werde die Anzahl weitergeleiteter Nachrichten «global erheblich reduziert». Damit könne der Chat-Dienst wieder vorrangig für private Nachrichten mit engen Kontakten genutzt werden.

Details unklar: Bis anhin zählte WhatsApp bei einer Weiterleitung einer Nachricht eine WhatsApp-Gruppe als einen einzigen Empfänger. Ob das künftig auch noch so ist, wisse man noch nicht, sagt SRF-Digitalredaktor Peter Buchmann. Falls das so bleibt, ist es theoretisch immer noch möglich, eine Nachricht an rund mehr als 1200 User weiterzuleiten: Dann nämlich, wenn sie an fünf Gruppen weitergeleitet wird, die je bis zu 256 User umfassen können. Unklar ist auch, ob die eingeschränkte Weiterleitung auch für den Urheber oder die Urheberin einer Nachricht gilt.

WhatsApp in der Pflicht: Nicht nur in Indien kam es wegen massenweise verbreiteten Falschnachrichten per WhatsApp zu schlimmen Zwischenfällen. Auch in Brasilien missbrauchten gewisse Kreise den Messenger-Dienst bei den letzten Wahlen. Dort wurden haufenweise Falschinformationen über WhatsApp weiterverbreitet. Das Problem: Anders als etwa Facebook-Einträge sind WhatsApp-Nachrichten verschlüsselt, sie werden also quasi unter dem Radar der Öffentlichkeit weitergereicht. Auch die Betreiber des Dienstes können die Nachrichten nicht kontrollieren und ihre Verbreitung allenfalls stoppen. Dieses Phänomen heisst «Dark Social».

Im Alltag kaum Einschränkungen: WhatsApp will mit den nun kommunizierten Massnahmen die Kontrolle über die von ihm verbreiteten Nachrichten zurückgewinnen. Beim Testversuch in Indien verringerte sich die Anzahl weitergeleiteter Nachrichten nach Angaben des Konzerns um rund einen Viertel. Doch: «Wie sich die neuen Regeln weltweit auswirken werden, wird sich erst noch zeigen», sagt Redaktor Buchmann. WhatsApp versuche, eine Balance zu finden: Die grosse Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer solle durch die Massnahmen im Alltagsgebrauch von WhatsApp möglichst nicht eingeschränkt werden. Exzesse wie in Indien oder Brasilien sollen künftig jedoch verhindert werden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Warum macht man nicht mehr Werbung mit einem Schweizer Produkt? Es gibt es und es ist viel sicherer als WhatsApp. Ich will das nicht promoten da ich in einer anderen Bserussparte bin, aber es gibt es und man sollte es in Europa einfach mehr nutzen.
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    1. Antwort von Marco Brunner (Gaistli)
      Grüezi Herr Kreuter, Schade das sie es nicht tun wollen. Dann muss ich Ihr Versäumnis nachholen. Es heisst Threema, gibts für Android sowie IPhones. Von einem Schweizer Start-Up Unternehmen produziert und an Sicherheit kaum zu überbieten. Benutzbar ohne E-Mail oder Telefonnummer. Mehr als eine Alternative zu Produkten der Datenkraken Facebook und Google.
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