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Nachruf auf Aretha Franklin Wie die «Queen of Soul» eine ganze Generation prägte

Eine der bedeutendsten Stimmen der Welt ist für immer verstummt. Die amerikanische Soul-Ikone Aretha Franklin schrieb mehr als nur Musik-Geschichte.

Legende: Video Eine Stimme für die Ewigkeit abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus SRF News vom 16.08.2018.

Am 25. März 1942 kommt Aretha Franklin in Memphis, Tennessee als Tochter eines der bekanntesten Baptisten-Predigers der USA zur Welt. Sie wächst jedoch in der Industriemetropole Detroit auf. Im Kirchenchor kommt die kleine Aretha Franklin schon früh zur Musik.

In ihrem Elternhaus gehen Soul-Musiker wie Sam Cooke oder Mahalia Jackson ein und aus, sie nehmen an den Gottesdiensten ihres Vaters teil. Bereits im zarten Alter von 14 Jahren singt Aretha Franklin ihre erste Platte ein: ein Gospel-Album.

Mit 18 zieht es Aretha Franklin von Detroit nach New York, wo sie ihre Laufbahn als professionelle Sängerin startet. Sie nimmt für das Plattenlabel Columbia mehrere LPs auf, die jedoch nur mässig Erfolg haben, so dass Franklin ihren Vertrag mit dem Label auflöst.

Ab 1967 ist sie bei Atlantic Records unter Vertrag, dem Label von Jerry Wexler, der mit Künstlern wie Otis Redding oder Ray Charles zusammenarbeitet. Mit «I Never Loved A Man (The Way I Loved You)» schafft sie es erstmals in die Top 10 der US-Charts.

Becoming «The Queen of Soul»

Zur Ikone wird Aretha Franklin 1967 mit ihrem ersten Nr.-1-Hit «Respect». Ihre Version des Songs von Otis Redding wird zur Hymne der Bürgerrechts- und Frauenbewegung.

1968 sorgt sie mit ihrer Soul-Version der amerikanischen Nationalhymne am Parteikongress der Demokraten für Furore – noch im selben Jahr singt sie an Martin Luther Kings Beerdigung.

Es folgen musikalische Ausflüge zu Pop und Rock. 1972 kehrt sie aber mit einem Gospel-Album zu ihren Wurzeln zurück.

Mit «I Knew You Were Waiting» meldet sich die Queen of Soul in den 1980er Jahren zurück. Das Duett mit dem britischen Sänger George Michael wird ein weiterer Nr.-1-Hit. Ausserdem arbeitet sie mit Whitney Houston, James Brown oder auch Prince zusammen.

1987 wird sie als erste Frau in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 1990 wird sie bei den Grammys mit dem Living Legends Award geehrt.

Auftritt bei Obamas Amtseinführung

Aretha Franklin ist eine der bedeutendsten und einflussreichsten Stimmen der Pop-Geschichte. Bei der Vereidigung des US-Präsidenten Barack Obama 2009 singt sie «My Country, ’Tis Of Thee».

Legende: Video Aretha Franklin singt bei Obamas Inauguration (2008) abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
Aus Kultur vom 14.08.2018.

Sängerinnen wie Adele oder Beyoncé streben noch heute in ihrem Singen hörbar nach der Queen of Soul. Eine Ehre, auf die die 18-fache Grammy-Gewinnerin bescheiden wie immer antwortet: Mit dem 2014 erschienenen Album «Aretha Franklin sings the Great Diva Classics», auf dem sich die Queen vor den anderen Pop-Diven verneigt.

Auftritt in Montreux

Auch in der Schweiz hinterliess die Soul-Ikone einen bleibenden Eindruck, als sie 1971 am Montreux Jazz Festival auftrat.

SRF 4 News, 17 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bereits im zarten Alter von 14 Jahren singt Aretha Franklin ihre erste Platte ein: ein Gospel-Album. Sie hatte es nicht leicht in ihren ersten Lebensjahren, mit 13 schwanger, mit 15 wieder und dennoch wurde sie mit Liebe durch ihre Kirchengemeinde getragen, weil auch Engel nur Menschen sind.
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  • Kommentar von Ueli Schneiter (Ueli Schneiter)
    SRF3 hat viel erzählt seit dem Tod Von Aretha Franklin erstaunlich, aber wann habt Ihr zwischen durch einmal einen Song gespielt von dieser Frau, lieber tausendmal Jack Johnson, Klangkarussell, Jack Slamer, Pegasus usw, okay ist halt alte Musik
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Es nimmt mich wunder, wie sie die Schweiz "geprägt" hat. Sie hatte keine Konzerte hierzulande, ihre Lieder wurden in den Radios sperrlich gespielt. Ich glaub, heute habe ich mehr Lieder von ihr gehört, als während den letzten Jahren insgesamt. Ich glaube kaum, dass ihr Stil zur Schweiz passte. Viel zu anstrengend, viel zu tiefgreifend, viel zu vielsagend...
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    1. Antwort von Reno Schmid (Reno)
      Ich bin der Meinung, dass gerade bei der Musik keine "Grenzen" gesetzt sind, allem voraus gerade bei der Queen of Soul! Eine Seele hat jeder Mensch, welche berührt werden kann. Aber um Ihren "Glauben" auf die Sprünge zu helfen, mich hat Aretha Franklin geprägt mit all ihrem SOUL und das hat bei mir nichts mit dem "Glauben" zu tun. :-)
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    2. Antwort von Junior Cruz (Junior Cruz)
      Waren die Konzert am Jazz-Festival in Montreux nicht in der Schweiz?
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