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Schutzmasken im Härtetest: Die meisten filtern ungenügend
Aus Kassensturz vom 13.10.2020.
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Labortest Schutzmasken im Härtetest: Die meisten filtern ungenügend

Das Labor Testex hat Masken unter die Lupe genommen. Keine der Stoffmasken und nur ein Teil der Hygienemasken besteht.

Die Filtrationseffizienz erweist sich als Killerkriterium. Sieben von acht Masken fallen bei der Laborprüfung laut Testex durch und filtern Partikel der Grösse eines Mikrometers (ein Tausendstel Millimeter) nur ungenügend. Ein Mikrometer entspricht in etwa der Tröpfchengrösse, die Menschen beim Husten ausstossen. Einzig die Maske Osann besteht diesen Test. Die Maske ist aber so dicht gewebt, dass sie als einzige beim Kriterium Luftdurchlässigkeit versagt. Sprich: Das Atmen fällt mit dieser Maske sehr schwer.

Testtabellen:

Testtabellen:

Die detaillierten Testresultate gibt es hier:

«Stoffmasken erfüllen Anforderungen nicht»

Das grundsätzliche Urteil von Jean-Pierre Haug, COO von Testex, ist eindeutig: «Viele der getesteten Community-Masks erfüllen die Anforderungen an Filtration schlicht überhaupt nicht.» Dafür falle das Atmen sehr leicht. Das sei verständlich: «Bei einem groben Filter kann man gut atmen. Ein grober Filter filtert aber auch schlecht.

Wie erkennt man qualitativ gute Schutzmasken?

Wie erkennt man qualitativ gute Schutzmasken?

Bei den Stoffmasken gibt es bisher noch keine Norm. Konsumenten müssen sich beim Hersteller erkundigen, ob er belegen kann, dass die angebotene Stoffmaske auch Partikel von einem Mikrometer Grösse (oder kleiner) herausfiltert.

Bei den normalen Einwegmasken können sich Konsumenten auf die EN Norm 14683 inklusive CE Zeichen verlassen. Bei den FFP2 Masken sollte die Bezeichnung EN 149 inklusive CE Zeichen und einer vierstelligen Nummer draufstehen.

Detaillierte Informationen finden Sie hier:
Hilfsleitfaden für den Maskenkauf (Dr. Margit Widmann)

Accessoire des Jahres

Schutzmasken sind zweifellos das Accessoire des Jahres 2020. Aber wie zuverlässig sind die Masken, die wir jeden Tag verwenden, um uns vor Covid-19 zu schützen? Die Westschweizer Konsumentensendung «A Bon Entendeur» will genau das wissen und lässt 16 verschiedene Masken im Textillabor Testex untersuchen. Acht Hygienemasken und acht sogenannte Community-Masks aus Stoff.

Stellungnahmen

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  • Manor: Zur Hygienemaske: Es handelt sich um ein Produkt, das am Anfang der Covidkrise eingekauft wurde, um die Versorgung mit Masken sicherzustellen. Wenn die Vorräte abverkauft sind, wird dieses Model nicht mehr im Verkauf sein.
    Zur Stoffmaske: Wir werden das Testresultat in die zukünftige Entwicklung von Masken integrieren.
    Zur Maske «Mask up»: Unser Lieferant versichert, dass die Maske mehrere Tests durch akkreditierte Labors durchlaufen hat. Sowohl Luftdurchlässigkeit, als auch der Spritzwiderstand bringen, laut Lieferant, andere Testergebnisse.
  • Lidl: Wir konstatieren, dass wir alle Erfordernisse erfüllen.

  • Jumbo: Die Tests des Testlabors ergaben in 2 von 3 Fällen ein gutes Resultat. Die Beanstandung im dritten Test betrifft ein Resultat nach Norm EN 149, welches aber nicht auf unser Produkt anwendbar ist. Selbstverständlich nehmen wir das Resultat als Ansporn, um unsere Masken noch weiter zu verbessern.
  • Nexera: Die Maske orientiert sich an den Werten von AFNOR. Das BAG hat niedrigere Werte herausgegeben. AFNOR und andere nationale Norm-Gesellschaften orientieren sich an der Partikelgrösse von 3 Mikrometern und nicht an 1 Mikrometer.
  • Aldi: Der Lieferant versichert uns nach Rücksprache, dass alle Empfehlungen erfüllt werden. Das Wohl unserer Kunden liegt uns aber sehr am Herzen. Deshalb verzichten wir bis auf weiteres auf den Verkauf der Marken Aspop.
  • ILB Helios Holding AG (Aspop-Maske / Aldi): Unsere chirurgische Gesichtsmaske wurden bei der EMPA direkt geprüft und wird laufend von der SGS ge- und überpüft (10 Prüfberichte vorhanden). Somit entsprechen und erfüllen unsere Masken die Anforderungen der neuesten Norm DIN 14683:2019+AC:2019, und der Empfehlung der National COVID-19 Science Task Force. Beschriftung und Kennzeichnung entsprechen den Swissmedic Vorgaben.
  • Drogerie Müller: Zum Zeitpunkt des Einkaufes waren die Vorgaben bezüglich CE-Zertifizierung und EN-Normen vom BAG nicht bekannt. Aktuell importieren wir keine Einwegmasken mehr aus Deutschland. Wir führen nur noch Masken im Sortiment, die der Norm EN 14683 entsprechen.
  • Swissmask.org: Wir haben unseren Lieferanten umgehend kontaktiert, um herauszufinden, um welches Modell es sich handelt und es vorläufig vom Verkauf zurückzuziehen.
  • Coop: Die Spezifikationen sind auf der Verpackung sichtbar. Die Maske korrespondiert mit den juristischen Vorgaben. Unsere Maske ist kein Medizinalprodukt und es wird keine Sicherheit betreffend Bakterien und Viren ausgewiesen.
  • Apotheke Sunstore (Stellvertretend antwortet Galenica): Im Prinzip existieren für sämtliche verkauften Produkte die entsprechenden Zertifikate. Aus Vorsorge haben wir den Verkauf aber momentan gestoppt und überprüfen mit unserem Lieferanten die Qualität. Bereits gekaufte Masken können umgetauscht bzw. zurückgegeben werden.
  • Migros: Bei den beiden Stoffmasken (Osann und Textile Community Mask) handelt es sich um Stoffmasken, und nicht um zertifizierte Medizinalprodukte. Die zweite Maske hat den Test von SQTS, der den Empfehlungen der Task Force entspricht, bestanden. Die Filter von Osann bieten einen zusätzlichen Schutz gegenüber klassischen Stoffmasken, die normalerweise ohne Filter getragen werden.

Als Kriterien zieht Testex die Empfehlungen für Stoffmasken der Swiss Science Task Force bezüglich Luftdurchlässigkeit, Spritzschutz und Filtrationseffizienz heran.

Vier der acht Stoffmasken fallen, neben der Filtration zusätzlich beim Kriterium Spritzwiderstand durch. Die Oberfläche der Masken weist Tröpfchen nur ungenügend ab und die Flüssigkeit schlägt auf die Maskeninnenseite durch. So würden Bakterien und Viren allenfalls an Mund, Nase und Schleimhäute gelangen, sagt Jean-Pierre Haug.

So wurde getestet

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Den Test durchgeführt hat das renommierte Textillabor Testex in Zürich, in Zusammenarbeit mit dem Schwesterlabor Oeti in Wien. Als Grundlage für den Test haben die Labore die Empfehlungen für Stoffmasken der «Swiss National Covid-19 Science Task Force» verwendet, die diese im April 2020 erarbeitet hat. Die Empfehlungen konzentrieren sich auf drei Punkte: Luftdurchlässigkeit, Spritzschutz und Filtrationseffizienz.

Empfehlung der Task-Force:

  • Luftdurchlässigkeit < 60 Pa/cm2, gemäss ISO 9237
  • Spritzschutz: kein Durchdringen von Flüssigkeit, gemäss EN 14683:2019+AC:2019
  • Filtrationseffizienz FE ≥ 70 % bei einer Partikelgrösse von 1 Mikrometer

Testvorgehen von Testex:

  • Luftdurchlässigkeit gemäss ISO 9237
  • Spritzschutz in Anlehnung EN 14683
  • Filtrationseffizienz in Anlehnung EN 149 (1 µm)

Hygienemasken nicht per se besser

Für Hygienemasken gelten seit Jahren strenge medizinische Normen. Doch wie schneiden Hygienemasken ab, wenn man die Stoffmasken-Empfehlungen der Task Force als Massstab nimmt? Das Resultat ist auch hier ernüchternd: Vier der acht Hygienemasken schwächeln laut Testex-Prüfung bei der Filtrationsleistung.

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Ergänzung Aspop-Masken
Aus Kassensturz vom 20.10.2020.
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Grosse Unterschiede

Für Jean-Pierre Haug ist das Resultat erstaunlich: «Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Masken zumindest in einem ähnlichen Bereich liegen bezüglich Filtrationseffizienz.» Haug hegt Zweifel, ob die entsprechenden Medizinalnormen von allen getesteten Hygienemasken wirklich eingehalten werden. Immerhin: Vier der acht getesteten Hygienemasken bestehen – zusätzlich zu den eigenen Normen – auch die Testex-Prüfung aufgrund der Empfehlungen der Task-Force.

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Studiogespräch mit Ernest Weingartner von der Fachhochschule Nordwestschweiz
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Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Kassensturz, 13.10.2020, 21:05 Uhr

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149 Kommentare

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  • Kommentar von Fredy Pasin  (Fredy Pasin)
    Guten Tag, gestern wurde im Kassensturz mitgeteilt, dass die Aspop-Masken von der EMPA getestet wurden und alle Prüfkriterien erfüllen. Vor einer Woche wurde jedoch mitgeteilt, dass gemäss Prüfverfahren der Firma Testex die Einwegmasken von Aspop die Anforderungen nicht erfüllen. Meines Wissen ist die Firma Testex spezialisiert auf Prüfverfahren von Textilien und nicht auf Vlies. Welches Prüfverfahren ist nun höher einzustufen? Mir scheint die Aussagen von Kassensturz sehr verwirrend.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Fredy Pasin
      Guten Tag Herr Pasin. Es geht grundsätzlich nicht darum, ob nun Testex oder Empa «höher einzustufen» ist. Die Prüfverfahren sind in internationalen Normen klar vorgegeben. Da kann und muss jedes Labor gleich prüfen. Beispielsweise der Luftdurchlässigkeitstest oder der Spritzwiderstand. Ausserdem ist es wichtig, dass die Labors für Tests jeweils akkreditiert sind. Deshalb wurde zum Beispiel der Luftwiderstand in Zürich bei Testex gemessen, Spritzwiderstand und Filtrationseffizienz von Aerosolen im Labor Oeti in Wien (Schwesterlabor). Das Problem ist nun: Bei der Filtrationseffizienz hat die Task Force keine Norm als Voraussetzung angegeben. Sie sprechen nur von der Partikelgrösse, 1 Mikrometer. Nach der wurde in beiden Labors (Oeti und Empa) gemessen. Das Resultat ist aber verschiedenen. Das kann jetzt daran liegen, dass die Mess-Apparatur eine andere ist. Oder, dass eine andere Charge genommen wurde. Jedenfalls: Das Resultat ist verschieden. Freundliche Grüsse, SRF News
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  • Kommentar von Fenna Spaak  (FSp)
    Liebes Kassensturzteam
    Ich finde es etwas schade, dass selbstgenähte Masken aus Prinzip abgelehnt werden. Mittlerweile gibt es geprüfte Stoffe auf dem Markt genau so wie Filter. Ob diese Masken den Kassensturz Test am Ende bestehen, kann ich natürlich auch nicht garantieren. Ich vertraue aber (vor allem nach dem schauen dieser Sendung) einer von mir selbstgenähten Maske (aus geprüften Stoffen inkl. Filter) mehr als einer Stoffmaske aus dem Laden.
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  • Kommentar von Ursula Rheinganz  (UrsulaR)
    Wieso hilft man nicht den Menschen, sich selbst zu helfen? Statt Industrienormen würden Empfehlungen bestehender Produkte denjenigen Sicherheit geben, die durchaus in der Lage sind, gut sitzende u. schützende Produkte selbst zu machen u. kostenlos! an Angehörige u. Bedürftige zu geben. Ich finde es seit Anbeginn der Pandemie völlig daneben, dass man die Tatkraft der Menschen nicht unterstützt aber völlig blauäugig immer wieder an die nicht vorhandene Eigenverantwortung appelliert u. scheitert.
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